Franziskus-Hospiz beginnt mit ambulanter Kinder- und Jugend-Hospiz-Arbeit

Franziskus Hospiz

Symbolbild/ Quelle: www.istockphoto.com

Schon Mitte Januar 2021 soll losgehen: Das Franziskus-Hospiz Hochdahl erweitert sein Aufgabenfeld um einen wichtigen Teil.

Es startet mit einem ambulanten Kinder-und Jugend-Hospiz-Beratungsdienst (KHD), um die betroffenen Familien in der Region kompetent zu unterstützen. Für Hospizleiterin Silke Kirchmann eine Herzensangelegenheit: Die Mutter von fünf Kindern hat das Wuppertaler Kinder- und Jugendhospiz mit aufgebaut und weiß um die besonderen Nöte und Ängste von Familien mit schwerkranken Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass für diese Aufgabe haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen eigens und intensiv geschult werden müssen. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Kollegin Kornelia Smailes, die ebenfalls gut 15 Jahre Erfahrung in der Kinderhospizarbeit hat, macht sie sich jetzt schon für die Weiterbildung im Kinderhospizbereich stark.

Diese Arbeit erfordert großes Fingerspitzengefühl: Eltern, deren Kinder sterben, haben auf den verschiedensten Ebenen Herausforderungen zu meistern: Gesunde Geschwisterkinder müssen in einer solchen Lebenssituation auf eigene Bedürfnisse bisweilen verzichten. Wie soll es da gelingen, die Balance innerhalb der Familie zu halten? Sie sind in vieler Hinsicht belastet bzw. überlastet: Die Konzentration der Eltern ist über einen langen Zeitrahmen an das erkrankte Kind gebunden. Ein Elternteil muss in der Regel seinen Arbeitsplatz aufgeben, um die Versorgung des Kindes abzusichern. Familie vereinsamen nicht selten, die Belastung und die Herausforderungen schaffen eine Distanz zu anderen Familien mit gesunden Kindern. Wo und wie finden Familien das nötige Knowhow, um in dieser Situation das Richtige zu tun? Das sind alles Fragen, auf die das Franziskus-Hospiz künftig hilft, individuell angemessene Antworten zu finden.

„Die Kinder- und Jugendhospizarbeit ist eine Lebensbegleitung“, berichtet Kornelia Smailes. Die 60jährige Kinderkrankenschwester und Familientrauerbegleiterin weiß genau, wie schwerstkranke junge Menschen „ticken“: „Kinder sind Pfützenspringer, d.h. von einem Moment ungetrübter Spiellaune kann es schnell wechseln hin zu ernsten traurigen Dingen – wie den Fragen nach Sterben und Tod. Selbstverständlich werden unsere ehrenamtlichen BegleiterInnen darauf sorgfältig vorbereitet“, betont die Wuppertalerin. Die betroffenen Familien werden zumeist über mehrere Jahre hinweg begleitet. „Es kommt vor, dass daraus ein ganzes Jahrzehnt wird“, sagt Kornelia Smailes. Die Begleitung der Familien hat viele Facetten. Sie umfasst neben der Begleitung lebensverkürzt erkrankter Kinder auch die Unterstützung bei Anträgen, um Hilfsmittel zu beschaffen, und jede Menge Netzwerkarbeit, um die Angebote in der Region besser zu verzahnen. Eine sehr anspruchsvolle Arbeit, die gute Unterstützung verlangt. „Um unseren neuen Arbeitsbereich zu etablieren, sind wir besonders auf Spenden angewiesen“, betont Hospizleiterin Silke Kirchmann.

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