Familiengottesdienst für Zuhause

Die 12-jährigen Zwillinge Emily und Madelaine spielen im Gottesdienst das Ehepaar Karin und Rainer/ Foto: TB

Die Evangelische Kirchengemeinde Erkrath schafft kreative Alternativen zum Weihnachtsgottesdienst.

Karin und Rainer unterhalten sich über das Weihnachtsfest. „Irgendwie ist es jedes Jahr das Gleiche“, ist sich das Paar sicher. Und während Rainer genüsslich einen Schluck Weißwein genießt, räumt Ehefrau Karin schon die Reste der Geschenkeschlacht weg. Doch halt: Ist es in diesem Jahr nicht anders als sonst?

Diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch den Familiengottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Erkrath, der in diesem Jahr ausschließlich über das Internet ausgestrahlt wird. Und noch was ist neu: Nicht Pfarrerin Gisela Kuhn steht im Fokus des Altarraums, sondern gleich sechs Mädchen der Donnerstagsgruppe der evangelischen Jugendarbeit. Leiterin Nicole Förster hat sich gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen für einen kreativen Alternativgottesdienst ausgesprochen. Corona-konform und mit ganz viel Abstand. Das Ergebnis hält Überraschungen für jede Generation bereit.

Natürlich sind auch Karin und Rainer nicht echt und werden in Wirklichkeit von den 12-jährigen Zwillingen Madelaine und Emily verkörpert, die das rund zehnminütige Szenenstück für die Kamera zum Besten geben. Das gut 30-minütige Gottesdienstvideo kommt unkonventionell daher, Fürbitten und Lesungen stammen allesamt von den Kindern. Und die haben sich auf Grund der besonderen Situation richtig was einfallen lassen. Beispielsweise ein „Fünf-Punkte-Programm“ für ein entspanntes Weihnachtsfest. Das wird im Wechselmodus von den anwesenden Mädchen vorgetragen und besagt letztlich, dass weniger auch durchaus manchmal mehr ist.

Selina begrüßt die Gäste souverän/ Foto: TB

Diesen Ansatz nehmen die kleinen Schauspieler auch mit in die heimischen vier Wände. „Denn ich feiere in diesem Jahr nur mit meinen Eltern“, erklärt die zehnjährige Selina, die gemeinsam mit Pfarrerin Gisela Kuhn die Eröffnung übernimmt. Souverän führt die Schülerin die Zuschauer zu Beginn des Gottesdienstes in die folgende Vorführung ein. „Ich hab auch schon in der Grundschule geschauspielert und wenn der Text nicht zu lang ist, dann kann ich ihn gut auswendig lernen“, ist sich Selina sicher.

Um die Abstands- und Hygienemaßnahmen einzuhalten, lassen sich innerhalb der sechs jungen Teilnehmerinnen gleich zwei Geschwisterpaare finden. „So konnten zumindest diese Mädchen zusammenstehen“, erklärt Nicole Förster, die vor dem offiziellen Videodreh am kommenden Sonntag jede Minute zum Üben einplant. Das fertige Gottesdienstvideo wird übrigens an Heiligabend bereits in den Morgenstunden auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde Erkrath hochgeladen, sodass jede Familie selbst entscheiden kann, ob und wann sie sich den Film angucken. Dass sich diese Online-Variante in Zukunft immer mehr bewähren wird, dessen ist sich Pfarrerin Gisela Kuhn sicher. „Die Botschaft können wir in die Wohnzimmer transportieren und hoffen, dass die Atmosphäre nicht zu sehr fehlt.“

Ein aktives “Vater unser”. Mitmachen erwünscht!/ Foto: TB

Und das gibt es noch in der Evangelischen Kirchengemeinde:

  1. An Heiligabend wird ab 16 Uhr ein ökumenischer Weihnachtsgottesdienst mit den Geistlichen der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinde sowie der Treffpunkt Leben- Gemeinde auf den Internetseiten der Gemeinden veröffentlicht.
  2. An der evangelischen Kirche in Erkrath an der Bahnstraße entsteht derzeit eine Outdoor-Krippe. Kinder können sich aus dem Briefkasten an der Kirche eine Holzfigur herausnehmen, diese bunt bemalen und der Krippe beifügen. Bis Weihnachten wird die Krippe auch immer wieder durch große Figuren ergänzt.

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