Erste FFF-Demo zählt rund 100 Teilnehmer

Rahel Bott führte die Demo mit ihrem Sprechgesang an Foto:tb

Gut drei Wochen hat sich die „Fridays for Future“- Ortsgruppe Erkrath auf ihre erste Demo vorbereitet. Pünktlich zum Nikolaustag war es endlich soweit. „Rahel Bott, Delegierte des hiesigen FFF-Zusammenschlusses, zeigte sich von der Resonanz positiv überrascht. „Trotz Regen nehmen etliche Jugendliche und Erwachsene an unserer Demo teil“, freut sich die Gymnasiastin.

Und in der Tat, von den 150 angemeldeten Teilnehmern kamen rund 100 Personen. Los ging es am ehemaligen Postparkplatz an der Bismarckstraße. Von dort aus rückte die Truppe mit lauten Protestrufen bis zum Rathaus vor. „Wir möchten Bürgermeister Christoph Schultz anlässlich des heutigen Nikolaustages eine symbolische Rute überreichen“, so Rahel Bott, die somit auf die lokalen Klimaziele hinweisen wollte. Doch trotz lauten Rufen und weihnachtlichen Klimaliedern zeigte sich Bürgermeister Schultz den Demonstranten nicht . „Das ist für uns sehr enttäuschend“, verrät die Delegierte, die nach einem Austauschgespräch vor wenigen Wochen zwischen FFF Erkrath und Christoph Schultz mit einem guten Gefühl in die Zukunft gestartet ist.

Nach kurzer Zwischenkundgebung ging es für den Demozug unbeirrt weiter über die Bahnstraße in Richtung Morper Allee und weiter über die Kreuzstraße zum Bavierplatz. Immer wieder forderten die Demonstranten durch lautstarke Parolen eine Kehrtwende der Klimapolitik, forderten weniger Autos auf Erkraths Straßen und riefen- mal auf Deutsch, mal auf Englisch- nach globaler Klimagerechtigkeit. Der 13jährige Marek, Schüler des Gymnasiums am Neandertal, hat schon an Demos in Düsseldorf teilgenommen. „Ich finde es klasse, dass wir endlich auch in Erkrath eine Demonstration organisiert haben“, so der Schüler, der sich für den Nikolaustag nach eigenen Angaben „selbst frei gegeben hat“. Von den demonstrierenden Mitgliedern war rund die Hälfte jugendlich. Neben Vertretern verschiedener Fraktionen und Vereinen nahmen auch etliche erwachsene Privatbürger an der Demo teil. „Eigentlich ist es schade, dass nicht mehr Jugendliche auf die Straße gegangen sind“, äußerte sich eine Dame mit Blick über die Zugreihen. „Ich hätte meine Kinder darin bestärkt, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.“

Am Bavierplatz angekommen ließen sich abschließend noch gut 30 Teilnehmer zur finalen Kundgebung zählen. Rahel Bott formulierte in ihrem Wortbeitrag nochmals die globalen Klimaziele, fasste aber auch Wünsche für ihre Stadt zusammen: „Der Ausbau des Radwegenetzes, verbesserte Fahrzeiten des Öffentlichen Nahverkehrs und die Bepflanzung freier Flächen“, verlangte die junge Initiatorin. Dass es in Zukunft weitere Demonstrationen in Erkrath geben wird, dessen zeigte sich die Klimaaktivistin zuversichtlich. „Zunächst werden wir diese Demo Revue passieren lassen und uns dann an die Planung für die nächste Demo setzen.“

Wissenswertes: Die Demonstration war nicht die erste Aktion der Ortsgruppe, die sich Mitte des Jahres gegründet hat. Im Oktober veranstalteten die Jugendlichen eine “Müll-weg-Tag”, kurze Zeit später pflanzten die Schüler Bäume. “Wir wollten erst auf uns aufmerksam machen, bervor wir auf die Straße gehen”, versicherte Rahel Bott.

+++ Update +++

Eines Kommentars des Bürgermeisters in einer Facebook-Diskussion ist zu entnehmen, dass er sich wegen eines Termins verspätet hatte und deshalb nicht rechtzeitig vor dem Rathaus war. Eine Übergabe sei indes nicht abgesprochen gewesen, so dass er davon nichts ahnte.

Aufgrund der stattfinden Diskussion in Facebook hier noch einmal der Hinweis darauf, dass die Schätzung der Teilnehmer vor Ort nicht die Schätzung der Autorin, sondern die der Polizei ist.

2 Kommentare

  1. Ein guter Anfang!
    Fridays for Future macht sichtbar, dass Klimaschutz auch vor Ort gemacht werden kann und muss.
    Das in Paris verbindlich vereinbarte 2-Grad-Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle mitmachen – jede Stadt und jedes Dorf!
    Dabei darf man diese Aufgabe nicht auf die Schultern der einzelnen Menschen ablegen (nach dem Motto “Lass das Auto stehen, etc.”), sondern es braucht strukturelle Vorgaben seitens der Politik.
    Konkret braucht es für Erkrath einen Plan bis wann und wie in unserer Stadt CO2-Neutralität erreichen sein wird – analog und in Einklang zu den Vorgaben der Bundespolitik.

  2. Toll, dass sich auch in Erkrath so viele Menschen aufgemacht haben, um sich für das Klima einzusetzen! Habe von der Nordsee aus mitgelesen… Und hier beschlossen, zukünftig keinen Fisch mehr zu essen, der nicht aus vom WWF mit “grün” gekennzeichnet ist. Fleisch ist schon seit über 30 Jahren gestrichen, und ich vermisse nichts!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*