Photovoltaik-Initiative will Bürger mitnehmen

Dr. Christian Untrieser (l.) und Marc Göckeritz. Foto: Thomas Peter

Marc Göckeritz, Peter Knitsch, Alexander Schulze (Grüne) und Christian Untrieser (CDU) haben sich Anfang des Jahres zusammengeschlossen, um gemeinsam den Ausbau der erneuerbaren Energien in Erkrath voranzutreiben.

Die vier verstehen sich als „Vorbereitungsteam“, das für klimafreundliche Stromerzeugung werben und demnächst auch selbst als Bauherr von Photovoltaikanlagen auf Erkrather Dächern tätig werden will. Wie im Juni angekündigt, hat es nun eine Auftaktveranstaltung für interessierte Bürger gegeben.

„Ich bin überrascht und erfreut, dass so viele Leute heute den Weg zu uns gefunden haben“, begrüßte Peter Knitsch den voll besetzten Frankenheimsaal im Kaiserhof. Klimaschutz sei in Erkrath kein ganz neues Thema, denn es gebe seit 2015 ein Klimaschutzkonzept und erst in diesem Jahr seien die städtischen Klimaschutzziele noch einmal verschärft wurden. „Woran es hapert, ist die Umsetzung“, resümierte Knitsch. Das Potenzial in Erkrath liege in der Photovoltaik, und da würden bisher erst etwa drei Prozent der möglichen Dach- und Freiflächen genutzt. Laut einer Potenzialanalyse des LANUV könnten bei voller Auslastung 70 bis 80 Prozent des Energiebedarfs in Erkrath durch Solarstrom gedeckt werden. „Jede Kilowattstunde, die durch Photovoltaik erzeugt wird, verdrängt eine Kilowattstunde aus Braunkohle“, sagt Christian Untrieser.

Als „Motivationsredner“ hatte die Initiative, die sich „Erkrath solar“ (Arbeitstitel) nennt, den Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien, Christian Mildenberger, gewinnen können. „Früher gab es in NRW wenige Großkraftwerke, heute versuchen immer mehr Bürger, ihren Strom umweltfreundlich selbst zu erzeugen. Wir merken jetzt alle: Da gibt es einen Wandel. Und wir können nicht auf die anderen warten“, sprach der Gast aus Düsseldorf. Das Problem seien nicht fehlende Bereitschaft in der Bevölkerung, sondern organisatorische und bürokratische Hürden. „Deshalb glaube ich, dass solche Initiativen wie die Ihre der Schlüssel sind“, so Mildenberger. „Ich bin in das Gelingen der Energiewende verliebt und möchte Sie ein bisschen anstecken“. Die Bürger bräuchten jetzt einen „Mutanfall“.

Bei der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass viele der Teilnehmer “in eigener Sache“ gekommen waren und sich vor allem dafür interessierten, wie sie eine Solaranlage aufs eigene Dach bekommen.  „Erkrath solar“ könne jedoch keine umfassenden Dienstleistungen wie die Stadtwerke oder „Greenpeace Energy“ anbieten, schränkten die Initiatoren ein. Sie hätten mehr die größeren Objekte wie öffentliche Gebäude, Fabrik- und Kirchendächer im Sinn. „Aber wir sollten auch die Privatkunden im Blick behalten“, versprach Peter Knitsch. Nun gehe es erst einmal darum, eine GbR zu gründen und das erste Dach zu bestücken. Mittelfristig solle die GbR in eine Energiegenossenschaft übergehen, in der sich jeder interessierte Bürger beteiligen kann. Die vier Initiatoren zeigten sich optimistisch: Man habe genug Kapital und kompetente Partner – jetzt fehlten nur noch die Dächer.

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