Heilig Abend: Gottesdienste im Autokino

Die Leinwand fungierte als Projektionsfläche/ Foto: Steffen Krüll

Am Heiligen Abend war das Autokino, das Thomas Rüttgers vom Weltspiegel-Kino auf dem Parkplatz des Neanderbades betreibt, Schauplatz für drei ökumenische Gottesdienste.

Gut 90 Autos kamen zu allen drei Gottesdiensten, die speziell für Familien um 15 Uhr und dann noch um 17 Uhr und 19 Uhr stattfanden. Die Evangelische Gemeinde Hochdahl und ihre Katholische Schwestergemeinde, St. Franziskus, hatten gemeinsam die Gottesdienste geplant. Pfarrer Christoph Biskupek und sein evangelischer Kollege Volker Horlitz hielten sie gemeinsam ab. Musikalisch unterstützen sie in der Familien-Messe der CVJM-Posaunenchor unter der Leitung von Sandra Feisel und dem Dirigenten Jan Andrees sowie der Kinderchor der Franziskus-Gemeinde, geleitet von Gemeindereferentin Heidi Bauer.

So hieß Pfarrer Christoph Biskupek zu Beginn besonders die Kinder zu „diesem außergewöhnlichen Gottesdienst“ willkommen, um sich dann an alle Anwesenden zu richten: „Ob Mann oder Frau, jung oder alt – wir sind alle eine Gemeinde.“

Leinwand diente als Projektionsfläche

Während der Posaunen-Chor „Tochter Zion“ intonierte, konnte man aus den Autos ebenfalls Gesang vernehmen. „Endlich wieder gemeinsam singen, auch wenn es im eigenen Auto statt in der Kirche ist. Das gehört zum Weihnachts-Gottesdienst einfach dazu“, freute sich Jutta Rühle-Distler, deren Sohn Leon als Mitglied des CVJM-Posaunenchors neben der Bühne mit dem Altar stand und mitspielte.

Für weihnachtliches Ambiente sorgten auch die auf der großen Leinwand eingespielten Bilder von Maria und Josef an der Krippe, die die Kommunionskinder und Grundschüler gezeichnet hatten. Und auch ein Weihnachtsbaum fehlte nicht.

Krippenspiel der Franziskus-Gemeinde sorgte für Hup-Konzert  

Schon vor Wochen war  Gemeindereferentin Heidi Bauer – wie auch ihren Kollegen in den anderen Erkrather Gemeinden –  klar, dass es Corona-bedingt kein „Live“-Krippenspiel geben werden könne. Eine engagierte Mitstreiterin für ihren Plan, das Krippenspiel als Videofilm zu produzieren, fand sie in Karin Blomenkamp, Leiterin des Naturschutzzentrums Bruchhausen. Diese sorgte als „Chef-Hirtin“ dafür, dass die dort lebenden Esel, Ziegen und Schafe bei den Dreharbeiten, oft mit Hilfe entsprechender Leckerlis,  ihre Rolle als vierbeinige Begleiter der Hirten willig mitspielten. Dank der hervorragenden zwei- und vierbeinigen Schauspieler entstand so ein beeindruckender Krippenspiel-Film. Corona-wegen wurde er erst im Nachhinein vertont und die meisten Szenen spielten draußen in den Gehegen am Naturschutzzentrum.    

Die Botschaft der Engel „Fürchtet Euch nicht“ und „Lasst Jesus in Eure Herzen“ machten die kleinen Schauspieler für die Zuschauer so anrührend erlebbar.

„Ausgebucht“ hieß es auch bei den Messen um 17 und 19 Uhr

Nach einer gut einstündigen Messe mit vielen Weihnachtsliedern  – wie „Oh-Du-Fröhliche“  zum Abschluss – ließen 90 Auto-Hupen der Begeisterung der Insassen freien Lauf, während auf der Leinwand Kinder die Zettel mit der Botschaft „Ein gesegnetes Weihnachtsfest …“ hochhielten, weihnachtlich zurechtgemacht mit roten Weihnachtsmützen, Rentier-Geweihen und mit Weihnachtsdeko im Bild.

„Das war ein wirklich toller Gottesdienst“, waren sich die sechsjährige Johanna und ihre zwei Jahre ältere Schwester Isabelle einig. Gemeinsam mit Mama Gloria waren sie zu diesem speziellen Kinder-Gottesdienst gekommen und freuten sich danach auf die Bescherung zuhause.

Streaming-Gottesdienst um 22 Uhr aus der Heilig-Geist-Kirche

Auch die Christ-Mette in der sonst bis auf den letzten Platz besetzen Heilig Geist Kirche konnte, wie alle anderen Weihnachts-Gottesdienste in den evangelischen und katholischen Kirchen Erkraths auch, in diesem Jahr nicht als Präsenz-Gottesdienst stattfinden. So hatte die Franziskus-Gemeinde kurzfristig beschlossen, sie auf YouTube zu streamen. Bis zu 150 Zugriffe, hinter denen sicher ein Vielfaches an „Gottesdienst-Besuchern“ im heimischen Wohnzimmer versammelt waren, konnte die Seite während der Übertragung verzeichnen.

Auch wenn es Pfarrer Christoph Biskupek anzumerken war, wie fremd ihm es war, eine Messe ohne die Anwesenheit der Gemeindemitglieder zu begehen, war es ihm sowie Gemeindereferentin Heidi Bauer, den beiden Messdienern, dem Organisten und den Technikern in der Kirche eine Herzens-Angelegenheit, „die Frohe Botschaft zu Ihnen zu bringen, wenn Sie nicht wie sonst in bei uns in der Heilig-Geist Kirche dabei sein können“.  

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