Von der Schule aufs Siegertreppchen

Preisträger David Murach mit seiner LK Informatik Lehrerin Dr Eva Dyllong (l.) und der kommissarischen Schulleiterin Ricarda Thöne (r.). Foto: Susann Krüll
Preisträger David Murach mit seiner LK Informatik Lehrerin Dr Eva Dyllong (l.) und der kommissarischen Schulleiterin Ricarda Thöne (r.). Foto: Susann Krüll

Mit seiner Facharbeit zu „Der revolutionäre Einsatz von Deep Learning auf dem Gebiet der Gesichtserkennung“ konnte David Murach vom Gymnasium Hochdahl die Fachjury aus Professoren der Heinrich-Heine-Universität überzeugen.

Sichtlich und zurecht stolz auf ihren Schüler zeigten sich beim Pressetermin Davids Informatik-Lehrerin, Dr. Eva Delon, und die kommissarische Schulleiterin Ricarda Thöne. „Davids Facharbeit in seinem Leistungsfach Informatik war so herausragend, dass es für mich sofort feststand, ihn zu ermuntern, sie bei der Dr. Hans Riegel Stiftung einzureichen,“ berichtet Dylllong, wie es dazu kam, dass ihr Schüler am 21.9. bei einer Feierstunde an der Universität Düsseldorf eine Urkunde, eine Statue sowie ein Preisgeld von 400 Euro überreicht bekam. „Der Anspruch an die eingereichten Arbeiten ist so hoch, dass, wie in diesem Jahr, kein dritter Preis vergeben wird, wenn keine den vorgegebenen Kriterien entspricht,“ so Ricarda Thöne, die damit noch mal unterstreicht, wie stolz auch David auf seine Facharbeit sein kann. Eine solche Arbeit mit einem Umfang von 12 bis 15 Seiten anzufertigen, ist für alle Schüler im zweiten Halbjahr der 11. Klasse (Q1) obligatorisch. Sie ersetzt die zweite Klausur, die sonst in dem gewählten Fach zu schreiben wäre. Die Schüler entscheiden selbst, in welchem Fach sie sie anfertigen und welches Thema sie wählen. „Eine Facharbeit lässt sich von den Anforderungen her mit einer Seminararbeit an der Uni vergleichen. Es wird eine ausführliche Recherche-Arbeit vorausgesetzt, Zitat- und Quellenangaben dürfen nicht fehlen. Je nach dem, in welchem Fach die Arbeit geschrieben wird, sind auch die entsprechenden Experimente und Testreihen anzufertigen,“ so Dr. Eva Dyllong, die, wie ihre Kollegin Ricarda Thöne auch, als zweites Fach Mathematik unterrichtet.

Worum geht es in David Murachs Facharbeit?      

Als David von seinen Lehrerinnen aufgefordert wird, zu berichten, was sich denn hinter dem Titel seiner prämierten Facharbeit verbirgt, kommt er der Aufforderung mit leuchtenden Augen nach. Je tiefer er in die von ihm beleuchtete Materie einsteigt, wie effektiv Programme für Gesichtserkennung funktionieren, wenn bei der Programmierung der KI (Künstliche Intelligenz) mit der Methode des „Deep Learning“* gearbeitet wurde, desto mehr erhöht sich auch sein Sprechtempo. Es ist beeindruckend, wie sich der junge Mann in dieses Thema eingearbeitet hat. Auf die Frage, wie er auf die Wahl kam, antwortet er; „Ich fand Deep Learning und Gesichtserkennung spannend und wollte wissen, ob und wie eine Verknüpfung bei vier Angeboten funktioniert.“ Dazu habe er vier Gesichtserkennung-Programme untersucht: OpenFace („wissenschaftlich erstellt, auf Deep Learning basierend“) , Open BR („ohne Deep Learning“ erstellt, aber auf Basis von „machine learning“) sowie Azure Face Api und Python face-recognation Libary. Letztere seien avancierte Programme und nicht wie die beiden anderen frei zugänglich. Für seine Arbeit habe er sich per Fernleihe Fachbücher bestellt, auch welche, die es nur auf Englisch gibt. Abgesehen von den wissenschaftlichen Erkenntnissen hat sich für David Murach beim Erstellen seiner Arbeit auch dieses persönliche Fazit ergeben: „Kostenlos zugängige Gesichtserkennungsprogramme erzielen aufgrund des Einsatzes von Deep Learning auch schon so erstaunliche Ergebnisse bei der Gesichtserkennung, dass – je nachdem wozu und wer es einsetzt – damit auch schon Datenmissbrauch betrieben werden kann,“ gibt der junge Mann zu bedenken, der sich in der Schule im Sanitätsdienst engagiert und auch beim Aufbau und Betrieb des Schüler-Genossenschaft engagiert. „Er hat da den wichtigen Part der Buchhaltung übernommen,“ so Ricarda Thöne.

Blick in die Zukunft gerichtet

Als Preisträger der Dr. Hans Riegel-Stiftung steht David Murach auch die Aufnahme in deren so genannten „MINT-Tank“ offen. Dies ist ein Netzwerk von zurzeit rund 1.2000 ehemaligen Preisträgern, die an regelmäßigen und kostenlosen Veranstaltungen teilnehmen. So treffen sich die aktuellen Preisträger maximal ein Jahr später zur einer Orientierungs- und Einstiegsveranstaltung in ein Studium. Auch Einladungen zu so genannten, im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Akademien stehen ihm David als Preisträger offen. Hier gibt es Workshops, Vorträge und Exkursionen zu Forschungseinrichtungen aus dem Bereich der MINT-Fächer. Als Drittes und Letztes werden viertägige Seminare zu unterschiedlichen Schwerpunkten wie Neurowissenschaften oder Bioplastik offeriert.  

Dies alles sind Aussichten, die zu nutzen, sich David Murach sehr freut. Sein Studienplan: ein Informatik-Studium an der RTW Aachen.  

*“Deep Learning bezeichnet eine Methode des maschinellen Lernens, die künstliche neuronale Netze mit zahlreichen Zwischenschichten zwischen Eingabeschicht und Ausgabeschicht einsetzt und dadurch eine umfangreiche innere Struktur herausbildet. Es ist eine spezielle Methode der Informationsverarbeitung“. Quelle: Wikipedia

Info zum Dr. Hans Riegel-Fachpreis:
Der ehemaligen Mitinhaber des Süßwaren-Konzerns, Dr. Hans Riedel, ist Gründer der gleichnamigen Stiftung. Einmal im Jahr werden in den so genannten MINT-Fächern Preise für herausragende Facharbeiten in  Biologie, Mathematik, Physik, Chemie und Information vergeben. Deutschlandweit arbeitet die Stiftung mit 15 Universitäten, wie seit 12 Jahren mit der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, zusammen. Deren Professoren beurteilen die eingereichten Facharbeiten und vergeben in den genannten Kategorien je drei Preise. Ziel der Verleihung der Fachpreise ist es: „Der Wettbewerb um die Fachpreise ist Bundeglied zwischen den Schulen und Hochschulen der jeweiligen Region“. Weiter Infos, siehe: hans-riegel-stiftung.de.

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