Mehr als „nur“ Kino

Jens Rösel und Olli Henrich spielten ein Livestream-Konzert im Kino Mettmann/ Foto: TB

Kinobetreiber Thomas Rüttgers setzt auf Alternativkonzepte im Kinosaal.

Ein Live-Konzert in einem Kinosaal. Sowas haben Olli Henrich und Jens Rösel von der Band „Das Dynamische Duo“ auch noch nicht erlebt. „Eigentlich fällt es uns hier, mit den ganzen Sitzen im Hintergrund leichter, in Konzertstimmung zu kommen“, gibt Olli Henrich zu. Vor wenigen Wochen fand man den Wülfrather Musiker noch auf der „The Voice of Germany“- Bühne in Berlin. Nachdem er dort den zweiten Platz erzielen konnte, hielt sich der Musiker nicht mit einer langen Pause auf. Schon in der vergangenen Woche feierte er sein Lokal-Comeback auf der Bühne des Autokinos. „Das war eine ganz besondere Erfahrung und so richtig cool, als sich die Fans in den Autos „eingehupt“ haben“, so Henrich, kurz bevor er den Livestream im Kino startet.

Dieses Format ist auch für Thomas Rüttgers vom Weltspiegelkino in Mettmann neu. Im größten Kinosaal hat er extra eine Dauerbühne errichten lassen, die erste Reihe Sitzplätze musste dafür weichen. „Wir wollen Kino auf ganz unterschiedliche Weise erlebbar machen“, so Rüttgers, der gerne noch mehr Bands in seine Räume einladen würde. Doch dabei soll es nicht bleiben. Gerade in den nächsten drei Monaten, wenn das Kino noch nicht in seinen regulären Betrieb zurückkehren kann, hat Thomas Rüttgers Alternativkonzepte entwickelt. Darunter beispielsweise das „Privat Cinema“. „Je nach Hygieneverordnung kann der Kinosaal für private Vorstellungen mit mehreren Gästen gebucht werden. Dabei können gerne die eigenen Filme gespielt werden“, so Rüttgers. Ab 100 Euro geht eine solch private Kinoveranstaltung los. Der weitere Preis ist nach Personenzahl und Wochentag gestaffelt.

Kino als Hörsaal? Auch das ist in der Vorstellung Rüttgers durchaus möglich. Die einzelnen Schulen hat er bereits angeschrieben und versichert gleichzeitig, dass besonders die Luftqualität mit dem steten Luftaustausch in seinem Kino ganz hervorragend ist. „Die Kinosäle eignen sich auch für Eigentümerversammlungen oder Unternehmertreffen“, so der Inhaber, der selbst die Erfahrung gemacht hat, dass ein solches Treffen ohne eine geöffnete Gastronomie nicht funktioniert. Bewährt hat sich das „Popcorn to go“-Konzept. Und das soll auch in Zukunft fortgeführt werden. Jeden Freitag in der Zeit von 17-20 Uhr können Popcorn-Hungrige ihren Lieblingssnack im Kino abholen. Natürlich gibt es auch andere typische Kino-Leckereien, wie etwa Nachos samt cremiger Käsesoße.

Das Autokino in Erkrath läuft mit dem heutigen Tag übrigens vorerst aus. Eine Wiederaufnahme des Autokinos auf dem Parkplatz des Neanderbades im Frühjahr kann sich der Kinobetreiber aber sehr gut vorstellen. „Ganz besonders, wenn wir nur mit Auflagen öffnen dürfen. So haben wir mit dem Autokino in Erkrath zumindest noch die Möglichkeit, eine vierte Leinwand zu bespielen“, erklärt Thomas Rüttgers, der exemplarisch den neuen Bond-Film als eine solche Möglichkeit sieht. „Sollte der Film tatsächlich- wie aktuell noch angekündigt- im April starten, dann werden wir jede Leinwand benötigen.“

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