Bürgerwünsche zum Jahreswechsel

Marlene und Peter Svensson wünschen sich mehr Ruhe in der Politik, eine größere Einkaufsvielfalt am Hochdahler Markt und einen Bürgerbus in der Willbeck Foto:tb

Der Jahresanfang birgt jährlich eine Vielzahl an neuen Wünschen für die bevorstehenden 12 Monate. Doch was wünschen sich die Erkrather im kommenden Jahr für ihre Stadt? Wir haben nachgefragt und sind auf ganz unterschiedliche Wünsche in der Bevölkerung gestoßen:

Mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl wünschen sich Marlene und Peter Svensson beispielsweise mehr Ruhe in der Politik. „Mehr Verständnis füreinander und dass die Fraktionen besser aufeinander eingehen. Das wäre unser Wunsch für 2020“, so das Hochdahler Paar. Doch die Wunschliste der Beiden reicht noch weiter. „Ein Bürgerbus in Hochdahl wäre toll. Wir wohnen in der Willbeck und für uns ist es schwer in die Stadt zu kommen. Auch einige unserer Nachbarn haben auf Grund ihres Alters dasselbe Problem“, verrät Marlene Svensson, die sich sicher ist, dass ein solcher Bus in Hochdahl von Erfolg gekrönt wäre. „Dafür würde ich mich auch persönlich einsetzen.“ Mit Blick in Richtung Hochdahler Markt fällt Familie Svensson noch ein weiterer Wunsch ein. „Ein Textilgeschäft fehlt hier spürbar“, ist sich Peter Svensson sicher.

Ein Wunsch, der auch auf der Wunschliste von Familie Lehnhoff zu finden ist. „Die Vielfalt auf dem Hochdahler Markt fehlt ganz einfach. Wir fänden beispielsweise einen Spielwarenladen toll“, so das Paar, welches für die Weihnachtseinkäufe nach Hilden gefahren ist. „Oder wir kaufen die Sachen im Internet. Dabei würden wir das Angebot viel lieber vor Ort nutzen.“ Überhaupt, so sind sich Gabi und Heinz Lehnhoff sicher, könnte man den Hochdahler Markt viel öfter mit Leben füllen. „Wir wünschen uns mehr Feste. Aber nicht solche, die nur aus gastronomischen Buden bestehen. Früher hat sich die Werbegemeinschaft für solche Veranstaltungen eingesetzt“, erinnert sich das Paar. „Zum Beispiel ein Handwerkermarkt oder ähnliches wäre wünschenswert.“ Ein weiteres Ärgernis, das im kommenden Jahr gerne der Vergangenheit angehören könnte, ist für die Familie die Diskussion um die Neanderhöhe. „Warum baut man dort ein neues Gewerbegebiet, wenn in Unterfeldhaus so viel Leerstand herrscht. Hier müsste die Politik tätig werden und aktiv mit dem Eigentümern das Gespräch suchen.“

Sven und Jessica Fröse wünschen sich für ihren Sohn Milan einen tollen Abenteuerspielplatz
Foto:tb

Etwas andere Wünsche haben Jessica und Sven Fröse. Das Glück des jungen Paares wurde vor neun Monaten mit der Geburt des Sohnes Milan perfekt. „Wir wünschen uns in unserer Stadt mehr Spielplätze“, verraten die Beiden und meinen damit richtige Abenteuerflächen. „Holzhäuser zum drauf rumklettern und weitere spannende Spielgeräte wären schön“, so das Paar.

Für Svenja und Marc Arnemann, die selbst vier Kinder haben, steht bezahlbarer Wohnraum ganz oben auf der Wunschliste. „Damit meinen wir nicht, dass es mehr Sozialwohnungen geben soll. Der Wohnraum sollte insgesamt erschwinglicher sein. Gerade für Familien.“ Das Paar wohnt in Alt Erkrath und wünscht sich- ebenso wie die Hochdahler- eine größere Einkaufsvielfalt. „Es fängt schon bei einem Schuhgeschäft an, das dringend benötigt wird“, ist sich Vater Marc Arnemann sicher. Ein Ankerpunkt ist für die Familie das Baviercenter. „Das ist wirklich sehr schön geworden. Aber die restliche Bahnstraße stirbt immer weiter aus. Frisöre und Handyläden- mehr gibt es kaum noch.“ Von der Politik wünscht sich das Paar, Erkrath gleichermaßen attraktiver zu gestalten. „Wir haben das Gefühl, dass viel Geld nach Hochdahl fließt und Alt Erkrath dabei vergessen wird“, mutmaßt Svenja Arneman.

4 Kommentare

  1. Lieber Bernhard, glaubst Du wirklich, dass die Stadt zwar ohne Probleme große Teile der Neanderhöhe sowie die landwirtschaftlichen Flächen in Erkrath-Nord und etwa an der Neuenhausstraße in Unterfeldhaus (alles Freiflächen, die ihr und die Ratsmehrheit bebauen wollt) ohne Probleme in den letzten Jahren erwerben konnte, dies aber nicht mal bei einzelnen ungenutzten Gewerbeflächen in Unterfeldhaus (oder anderen Erkrather Gewerbegebieten) möglich sein soll? Da fehlt nicht die Möglichkeit, sondern das politische Wollen – es ist halt einfacher, die grüne Wiese zu bebauen. Solange dies die Ausrichtung der Ratsmehrheit in Erkrath ist, sollten wir dann aber ehrlicher Weise nicht von Nachhaltigkeit und Umweltschutz sprechen!

  2. Mit der Argumentation von Herrn Friedrichs bauen wir demnächst ganz Erkrath zu! Familie Lehnhoff hat völlig Recht: Brachliegende Gewerbeflächen wie in Unterfeldhaus müssen recycelt werden, statt immer weiter Naturverbrauch zu betreiben.

  3. Ja Ja die Leerstände in Unterfeldhaus… viele Unternehmen benötigen „geeignete“ Räume und erhalten diese nur mit einem Neubau. Die alte Toastfabrik z.B. ist nicht für alle Gewerke geeignet. Somit muss man auf Ansiedlungen verzichten oder Flächen zur Verfügung stellen…
    Oder anders gesagt, wenn ich ein Einfamilienhaus nach meinen Wünschen bauen möchte, können 10 Häuser leer stehen …. Da macht die Politik nichts dran. Flächen zur Verfügung stellen ist leider die einzigste Lösung

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