Corona-Infizierte im Rosenhof Hochdahl

Foto: Rosenhof Hochdahl

Trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen sei es zur Infektion gekommen, informiert die Betreibergesellschaft.

Der Rosenhof ist kein Einzelfall. Im gesamten Kreis, sogar im gesamten Bundesgebiet, sind in den letzten Monaten zahlreiche Senioren- und Pflegeheime betroffen gewesen. Nicht zuletzt deshalb hat man die Einrichtungen bei den laufenden Impfungen in die erste Gruppe eingeordnet.

“Trotz höchster Sicherheitsstandards hat die Corona-Welle nun auch einige Bewohner und Mitarbeiter der Rosenhof Seniorenwohnanlage
in Hochdahl getroffen. Gleich nach Bekanntwerden der ersten Infektionsfälle vor knapp drei Wochen haben wir im engen Schulterschluss mit den Gesundheitsbehörden harte Maßnahmen eingeleitet, um eine weitere Ausbreitung des Infektionsgeschehens zu stoppen”, äußert sich die Betreibergesellschaft des Rosenhofs zum Ausbruch.

Aktuell sind 32 Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv getestet. Die Mehrzahl hat nur leichte Symptome. Sechs Bewohner befinden sich im Krankenhaus. Ein 74-jähriger Bewohner musste bereits am 1. Weihnachtstag stationär behandelt werden und verstarb am 27. Dezember 2020. Die Pflegestation sei bisher nicht betroffen, heißt es von der Betreibergesellschaft.

Erste Fälle vor Weihnachten

Die ersten Infizierten hatte man im Rahmen einer routinemäßigen Schnelltestung am 23. Dezember 2020 entdeckt. Eine Mitarbeiterin des ambulanten Pflegedienstes und eine Bewohnerin des Appartement-Wohnbereichs hatten sich infiziert. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt hatte man die beiden Infizierten und ihr gesamtes Umfeld sofort unter Quarantäne gestellt.

In der Wohnanlage gab es strikte Verhaltensregeln. Alle Mitarbeiter trugen FFP2-Masken. Speisen und Getränken wurden den Bewohnern nur noch direkt in die Appartements gebracht. Im Abstand von drei Tagen wurden alle Bewohner und Mitarbeiter durchgetestet. Seit dem ersten Auftreten mussten sich auch alle Besucher einem Schnelltest unterziehen. So sollte das Infektionsgeschehen eingedämmt werden. Dennoch kam es zu weiteren Infektionen.

„Der Grund dafür liegt häufig in einem allzu leichtfertigen Verhalten Einzelner“, sagt André Aue, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rosenhof Seniorenwohnanlagen. Obwohl immer wieder darauf hingewiesen werde, Kontakte außerhalb der Seniorenwohnanlagen möglichst zu vermeiden, würden sich nicht alle daran halten. Auch in dem Haus in Hochdahl, so Aue weiter, hätten sich in den vergangenen Tagen einzelne Bewohner außerhalb des Hauses mit einer größeren Gruppe externer Personen getroffen. Dabei sei es offenkundig zu Ansteckungen
gekommen.

Entdeckt wurden diese Infektionsfälle am 30. Dezember 2020 im Rahmen von Schnelltests. Um diese positiv getesteten Fälle zu verifizieren, bat das Management des Rosenhofes das Gesundheitsamt um Unterstützung, welches dann am 7. Januar PCR-Reihentests durchführte. Alle positiv getesteten Bewohner wurden umgehend isoliert, deren Kontakte ermittelt und Personen aus dem Umfeld unter Quarantäne gestellt. Nochmals verschärfte man die Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Dazu gehörte auch die Entscheidung des Managements der Betreibergesellschaft vorübergehend das Besuchsrecht für den Wohnbereich auszusetzen. „Wir tun alles Menschenmögliche und ziehen alle Register, um Bewohner und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Das einer unserer Bewohner im Krankenhaus mutmaßlich an Corona verstorben ist, macht uns sehr betroffen. Unsere Gedanken sind bei dem Verstorbenen und seinen Angehörigen“, äußert sich Geschäftsführer Aue zum Geschehen.

Erneute PCR-Reihentests

Heute, am 14. Januar, soll ein weiterer flächendeckender PCR-Reihentest Gewissheit darüber bringen, ob eine weitere Ausbreitung verhindert werden konnte und die Isolation einzelner Personen wieder aufgehoben werden kann. Bis die Ergebnisse vorliegen, können einige Tage vergehen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir kurz berichten.

Der Rosenhof in Hochdahl gehört zu einer bundesweit tätigen Kette, die seit 50 Jahren exklusive Seniorenwohnanlagen betreibt. Das Haus wurde 1978 eröffnet und verfügt über 243 Appartments sowie 45 Pflegeplätze. Derzeit werden hier von 170 Mitarbeitern rund 300 Bewohner betreut. Bereits im Februar 2020 hatte der Rosenhof seine Hygienemaßnahmen mit Blick auf die sich ausbreitende Pandemie in allen Häuser deutlich erweitert
und Notfallpläne erstellt.

Teile diesen Artikel mit anderen
Wir möchten, dass alle Menschen Zugang zu Informationen haben und teilhaben können.
Mit den untenstehenden Buttons könnt Ihr unsere Artikel deshalb in die verschiedenen Netzwerke teilen, sie per Email weiterleiten oder auch Drucken und als PDF speichern.


Du liest erkrath.jetzt gern und regelmäßig?

Unabhängiger Journalismus kostet Zeit und Geld. Unterstütz uns mit einer Spende, einmalig oder regelmäßig, auf unser Konto, über betterplace.org oder Paypal. Vielen Dank!

Auf unser Konto spenden:

Freie Journalisten eG
IBAN: DE23 3406 0094 0002 0516 39

Spenden kannst Du auch über betterplace.org oder via Paypal

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.

3 Kommentare

  1. Die allgemeine Situation ist nach wie vor belastend und beunruhigend und lässt insbesondere die Frage aufkommen, wie es um die rettenden Impfungen im Rosenhof Hochdahl steht!
    Hoffentlich steht der Rosenhof mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Kontakt und kann zeitnah entsprechende Informationen an Bewohner und Angehörige weitergeben. Es ist allerhöchste Zeit!

  2. Freut mich, dass wir mit dem Bericht gut informieren konnten. Wenn die Ergebnisse der Testungen vorliegen, werden wir noch einmal ein Update veröffentlichen. Hauptsache, Sie waren nur in Quarantäne, sind aber gesund.
    Herzlichen Gruß
    Ria Garcia

  3. Herzlichen Dank für den Bericht. Obwohl ich auch als betroffener Angehöriger in Quarantäne war, habe ich sehr viel Neues erfahren und einige Dinge wurden auch anders dargestellt.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*