Weibliche Führungsspitze im EVK

Neun Jahre lang konnte Jessica Llerando Pulido an der Seite von Bernd Huckels von seinem enormen Wissen profitieren. Nun tritt sie in seine Fußstapfen und übernimmt die Geschäftsführung des EVK. Foto: RG

30 Jahre war Bernd Huckels Geschäftsführer des EVK, jetzt beginnt sein Ruhestand. Seine Nachfolgerin: Jessica Llerandi Pulido, 36 Jahre alt.

“Als ich damals Geschäftsführer wurde, war ich genauso alt”, erinnert Huckels sich schmunzelnd. Auch sonst gibt es Parallelen. “Bernd Huckels, ist wie ich auch, vom Sternzeichen Fische”, verrät Llerandi Pulido lachend. Glaubt man an die Charakteristika, die dem Sternzeichen nachgesagt werden, haben beide die ideale Laufbahn gewählt, denn Pflege und Personalverantwortung soll den Fischegeborenen besonders gut liegen.

Corona bedingt können die Verabschiedung von Bernd Huckels und der Geburtstag des Krankenhauses, das in der Form der GmbH, ebenfalls 30 Jahre besteht, nicht so gefeiert werden, wie sich das alle gewünscht hätten. Eine Jubiläumsausgabe des Klinikmagazins erzählt von der Geschichte des Krankenhauses und damit auch davon, was Bernd Huckels in seiner 30-jährigen Tätigkeit hier geleistet hat. Davon wissen auch die Aufsichtsräte des EVK, Robert Wirtz und Horst Masanek, zu berichten. Die beiden sind noch etwas länger dabei, als Bernd Huckels. “Wir mussten ihn richtig drängen auch einmal in Urlaub zu gehen”, verrät Robert Wirtz.

Sie kennen die Geschichte des EVK wie kein anderer: Robert Wirtz (l.) und Horst Masanek, die im Aufsichtsrat die Geschicke des Hauses seit mehr als 30 Jahren begleiten. Foto: RG

Geschichte der Krankenhäuser in Mettmann

Bis 1988 gab es in Mettmann ein katholisches und ein evangelisches Krankenhaus. Das St. Elisabeth Krankenhaus wurde 1909 erbaut, das Evangelische Krankenhaus wurde 1877 eingeweiht. Die Entstehungsgeschichte beider Häuser ist aber noch älter.

Wirtschaftliches Arbeiten war, aufgrund zu geringer Pflegepauschalen, die 1988 noch nicht einheitlich für alle Krankenhäuser galten, für beide Häuser kaum möglich. Schließlich fiel im Kirchenvorstand und im Erzbischöflichen Generalvikariat ein Entschluss zugunsten des Evangelischen Krankenhauses, der vorsah das katholische Krankenhaus in das heutige Altenpflegeheim Haus St. Elisabeth umzuwandeln. Für das Evangelische Krankenhaus wurde die ‘Evangelisches Krankenhaus Mettmann GmbH’ gegründet und Bernd Huckels wurde Geschäftsführer.

Eine 30-jährige Erfolgsgeschichte

Wie seine Nachfolgerin, war auch Bernd Huckels 36 Jahre alt, als er die Geschäftsführung des Evangelischen Krankenhauses übernahm. Auch er setzte sich gegen einige Mitwerber durch und übernahm die Führung eines Krankenhauses, dass sich damals in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand. Im ersten Jahr pendelte er zwischen Heinsberg und Mettmann, denn dort war er bisher Geschäftsführer einer Klinik und in einer Übergangszeit leitete er gleich zwei Kliniken.

In den kommenden drei Jahrzehnten entwickelte er immer wieder das richtige Gespür und Hartnäckigkeit, um das Evangelische Krankenhaus wirtschaftlich gut aufzustellen und auf politische Entscheidungen zu reagieren. Die Jahrzehnte waren geprägt von Aus-, Um- und Neubauten. Mit der Gründung des Instituts für Gesundheitsförderung gelang es 1999 das EVK auch im Bereich der Gesundheitsförderung gut aufzustellen. Wie sehr Bernd Huckels über 30 Jahre die Geschichte des EVK mit viel Herzblut geprägt hat, ist auf der Homepage und in der Jubiläumsausgabe des Klinikmagazins nachzulesen.

