Düsseldorf | Querdenker und andere Demonstranten

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Angekündigte rechte Demo führte zu einer Gegendemo. Foto: Sebastian Hansen

Der 1. Mai wurde in vielen Städten nicht nur für Maikundgebungen genutzt. In Düsseldorf haben erneut Querdenker demonstriert und rechte Demonstranten hatten gleich für Dortmund, Essen und Düsseldorf Demos angemeldet und traten eine ‘Rundreise’ an, die zu Gegendemos herausforderte.

Für die Polizei ist der Feiertag wohl eher ausgefallen, denn neben den traditionellen Maikundgebungen waren viele Demonstranten unterwegs. Auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf war wieder einiges los. Die Querdenker hatten unter dem Motto ‘Friede, Freiheit, Selbstbestimmung’ für 15 Uhr zu einer Demo auf dem Corneliusplatz aufgerufen, die aber an diesem Sonntag offensichtlich nur einer kleiner Nebenschauplatz war. Bereits am Vormittag waren rechte Demonstranten mit Redebeiträgen in Dortmund unterwegs und fuhren anschließend nach Essen weiter. Überall auf dem Weg gab es Gegenproteste. Auch in Düsseldorf wurden die rechten Demonstranten erwartet und das Bündnis ‘Düsseldorf stellt sich quer’ hatte unter dem Motto ‘In Düsseldorf ist kein Platz für rechte Hetze und Neonazis! Der 01. Mai bleibt nazifrei!’ zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Angemeldet waren maximal 150 Gegendemonstranten, die laut dem Twitter-Kanal ‘Infozentrale‘ gegen etwa 14.30 Uhr erreicht war. Im späteren Verlauf sollten es noch deutlich mehr werden.

Etwa gegen 16 Uhr trafen die rechten Demonstranten, die zuvor in Dortmund und Essen waren, am Düsseldorfer Hauptbahnhof ein. Dort wurden sie bereits von der Polizei und von Gegendemonstranten, die seit 14 Uhr auf ‘den rechten Zug’ warteten, erwartet. Aber die aus Essen kommenden rechten Demonstranten verließen den Bahnhof gar nicht erst, sondern begaben sich gesammelt in die U-Bahn Richtung Tonhalle. Die linke Gegendemonstrantengruppe, die Augenzeugenberichten zufolge auf etwa 500 angewachsen war, machte sich zu Fuß auf den Weg quer durch die Stadt, auf der Suche nach den rechten Demonstranten. Auf der Facebook-Seite von ‘Düsseldorf stellt sich quer‘ schrieben sie dazu “Die Polizei wollte heute ein großes Geheimnis- und Naziversteckspiel ausprobieren. Bis zum Schluss wollte man uns nicht mitteilen, wo der Demonstrationszug der Partei ‘Die Rechte’ verlaufen sollte.” Weiter heißt es dort: “Doch der Versuch der Düsseldorfer Polizei den Naziaufmarsch ohne Störungen und Protest in Hör- und Sichtweite stattfinden zulassen scheiterte. Die geplante Route der Faschos von der Tonhalle über die Heinrich-Heine-Allee zur Rheinkniebrücke und dann linksrheinisch zurück zur Oberkasseler Brücke konnten wir verkürzen. Am Graf-Adolf-Platz war für die Nazis Schluss.”

Die auf den verschiedenen Kanälen veröffentlichten Bilder der rechten Demos in Dortmund, Essen und Düsseldorf lassen aufgrund der Banner darauf schließen, dass es sich bei den rechten Demonstranten – anders als die Gegendemonstranten mutmaßten – um Mitglieder der NPD handelte. Auf etwa 200 Teilnehmer schätzten Augenzeugen die Gruppe der rechten Demonstranten ein. Am Burgplatz kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und linken Demonstranten, von denen einige festgesetzt wurden.

Erst um 19 Uhr endete die rechte Demo. Die Demonstranten wurden von der Polizei in der Straßenbahn wieder Richtung Hauptbahnhof begleitet, berichtete der Twitter-Kanal ‘Infozentrale’. Dort war auch zu erfahren, dass es noch eine weitere kleine Demo gab: “Unter dem Motto ‘Ausganssperre Blanker Hohn !!!’ haben sich auf dem Johannes-Rau-Platz in Düsseldorf ca. 30 Personen rund um die Corona-Rebellen versammelt.”

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