Weniger Straftaten in Erkrath

Symbolbild

Die Kriminalstatistik für das Jahr 2020 liegt vor. Insgesamt sind die Fallzahlen in Erkrath gesunken.

2.330 Straftagen wurden im vergangenen Jahr in Erkrath begangen. Das sind 217 Fälle weniger, als noch im Jahr zuvor. Erkrath gehört damit zu vier von zehn kreisangehörigen Städten, in denen die Gesamtfallzahlen zurückgegangen sind. Kreisweit sind die zur Anzeige gebrachten Straftaten erstmals seit 2013 leicht angestiegen. Sie lagen 2020 um 2,52 Prozent höher, als noch 2019.

Dieser kreisweiten Anstieg ist vor allem dem Anstieg gemeldeter Taschendiebstähle und Rauschgiftdelikte geschuldet. Taschendiebstähle sind um rund 77 Prozent angestiegen. In Erkrath fiel der Anstieg mit etwa 35 Prozent deutlich moderater aus. Anders sieht es bei den Rauschgiftdelikten aus, die kreisweit um etwas mehr als 15 Prozent, in Erkrath hingegen um mehr als 17 Prozent angestiegen sind.

Es trifft die meist Wehrlosen

„Gerade die Entwicklung bei den Taschendiebstählen hat uns im vergangenen Jahr Sorge bereitet“, erklärt Kriminaldirektor Thomas Schulte. Im Kreis Mettmann wären vor allem ältere, oft gehbehinderte Menschen, die häufig während des Einkaufs bestohlen werden. „Häufig haben wir es hier mit professionell agierenden, reisenden Täterinnen und Tätern aus dem südosteuropäischen Raum zu tun“, führt er weiter aus. Umso glücklicher sei man, dass im vergangenen Jahr wichtige Ermittlungserfolge gefeiert werden konnten. In Hilden und Langenfeld hatte die Polizei 2020 Täterbanden aus Südosteuropa ermittelt, die international aktiv waren. Die Täter sind inzwischen rechtskräftig zu – zum Teil – mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Kampf gegen Drogendealer

„In der öffentlichen Wahrnehmung gewinnt das Thema Rauschgift zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund haben wir die Bekämpfung dieses Deliktfelds bereits im Herbst des vergangenen Jahres zu einem neuen Schwerpunkt unseres polizeilichen Handelns erklärt. Wir sagen Drogendealern den Kampf an!“, sagt Landrat Thomas Hendele. „Je intensiver wir in diesem Bereich ermitteln, desto mehr Straftaten stellen wir dabei aber auch fest.“ Daraus ergebe sich auch der Effekt der gestiegenen erfassten Straftaten.

Rund 9 Prozent mehr Wohnungseinbrüche in Erkrath

Symbolbild: TheDigitalWay / Pixabay

In tatsächlichen Fallzahlen sind das im Vergleich zu 2019 vier Einbrüche mehr. Eine Verschlechterung gab es auch bei der Aufklärungsquote. Konnten in 2019 noch 25 Prozent der 44 Wohnungseinbrüche aufgeklärt werden, waren es 2020 nur noch 16,67 Prozent der 48 Einbrüche, die aufgeklärt werden konnten. Auf die Frage nach dem Grund für die gesunkene Aufklärungsrate antwortet Kriminaldirektor Thomas Schulte: „Da hat Erkrath einfach Pech gehabt.“ In anderen Städten sei es zum Teil gelungen Diebesbanden dingfest zu machen, was die Aufklärungsquote deutlich ansteigen lässt, für Erkrath sei des dem Zentralkommissariat des Kreises im letzten Jahr nicht gelungen einen solchen Erfolg zu verbuchen. Kreisweit hat sich die Aufklärungsquote von Wohnungseinbrüchen von 19,22 auf 24,42 Prozent verbessert.

Senioren lassen sich weniger leicht betrügen

Im Vergleich zum Vorjahr (4564) hat die Gesamtzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 1,21 Prozent auf 4.619 Fälle zugelegt. Anders in Erkrath. Hier ist erfreulicher Weise ein Rückgang um 11,62 Prozent zu verzeichnen. Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen fallen in der Bereich Vermögens und Fälschungsdelikte. Ihr Anteil sank entgegen der Gesamtfallzahlen in diesem Bereich erfreulicher Weise um 10,3 Prozent. 2.259 Fälle gab es in 2020, von denen aber 2.205 bereits im Versuchsstadium endeten. „Der Rückgang der Zahlen in diesem Bereich zeigt, dass die intensive Aufklärungsarbeit unserer Kriminalprävention sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Früchte trägt“, zeigt sich die leitende Polizeidirektorin Ursula Holz erfreut. „Positiv stimmt mich, dass das Polizeipräsidium München, auch aufgrund von Erkenntnissen unserer Behörde, erst im November ein Callcenter in Izmir zerschlagen konnte“, ergänzt sie. Im Anschluss habe man bereits im Dezember einen deutlichen Rückgang der Telefonbetrugsmaschen gespürt. Dennoch seien 188 Fälle pro Monat zu viel, sodass man weiter am Ball bleiben müsse.

Jeder einzelne Fall ist einer zu viel

Die zur Anzeige gebrachten Fälle von Kindesmissbrauch sind in Erkrath von vier auf sechs gestiegen. Kreisweit ist die Zahl von 33 auf 56 Fälle gestiegen. Die Gesamtanzahl von Sexualdelikten stieg von 250 (2019) auf 334. Den Anstieg erklärt die Polizei mit der Sensibilisierung der Gesellschaft in Bezug auf Kinderpornografie und die umfänglichen Ermittlungen Lügde, Bergisch Gladbach und Münster. Inzwischen werden mehr Fälle zur Anzeige gebracht. Dennoch geht die Polizei von einer deutlich höheren Zahl von Sexualdelikten aus, da viele sich in bestehenden Beziehungen abspielen und nicht zur Anzeige gebracht werden.

Die Aufklärungsquote im Bereich der Sexualdelikte ist von 74,8 auf 81,44 Prozent gestiegen. In Fällen von Kindesmissbrauch liegt die Aufklärungsquote kreisweit bei 78,57 Prozent. In Erkrath liegt sie mit 66,67 Prozent niedriger.

Weitere Straftaten

Einen leichten Anstieg gab es in Erkrath bei Diebstählen von Kraftfahrzeugen, während Diebstähle aus Kraftfahrzeugen oder an denselben zurückgegangen sind. Auch die Zahl der Fahrraddiebstähle, sonstigen Diebstählen, Raubdelikten und Sachbeschädigungen hat abgenommen. Die Zahl der Gewaltdelikte ist in Erkrath ebenfalls zurückgegangen, während sie kreisweit zugenommen hat. Auch Gewalt gegen Polizeibeamte hat deutlich, um 29,14 Prozent zugenommen.

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