Schwere Zeiten für “Taxi mit Herz”

Riza und Hatice Agcicekoglu haben ihre Taxen ausgerüstet Foto: Tanja Bamme

Zahlreiche Unternehmen sind durch die Corona-Pandemie betroffen. Auch das Taxiunternehmen „Taxi mit Herz“ von Riza Agcicekoglu macht derzeit eine wirtschaftliche Krise durch.

„Wir verzeichnen Umsatzeinbußen in Höhe von rund 80 Prozent“, so der Unternehmer. Mehrmals hat er versucht, die Soforthilfe vom Bund für seinen Betrieb in Anspruch zu nehmen. Bisher aber ohne Erfolg. „Emails werden mir nur fadenscheinig beantwortet, bei Telefonanfragen lande ich entweder in stundenlangen Warteschleifen oder werde aus der Leitung geschmissen.“

Dabei ist das Taxiunternehmen kein kleiner Betrieb. 36 Aushilfen und festangestellte Mitarbeiter arbeiten für „Taxi mit Herz“, das Unternehmen unterhält insgesamt neun Taxen und zehn Mietwagen. Für einen Großteil der festangestellten Mitarbeiter hat Riza Agcicekoglu bereits Kurzarbeit angemeldet, nur noch acht Fahrer sind derzeit im Einsatz. „Wir fahren hauptsächlich Krankenfahrten für Patienten, die beispielsweise zur Dialyse müssen.“

Investitionen trotz finanziellem Schaden

Trotz finanzieller Einbußen hat der Unternehmer in seine Fahrzeuge, aber auch in seine Fahrgäste investiert. Trennwände wurden zwischen Fahrer und Rückbank angebracht, Masken stehen für die Gäste bereit. Die Sicherheit für seine Angestellten, aber auch für seine Fahrgäste steht für den Taxibetreiber an erster Stelle. „Und unsere Fahrgäste sind dankbar. Natürlich ist die Angst vor einer Ansteckung groß und das nehmen wir sehr ernst.“

Sicherheit steht für Riza Agcicekoglu und sein Team an erster Stelle
Foto: TB

Dass die Enttäuschung über fehlende Unterstützung nicht bei der bisher ausgebliebenen Soforthilfe endet, verrät Agcicekoglu ebenfalls. „Damit fängt es nur an. Wir müssen natürlich auch Gelder für Krankenkassen und für Finanzierungsraten unserer Fahrzeuge aufbringen. In manchen Bereichen erfahren wir großes Verständnis, aber leider nicht überall.“ Und so blickt Riza Agcicekoglu einer ungewissen Zukunft entgegen.

1992 gründete er das Taxiunternehmen als Einmannbetrieb. 2010 entstand aus vormals „Der Wagen des Vertrauens“ der Betrieb „Taxi mit Herz“. Mittlerweile sind auch Familienmitglieder in die Unternehmensgeschicke mit eingebunden. Ehefrau Hatice sitzt seit 16 Jahren selbst am Steuer und auch der gemeinsame Sohn tritt in die Fußstapfen seines Vaters. „Wir hoffen, dass wir diese Krise gemeinsam meistern“, so Riza Agcicekoglu abschließend.

Trennwände schützen Fahrgast und Fahrer gleichermaßen
Foto: Tanja Bamme

Wissenswertes: Jeweils 100 Masken spendete das Taxiunternehmen an die Seniorenresidenzen Rosenhof in Alt Erkrath und Hochdahl.


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