Old Harry und die Harleys

© Susann Krüll

Seit gut drei Monaten stehen immer wieder Harley Davidsons vor den Verkaufsräumen am Steinhof 26 in Erkrath. Einige Erkrather haben es schon entdeckt: Harald Armin Feit hat hier seinen Shop mit Reparaturwerkstatt für die edlen Maschinen aus den USA eröffnet.

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„Die Einweihungsparty wird im September nachgeholt“, verspricht der Unternehmer, der seinem Konterfei über  der Tür zwar sehr ähnelt, aber so gar nicht „old“ rüberkommt im Beratungsgespräch mit seinem Kunden. Dieser hat seine Harley neben Haralds Lieblingsmaschine geparkt und schaut begehrlich auf deren Fußrasten. „Die können wir an deine Maschine auch dran schrauben. Es dauert ungefähr zwei Wochen, bis die von unserem Lieferanten in Hamburg hier sind“, so der versierte Händler, der sein aktuelles wie alle vorherigen Bikes nach seinen Wünschen umgestaltet.

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Das gilt nicht nur für die Kult-Maschinen, mit denen man Filme wie „Easy Rider“ verbindet, sondern auch Feits zweite Motorrad-Liebe: die zu Kawasakis. „Mein erstes Motorrad war einen Kawasaki Z 200. Die hatte ich schon vor meinem Motorrad-Führerschein. Den habe ich erst mit 23 gemacht habe. Mein Vater hatte nachdrücklich klargestellt, dass er mir den auf keinen Fall bezahlen würde und auch den für Auto nicht, wenn ich ihn dennoch machen würde“, schmunzelt der Unternehmer, der seit 1997 Harley Davidson fährt. „Bei mir war es der Film ‚Terminator‘, in dem Arnold Schwarzenegger eine ‚Fat Boy‘ fährt. So eine habe ich mir dann gebraucht gekauft und seitdem fahre ich Harleys“, so der Unternehmer, der bereits von 2001 an zehn Jahre lang ein Geschäft mit Werkstatt für die Kultmaschinen aus den USA in Düsseldorf hatte. „Ich habe dann lange als Center-Manager einer Galerie an der Kö gearbeitet. Als ich dies Jahr in den vorzeitigen Ruhestand gegangen bin, habe ich gedacht: Und was nun? Klar war, dass ich auch keinen Fall zuhause rumsitzen wollte,“ erzählt der rührige Unternehmer.

Carsten Colter, Chef von Coltec Fenster- und Türen, lockte „Old Harry“ nach Erkrath

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Was lag da näher, als wieder in den Verkauf und das Reparatur- und Umbaugeschäft mit seinen favorisierten Zweirädern einzusteigen? Als Carsten Colter, mit dem er in seinen Zeiten als Manager des Einkaufscenters geschäftlich zu tun hatte, ihn anrief und von dem frei gewordenen Ladenlokal mit angrenzender Werkstatt berichtete, sei der Entschluss schnell gefasst gewesen: So sei es zur Shop-Eröffnung von „Old Harry’s“ in Erkrath vor etwa drei Monaten gekommen.

„Seitdem haben uns schon einige Kunden aus dem Ort und der näheren Umgebung ihre Maschinen zur Inspektion gebracht oder uns Umgestaltungswünsche ausführen lassen. Die führt mein Mechaniker nach Machbarkeit und im Rahmen von TÜV-Zulassung gern aus. Illegale oder Teile, die nicht abnahmefähig sind, verbauen wir nicht“, so Feit. Gerade haben sein Mechaniker und der Kunde, der sich für die Fußrasten von Feits Maschine interessiert hat, den Werkstatt-Rundgang abgeschlossen. Feit verabschiedet ihn mit Handschlag und begleitet ihn vor die Tür des Verkaufsraumes.

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Hier steht nicht nur das eine oder andere, zweirädrige Schätzchen verschiedenen Alters und Ausstattung. Er ist einladend und mit vielen Details, die original aus den USA stammen, sehr stylish gestaltet. Gerade hat Feit seine Werkzeug-Wand von zuhause im Geschäft an die Wand zur Werkstatt montiert. An einer Seite hängen fein säuberlich nach Größe sortiert die Zoll- und auf der anderen Seite die Zentimeter-Werkzeugschlüssel. Davor warte ein bis auf den Rahmen „entkleidete“ Kawasaki, mit Original-Teilen wieder aufgebaut zu werden. „Das ist mein aktuelles Projekt“, verrät der passionierte Schrauber mit leuchtenden Augen.

Neben der einen oder anderen Zweirrad-Rarietät gibt es auch ausgewählte Motorrad-Bekleidung und Helme

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„Wir haben uns auf spezielle Produkte fokussiert, denn unser Augenmerk liegt auf den Zweirädern. Kleidung und Helme sind nur ein ‚Nebenprodukt‘ für uns.“ So wird es wird demnächst Jacken von der Firma Bores geben, die alle nötigen Protektoren bieten, aber wie gewöhnliche Jacken daherkommen, z. B. im Holzfäller-Hemden-Optik. Bei Helmen hat sich der Firmengründer auf die Firma Bandit spezialisiert. „Ich verkaufe nur, was ich auch selbst benutze“, so der Harley-Fan, dessen Liebslings-Bike nicht geputzt wird, auch nicht nach Touren mit „den Jungs vom Club“.

Mit seinen Kumpeln ist er Ende Mai/Anfang zum Beispiel regelmäßig zum Motorrad-Treffen in Saalbach-Hinterglem, Österreich. „Die Maschinen lassen wir allerdings dorthin transportieren“, bekennt er. „Wir sind alle nicht mehr so versessen darauf, riesige Strecken am Stück abzureißen“, gibt er schmunzelt zu. Die erste Ausfahrt führe sie traditionell immer in eine bestimmte Eisdiele in Zell am See. „Das sind so 14 Kilometer. Wir lassen es halt langsam angehen und genießen die Umgebung“, grinst der Firmenchef und zeigt auf sein Firmen-Logo.

Kontakt: Old Harry’s, Steinhof 29, Tel. (02 11) 46855221. Die Website http://oldharry.de befindet sich im Aufbau. Die gleichnamige Facebook-Seite hält Aktuelles bereit. Immer mal wieder schauen, wann die offizielle Einweihung mit Catering von Sara Schramm in zum Food-Truck umgebauten US-Schulbus stattfinden wird.

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1 Kommentar

  1. Die Anwohner auf der Steinhofstrasse, Rathelbecker Weg und Schlüterstr. Sind von dem Motorrad Lärm extrem genervt! Gleich im Duzend knallen die lauten Motoräder hintereinander durch die Straßen! Ich bin total froh darüber, von dort verzogen zu sein und mir den Lärm nicht antun zu müssen.

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