Von Impftermin-Lücken und Mutationen

Symbolbild Impfung: Whitesession, Pixabay

Während mittlerweile rund 25 Prozent der Neuinfektionen im Kreis Mettmann auf Mutationen zurückzuführen sind, werden Impftermine nicht wahrgenommen.

Am 12. Februar machten die Mutationen bei den Neuinfektionen noch sechs Prozent aus. Laut Kreisverwaltung wird jeder positive Test auf Mutationen untersucht. Am 18. Februar, gerade einmal sechs Tage später, war dem täglichen Corona-Sachstand zu entnehmen, dass der Anteil der Mutationen auf 12 Prozent angestiegen ist. Auf Nachfrage hat unsere Redaktion heute erfahren, dass der Anteil inzwischen auf 25 Prozent gestiegen ist. Besonders die britische Corona-Mutation breitet sich bei uns aus. Auch die Inzidenz ist, zwar langsam, aber stetig, jeden Tag in dieser Woche gestiegen.

Dürfen wir auf ‚mehr Normalität‘ hoffen?

Mit jedem Menschen, der hier im Kreis Mettmann geimpft ist, steigt für uns alle die Hoffnung auf ein ‚Leben nach Corona‘. Ein Leben, in dem wir uns wieder frei bewegen und begegnen können. Ein Leben zu dem geöffnete Geschäfte, Gastronomie und Sportstudios genauso gehören, wie Veranstaltungen, Konzerte, Feste, Karneval …

Aber beim Impfen hakt es. Waren es zuerst überwiegend die Schwierigkeiten bei der Impfterminvergabe durch die Kassenärztliche Vereinigung, sind es inzwischen Impftermine die nicht wahrgenommen werden. Dabei handelt es sich um Termine für die Angehörigen der benannten Berufsgruppen für die Impfgruppe eins, die mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden könnten. Dieser ist bisher in Deutschland nur für unter 65-Jährige zugelassen.

„In der Tat führen nicht wahrgenommene Termine wegen Vorbehalten gegenüber dem Impfstoff zurzeit zu Lücken im Impfbetrieb“, teilt uns Daniela Hitzemann, Pressesprecherin des Kreises auf unsere Frage hin mit. Beziffern könne man die Zahl der nicht wahrgenommenen Termine nicht, weil man nicht wisse, wie viele Termine abgesagt wurden oder gar nicht erst gebucht wurden. „Wir vergeben aber nun zusätzlich Online-Codes an die Berechtigten, damit diese für ihr Personal selbst Termine buchen können. Zahlreiche Gruppen, die regelmäßig in Pflegeeinrichtungen tätig sind, haben uns ihr Impfinteresse signalisiert. Diese werden nun berücksichtigt, sodass wir damit rechnen die Lücken im Impfbetrieb wieder schließen zu können“, erklärt Daniela Hitzemann.

Die Diskussion um die unterschiedlichen Impfstoffe

Dem Impfstoff von AstraZeneca werden mehr Nebenwirkungen und eine geringere Wirksamkeit, als den Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna nachgesagt. Aber stimmt das und sollte man deshalb gar nicht zum Impfen gehen?

Wir haben mit einer Geimpften gesprochen, die den Biontech/Pfizer Impfstoff erhielt. „Ich hatte meinen Impftermin, bevor der Impfstoff von AstraZeneca zugelassen wurde und bekam deshalb das Vakzin von Biontech/Pfizer. Nach der ersten Impfung hat mein Arm zwei Tage lang geschmerzt. Mehr habe ich nicht bemerkt“, berichtet sie. Anders nach der zweiten Impfung, die sie in der letzten Woche erhielt. „Ich hatte schon kurze Zeit später einen roten Kopf und leichtes Fieber.“ Das Fieber ließ zwar schon zwei Stunden später wieder nach, aber zwei Tage lang hätte sie Kopfschmerzen gehabt und sich matt gefühlt.

Solche Nebenwirkungen sind bei Impfungen nicht ungewöhnlich und werden für alle drei bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe beschrieben. Während sie bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna häufiger nach der zweiten Impfung auftreten, ist es bei dem Impfstoff von AstraZeneca offensichtlich genau umgekehrt: Hier treten die Reaktionen meist schon nach der ersten Impfung auf.

Über die Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffs berichtete die Deutsche Welle vor wenigen Tagen und bezog sich dabei auf eine Studie der Universität von Edingburgh, die darauf schließen lässt, dass die Wirksamkeit besser ist, als ihr Ruf.

Impfnebenwirkungen oder schwerwiegende Corona-Verläufe?

Laut einem Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts kam es bisher in 0,03 Prozent der Fälle zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen mit den bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen.

597 Menschen (Stand 27. Februar 2021) sind inzwischen im Kreis Mettmann an oder mit Corona verstorben und viele Menschen müssen mit schweren Verläufen intensivmedizinisch behandelt werden. Nicht immer sind es ältere Menschen und auch die, die eine Corona-Infektion überstanden haben, leiden selbst bei eher milden Verläufen noch unter Langzeitfolgen, die heute noch gar nicht alle abgeschätzt werden können. Ein Bericht auf Quarks gibt einen Überblick.


Es gibt keinen Impfzwang und die Entscheidung sich impfen zu lassen oder auch einen Impfstoff abzulehnen und deshalb auf eine Impfung zu verzichten, liegt bei jedem erwachsenen Menschen selbst. Betrachtet man aber die Alternative mit Langzeitfolgen auch bei leichteren Verläufen oder schweren Erkrankungen bis hin zur Todesfolge, ist wohl jeder einzelne Impfstoff besser als das. Und jede weitere Impfung trägt die Hoffnung auf eine Normalität, die wir wohl alle so sehr vermissen.

  • Anzeige

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*