Schildsheider Straße: Wohngruppen können bezogen werden

Dr. Michael Decker möchte in den Wohngruppen ein Zuhause-Gefühl schaffen, die Mitarbeiterinnen Daniela Sommrey (mitte) und Astrid Steinke setzen diesen Wunsch gerne um/ Foto: Tanja Bamme/ Archiv

Die Idee, im ehemaligen Hotelkomplex an der Schildsheider Straße Wohnraum für Menschen mit Demenz und intensivpflegerischen Bedarf zu schaffen, ist nicht neu.

Bereits im August 2019 erwarb Aidura-Geschäftsführer Dr. Michael Decker den Gebäudekomplex sowie die angrenzende Immobilie an der Leibnizstraße. Im Genehmigungsprozess für den Bauantrag wurde das Projekt auch der Politik sowie der Öffentlichkeit vorgestellt. „Im Juli und im September vergangenen Jahres haben wir zudem – unter Corona-Bedingungen – Informationsabende veranstaltet“, erinnert sich Dr. Decker, der damals jeweils rund 50 Gäste begrüßen durfte. Eigentlich hätten die Anlagen bereits im August 2020 bezogen werden sollen. Doch die Pandemiezeit hat die Zeitschiene ins neue Jahr verschoben. „Wir hatten Corona-bedingt Lieferverzögerungen, beispielsweise bei den Fenstern. Auch ließen sich nicht alle Termine mit den Handwerkern einhalten“, erklärt der Geschäftsführer weiter.

Drei Damen wohnen bereits an der Leibnizstraße 68

Mittlerweile wurden die ersten Zimmer aber bereits bezogen. Auf der Leibnizstraße sind nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen drei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz entstanden. Zwei 8er Gruppen sowie eine 7er Gruppe finden in der ehemaligen Hotelanlage Platz. Für Dr. Michael Decker, der von Berufswegen her Facharzt für Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin ist, ist es eine Herzensangelegenheit, den Menschen vor Ort nicht nur ein Domizil, sondern ein Zuhause zu schaffen. „Vor meinem Studium habe ich in der Pflege gearbeitet und hautnah mitbekommen, wie es in manchen Einrichtungen zugeht. Mir ist wichtig, dass sich die Menschen hier wie zuhause fühlen und auch dementsprechend betreut werden.“

Im Dreischichtbetrieb werden die Menschen mit Demenz in ihren Wohngruppen betreut. Qualifiziertes Fachpersonal für die Pflege oder für andere anfallende Arbeiten wird je nach Bedarf hinzugezogen. Die privaten Zimmer weisen eine Größe von 14 bis 20 Quadratmeter auf. Hinzukommen seniorengerechte Badezimmer sowie gemeinsam genutzte Räume, wie Küche und Aufenthaltsflächen. „Die Größe der Zimmer liegen alle im Normbereich des Wohnteilhabegesetzes“, erklärt Dr. Michael Decker beim Rundgang durch die neuen Wohnkomplexe.

Examinierte Fachkräfte sind 24 Stunden vor Ort

Auf der Schildsheider Straße hingegen entsteht derzeit eine Wohngemeinschaft für Intensivpflege. Auch hier können acht Bewohner untergebracht werden, die allerdings eine 24-stündige Interventionsbereitschaft benötigen. Examiniertes Fachpersonal ist rund um die Uhr anwesend. „Zudem haben wir in diesem Bereich einen Betreuungsschlüssel geschaffen, der mindestens eine 1:3-Betreuung beinhaltet. Meist kümmert sich aber eine Fachkraft um zwei bis drei Bewohner“, veranschaulicht Dr. Michael Decker das künftige Arbeiten vor Ort. Noch lässt sich in diesem Wohnbereich, der über Zimmergrößen von 17,5-26 Quadratmeter verfügt, kein Bewohner finden. „Die Anfragen sind aber da“, bestätigt der Geschäftsführer, der sich derzeit darum bemüht, ein Netzwerk aus ortsansässigen Pflegediensten, Ärzten und Apotheken zusammenzustellen.

„Wir haben an der Schildsheider Straße auch drei Wohnungen von jeweils 65 Quadratmeter geschaffen. Zwei davon sind bereits vermietet. Wenn irgendwann einmal in diesen Wohnungen Pflegebedarf besteht dann können wir diesen übernehmen. Grundsätzlich können aber auch andere Pflegedienste ins Haus kommen“, so Dr. Decker.

Eingerichtet sind die Zimmer in den Wohngruppen bisher noch nicht. „Wir haben ganz bewusst auf eine Möblierung verzichtet, weil viele Menschen ihre eigenen Möbel mitnehmen wollen. Das ist nur verständlich, schließlich soll man sich hier wie in der eigenen Wohnung fühlen“, ist sich der Fachmann sicher. Für die Ausstattung der Gemeinschaftsräume hat die Intensiv- und Seniorenpflege Aidura hingegen bereits gesorgt. Die Kosten für die Intensivwohngruppe werden anteilig von der Kranken- und Pflegekasse übernommen. Bei den Demenz-WGs hingegen werden Miete, Nebenkosten sowie eine Betreuungspauschale fällig. Wenn Pflegebedarf besteht, dann greift in der Regel die Pflegekasse. „Können die Kosten nicht übernommen werden, dann unterstützt meist das Sozialamt“, berichtet Dr. Michael Decker, der bei Beratungsgesprächen auch Hilfestellung leisten kann.

Wissenswertes: Neben der Wohnanlage in Erkrath betreibt die Aidura Intensiv- und Seniorenpflege noch zwei weitere Einrichtungen im Schwalmtal. Eine vierte Einrichtung entsteht in Krefeld.  

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