Für gute Musik ist man nie zu alt

Michael Rasch, Georg Preuß und Dietmar "Diddy" Pfau sind die Three Neander Tailors Foto:tb

Freitagmorgen, 11 Uhr. Am Sandträger Weg in Düsseldorf ist die Welt längst erwacht, er herrscht geschäftiges Treiben. Der „Bunker“ mit der Hausnummer 11 liegt inmitten dieser Stadtteilidylle. Doch der Schein trügt. Während das Gebäude einen rohen und stillen Betoncharme versprüht, wird im Inneren ordentlich gewirbelt. Schon im Hausflur sind die Klänge der Band „Three NeanderTailors“ zu hören. Michael Rasch, Georg Preuß und Dietmar „Diddy“ Pfau können proben, während ein Großteil der Bevölkerung der Arbeit nachgeht.

Denn die drei Herren sind allesamt im Ruhestand. „Ruhe“ sucht man bei den Musikern allerdings vergebens, denn mit der arbeitsfreien Zeit wurde die Leidenschaft zur Musik bei den Freunden, die aus Erkrath und Düsseldorf stammen, wieder neu entfacht. Beinah drei Jahre spielen sie nun zusammen. „Und haben uns in der Zeit stets weiterentwickelt“, ist sich Georg Preuß sicher, der damals den Anstoß zu der Band lieferte. Mit einem Geschenkgutschein für die Düsseldorfer Musikakademie von der „besten Ehefrau der Welt“ fing alles an. Und so sollte aus den Übungsstunden schnell eine „echte“ Band entstehen.

Diese Anfänge sind längst Geschichte, mittlerweile trifft man die Musiker bis zu zehn Stunden in der Woche in ihrem Proberaum im Bunker an. Mehrmals sind sie innerhalb der imposanten Immobilie umgezogen. „Erst haben wir uns den Raum mit anderen Bands zu Untermieter geteilt, waren mal in der zweiten Etage und haben unser Domizil jetzt in der ersten Etage gefunden“, verrät Dietmar Pfau. Er ist es auch, der fleißig die Werbetrommeln für die Band rührt. Neun Auftritte hatten die Three Neander Tailors in diesem Jahr, die nächsten Gigs für 2020 sind bereits gebucht und fest im Veranstaltungskalender verankert. „Sie finden allerdings alle im Düsseldorfer Raum statt“, verraten die Musiker, die sich Auftritte auch auf Kreisebene wünschen würden. „Es ist, trotz aller Werbung, sehr schwer bei größeren Festen wie dem Mettmanner Blotschenmarkt oder dem Erntedank- Fest in Erkrath, Fuß zu fassen“, wissen die Herren.

Im Bunker am Sandträger Weg haben die Three Neander Tailors seit zwei Jahren einen Probenraum
Fototb

Dabei hätten es die Veranstalter mit der Band recht einfach. Licht- und Musikanlage- alles liegt vor. Und rund 70 Songs haben die Musiker auch im Repertoire. Echte Größen der Rock- und Bluesgeschichte. „Sogar Stücke aus der Metall- und Funkecke haben wir im Angebot“, ergänzt Georg Preuß. Jedes der einstudierten Lieder trägt eine ganz eigene Note, wie ein roter Faden der sich durch die Stücke der Musiker zieht. „Natürlich sind die Lieder allesamt unverkennbar, trotzdem wollen wir uns in den Liedern auch wiedererkennen“, erklärt Dietmar Pfau.

Und mit der Zeit, so sind sich die Musikfreunde sicher, wurde aus dem bloßen „Lied einstudieren“ ein professionelles Hobby. Mit eigenem Anspruch und viel Leidenschaft. Morgen kann man die Band übrigens zum wiederholten Mal in Toni’s Unterbacher Treff antreffen. Ab 20 Uhr- unmittelbar nach dem Ende des Unterbacher Lichterfestes- spielt das Trio für die Besucher. Der Eintritt ist kostenfrei, gute Laune wird vorausgesetzt.

Wissenswertes: Mehr zu der Band unter www.three-neander-tailors.de.

Bis zu zehn Stunden verbringen die Musiker in ihrem Probenraum
Foto:tb

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