Blinde Zerstörungswut auf der Neanderhöhe?

Das war wohl vorerst der letzte friedliche Protest der NSG Neanderhöhe, bei dem auch die Holzkreuze zum Einsatz kamen. Im Vordergrund das zerstörte Baustellenschild. Foto: RG

Da staunte die NSG Neanderhöhe nicht schlecht, als sie am Samstagmorgen mit einem Tuchbanner erschienen, um symbolisch für einen Fototermin das Baustellenschild auf der Neanderhöhe zu verhüllen.

+++ Update 2. September 2020 +++
Bisher gibt es seitens der Polizei noch keine Erkenntnisse zu dem beziehungsweise den Tätern. Die Ermittlungen dauern an. – Die Stadt Erkrath hat das Schild inzwischen wieder aufgestellt.

Als Mitglieder der Initiative morgens um 9.15 Uhr an der Neanderhöhe eintrafen erwartete sie eine böse Überraschung. Eigentlich wollten sie mit einem großen Stoffbanner für einen Foto-Moment als friedliche Protestaktion das Baustellenschild verhüllen. Auf dem Banner hatten sich während des Bürgerdialogs unter der Markthalle und am Freitag am Hochdahler Markt viele Menschen mit dem Abdruck ihrer Hände an der Aktion beteiligt. Was die Initiative allerdings beim Eintreffen auf der Neanderhöhe vorfand, machte sie sprachlos.

Die schweren Holzbalken, die das Schild hielten, waren über Nacht durchgesägt worden, sodass das Schild gekippt in der Wiese lag. “Wir haben dann erst einmal die Polizei darüber informiert, was wir hier vorfanden”, berichtet Susanne Kloeverkorn. Die traf dann um kurz vor zehn ein, um die Anzeige zu Protokoll zu nehmen und sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen.

Die Verhüllung war nun nicht mehr möglich. Nachdem die Polizeibeamten die Anzeige zu Protokoll genommen hatte, platzierten sich die Mitglieder der Initiative dennoch zu einem kurzen etwas traurigen Foto, bei dem Sie das Banner mit zwei Stangen in die Höhe hielten, um wenigsten einen kleinen friedlichen Protest zu zeigen. “Wir distanzieren uns ausdrücklich von solch zerstörerischen Aktionen. Deshalb haben wir auch die Polizei gerufen und das zur Anzeige gebracht”, erklärt Susanne Kloeverkorn noch einmal, als wir uns nach dem Fototermin unterhalten. “Wir möchten mit unseren friedlichen Aktionen nur darauf aufmerksam machen, dass der Flächenverbrauch mit Blick aufs Klima bedenklich ist”, vermittelt Sabine Schönfeld, die auch zur Initiative gehört, noch einmal das Anliegen.

Wie wir erfuhren, wird das wohl vorerst die letzte friedliche Protestaktion auf der Neanderhöhe gewesen sein. Am Freitag verschwanden im Laufe des Tages die von der Initiative in der Nähe der Neanderhöhe gelagerten 100 Holzkreuze. “Augenzeugen haben uns berichtet, dass die Kreuze auf einen LKW geladen und abtransportiert wurden.” Bisher weiß die Initiative nicht, wer die Kreuze verladen und abtransportiert hat. Am Feitagabend wurde die Initiative dann nach neun Monaten friedlichem Protest vom Ordnungsamt aufgefordert keine Kreuze mehr aufzustellen.

Anmerkung:
Über diese blinde Zerstörungswut dürfte auch die Stadtverwaltung wenig erfreut sein, denn unserer Kenntnis nach, gehört das zerstörte Schild der Stadt. Was in den Köpfen derer vorgeht, die nachts die Balken des Schildes durchsägten, ist schwer nachzuvollziehen. Mit einer einfachen Handsäge dürfte das kaum möglich gewesen sein und wer keine Ahnung hat, in welche Richtung das Schild kippen wird, hätte sich unweigerlich selbst in große Gefahr begeben. Es ist anzunehmen, das der oder die Täter genau wussten, was sie taten.
Wir werden versuchen Anfang der Woche bei der Stadtverwaltung und der Polizei weitere Informationen zu den Vorgängen zu erhalten und dann weiter berichten.


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