Erst bestohlen, dann beschenkt

Haben kurzerhand "Heinzelmännchen" gespielt und neue Kupferrohre am Hospiz montiert: Syla Zabeli und Tobias Wagemann (rechts und mitte). Eine große Freude, auch für Pressesprecher Gerd Michalek (links) Foto:tb

„Wer macht denn sowas?“ Mit dieser Frage mussten sich die Mitarbeiter des Franziskus- Hospizes in Trills in diesem Jahr auseinandersetzen. Unbekannte Diebe entwendeten in einer Nacht- und Nebelaktion im September die Kupferrohre von der Außenfassade des Gebäudes.

„Dies geschah bereits zum zweiten Mal“, erinnert sich Pressesprecher Gerd Michalek. Kurzerhand startete er einen Aufruf in den sozialen Medien, der eine Welle der Hilfsbereitschaft nach sich zog.

„Wir haben im Internet von dem Vorfall gelesen und unsere Hilfe angeboten“, erinnert sich Syla Zabeli vom gleichnamigen Erkrather Sanitär- und Heizungstechnikbetrieb „Wagemann und Zabeli“. Und so wurde aus dem Angebot im Oktober ein Arbeitseinsatz. Unentgeltlich versteht sich. „Denn wir wollten dem Ort, an dem in der Regel wenig gelacht wird, etwas schenken“, so Syla Zabeli weiter.

In vier Arbeitsstunden erneuerte er gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Wagemann die beiden entwendeten Kupferrohre. Diese waren unachtsam von den dreisten Dieben abgerissen worden. Ein günstigeres Material kommt an der Stelle leider nicht in Frage. „Denn die Rohre, die von der Dachrinne aus in Richtung Boden verlaufen, sind auch gleichzeitig die Blitzableiter für das Haus“, verraten die Fachmänner.

Immer mal wieder erfahren die beiden Unternehmer von solchen Diebstählen. „Meist kommen Kupferrohre jedoch auf Großbaustellen weg. Sowas haben wir auch noch nicht erlebt“, ist sich Tobias Wagemann sicher, der sich ebenso wie sein Kollege Syla Zabeli auch an anderer Stelle im Stadtgebiet engagiert. „In diesem Jahr spenden wir Erkrather Kindergärten Tannenbäume. Zudem sind wir beide Fahrer im Bürgerbusverein.“

Für Gerd Michalek gleicht die Hilfe der beiden Handwerker den Heinzelmännchen- Erzählungen. „Plötzlich war alles wieder in Ordnung.“ Und aus der Nachbarschaft gab es gleich noch eine weitere Überraschung. „Eine Nachbarin hat uns auf den Schreck hin einen Kuchen gebacken. Auch dafür nochmal ein herzliches Dankeschön.“


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