Niemals geht man so ganz … Bernd Huckels Wirken wird im EVK unvergessen bleiben, aber so ganz geht er – zumindest vorerst – noch nicht. “30 Jahre lang stand ich 24/7 für das EVK bereit. Das Handy war nie ausgeschaltet und auch die Emails machten vor dem Feierabend nicht halt”, sagt Bernd Huckels über seinen Arbeitsalltag in den letzten Jahrzehnten. Künftig wird er mehr Zeit für Hobbies haben, aber in Teilbereichen wird er dem EVK auch in den kommenden zwei Jahren noch zur Verfügung stehen.

Sie tritt in große Fußspuren

Bernd Huckels Nachfolgerin, ist keine Unbekannte im EVK und weiß, dass sie in große Fußspuren tritt. “Ich werde nicht dieselben Schuhe tragen, aber viel von seinem Wissen mitnehmen”, sagt Jessica Llerandi Pulido selbstbewusst. Seit neun Jahren ist sie bereits im EVK. Damals wurde die Stabsstelle Unternehmensentwicklung neu eingerichtet, die sie übernahm. Huckels hatte erkannt, dass Unternehmens- und Organisationsentwicklung sowie Qualitätsmanagement für die Zukunft des Krankenhauses unabdingbar sind. Vor dem Wechsel in die Geschäftsführung war Llerandi Pulido kaufmännische Leiterin des EVK. Im Auswahlverfahren um die Geschäftsführung hat sich gegen 46 externe Mitbewerber durchgesetzt. Einige davon sind bereits Geschäftsführer namhafter Kliniken. Eine Handvoll kam in die engere Wahl, führte Gespräche. “Am Ende war der entscheidende Punkt, dass ihre Konkurrenten für viele Themen externe Fachleute heranziehen würden. In einem kleinen Haus wie unserem zählt aber, dass ein Geschäftsführer auch selbst Probleme lösen kann und viel Empathie fürs Haus mitbringt”, beschreibt Robert Wirtz das Auswahlverfahren, in dem die Wahl schließlich einstimmig fiel.

Jessica Llerandi Pulido, gebürtige Duisburgerin mit spanischen Wurzeln, hat ihren Master in Gesundheitsökonomie gemacht und in einer Unternehmensberatung gearbeitet, bevor sie ins EVK kam. Dass sie eines Tages eine solche Führungsrolle übernehmen will, stand für sie schon im Studium fest. “Man muss das wollen”, sagt sie zur Verantwortung und zum Arbeitsaufwand, die die Position mit sich bringen. Ihre ‘Feuertaufe’ hat sie zu Beginn der Corona-Krise schon bestanden. Da war Bernd Huckels im Urlaub und als seine Stellvertreterin berief sie den Corona-Krisenstab ein, der anfangs täglich tagte. Inzwischen trifft sich der Krisenstab nur noch einmal wöchentlich und reflektiert die Erkenntnisse aus Gesellschaft und Politik. Aktuell gibt es im EVK keinen Corona-Fall, aber man ist vorbereitet. Sollte eine zweite Welle kommen, können aus den 11 Intensivbetten schnell wieder 17 bis 18 werden. “Wir haben während der Krise auch zusätzliche Beatmungsgeräte angeschafft”, signalisiert Llerandi Pulido, dass das EVK handlungsfähig ist. Im Notfall kann man improvisieren und innerhalb eines Tages die notwendigen Intensivplätze herstellen.

“Das wichtigste Kapital sind unsere Mitarbeiter. Wir haben hier ein wirklich tolles Team und nur wenn ein Krankenhaus von innen nach außen glänzt, gewinnt man auch in Zukunft die richtigen Fach- und Führungskräfte”, teilt sie eine Meinung mit ihrem Vorgänger, der ihr alle guten Wünsche mit auf den Weg gibt.

Eine Nachfolgerin für Jessica Llerando Pulidos vorherige Position als kaufmännische Leiterin ist auch schon gefunden. Mirja Hengstenberg tritt die Nachfolge an und damit hat das EVK künftig eine weibliche Führungsspitze.

Sitzt nun mit viel positiver Ausstrahlung auf dem Chefsessel des EVK: Jessica Llerando Pulido – Foto: RG


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