Schulneubau GymNeander hat gewackelt

GymNeander - Foto: RG

Gut drei Stunden dauerte der Schulausschuss und zeitweise wackelte der Beschluss zum nächsten Schritt des Schulneubaus GymNeanders.

Ein Dringlichkeitsantrag der SPD sorgte für Diskussionen. Die SPD beantragte die Vertagung der Entscheidung zum Schulneubau. Vor der Entscheidung solle erst ein neuer Schulentwicklungsplan erstellt werden.

Die daraus resultierende Verzögerung des Schulneubaus hätte dafür sorgen können, dass 2026 durch die Rückkehr zu G9 100 Schüler in Containern unterrichtet werden müssten, für die es dann nicht einmal einen Platz zum Aufstellen gegeben hätte.

“Wenn wir das jetzt bauen, vervierfachen wir Erkraths Schuldenberg”, argumentierte Detlef Ehlert und hängte die Frage an “Was ist dann mit allen anderen Schulfragen?” Ein Schulneubau sei aus seiner Sicht nur in Ordnung, wenn ein Umbau im laufenden Betrieb nicht möglich sei. Auch wie es in Hochdahl weitergehe, wollte er wissen. Mit Blick auf Schulangebote in Nachbarstädten, wie Sekundar- oder Gesamtschulen, gäbe es auch Auspendler. Deshalb müsse so schnell wie möglich ein neuer Schulentwicklungsplan her.

Die Verwaltung argumentierte indes, dass durch die Wiedereinführung von G9 deutlich mehr Raum benötigt wird und man ohne den Neubau vor einem Problem stünde. Wenn man jetzt die Entscheidung zum Beginn der Planung verschiebe, käme man in zeitlichen Verzug und stünde 2026 vor einem Problem. Daniela Winter erläuterte, dass die Planung vierzügig mit Option fünfzügig erfolgen solle. Die vorliegenden Skizzen seien bisher nur Überlegungen, keine konkreten Entwürfe. Auch die Kosten seien eine Hochrechnung, da die Entwicklung mit oder nach Corona in Bezug auf die Baupreise noch unklar seien. Sie plädierte dafür jetzt nicht zu stoppen.

Ulrich Schwab-Bachmann erklärte, dass ein neuer Schulentwicklungsplan für weitere Entwicklungen sicher benötigt würde, die Bearbeitung aber eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen würde. “Vor 2021 wäre ein neuer Schulentwicklungsplan nicht fertig”, machte er klar, dass die Fertigstellung den Bau verzögern würde und damit ein Platzproblem entstünde, dass derzeit nicht lösbar sei.

Peter Knitsch stimmte den Ausführungen von Detlef Ehlert zu und kam auf die Kosten zu sprechen. “Was der alte Bürgermeister zu langsam gemacht hat, wird jetzt zu schnell vorangetrieben.” Es sei dem Gymnasium gegönnt, aber man schaue eben auch auf die anderen Schulen. “Wir müssen aufpassen, dass in Erkrath kein ‘Run’ auf die neue Schule entsteht. Wir brauchen ein Gesamtkonzept.” Haan habe auch ein vierzügiges Gymnasium gebaut und sei mit 36 Millionen ausgekommen, wenn dort auch nicht auf Energiestandards geschaut wurde. Daraufhin rechnete Daniela Winter ihm vor, dass der eigentliche Neubau in Erkrath auch nicht teurer sei, denn die übrigen Kosten entfielen auf Erschließungskosten und Abriss des alten Gebäudes.

Sitzungsunterbrechung vor Abstimmung

Christian Ritt beantragte schließlich eine Sitzungsunterbrechung. Er wollte wissen, ob die Schule auch auf sechszügig erweiterbar wäre und damit künftig auch als Gesamtschule nutzbar wäre, wenn die Schulentwicklung dies notwendig erscheinen ließe. Marc Hildebrand erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr am 18. Juni ein einstimmiger Beschluss zum Schulneubau gefasst wurde, dem auch die Grünen zugestimmt hatten. Schulleiter Hans Gruttmann erläuterte noch einmal die Planung, die selbstverständlich auch für eine Gesamtschule geeignet sei. Jan Pfeifer erklärte, dass die SPD sich auch mit der Realschule auseinandergesetzt habe, die zeitweise von drei Seiten mit Baustellen leben müsse und selbst auch Sanierungsbedarf hat. “Wir sind in Sorge, dass die Realschule dann wieder zu wenig Anmeldungen erhält. Wir wollen nicht, dass die Kinder dann auspendeln. Wir wären auch offen für eine Gesamtschule.” Peter Knitsch kam noch einmal auf die 80 Millionen zu sprechen.

Bürgermeister Christoph Schultz konterte: “Wir hatten diese Diskussion vor einem Jahr. Schade, dass Sie damals nicht gesagt haben: Lassen Sie uns alle Schulen machen.” Er machte deutlich, dass die Möglichkeit bestünde, die Verwaltung zu beauftragen billiger zu bauen und dass man jetzt doch den Wahlkampf ausschalten solle, das wäre für die Schulen das Beste. Auch Frank Naes von der Schulpflegschaft ergriff das Wort und forderte auf “Wir müssen uns begeistern lassen.” Realschulleiterin Ulrike Stamm-Kopplow richtete sich an den Ausschuss: “Bitte gehen Sie mit unserer Schule genauso sorgsam um, wie mit dem Gymnasium, damit unsere Anmeldezahlen nicht zurückgehen.” Sie bezog sich auf die notwendige Sanierung der Wasserleitungen, auf die dreiseitig flankierenden Baustellen und die Wegesituation. Während der Sitzungsunterbrechung erzählt sie uns, dass man die Realschule nicht gefragt oder beteiligt habe.

Kompromiss

Nach der Sitzungsunterbrechung, die dann doch länger als zehn Minuten dauerte, hatten die Fraktionen schließlich einen Kompromiss gefunden: Notwendige Arbeiten am Schulzentrum Rankestraße in Hochdahl sollen vorangetrieben werden. Für die Sanierung der Realschule Erkrath soll diese vorübergehend in das dann freigezogene Gebäude des GymNeander ziehen. Es sollen Gespräche mit allen Schulen geführt werden. Dazu soll ein Gesamtkonzept erstellt werden, dass im November / Dezember vorgestellt werden soll. Der Beschluss, der um die entsprechenden Punkte erweitert wurde, fiel dann einstimmig.


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