Anpacken statt Meckern

Die Bank erstrahlt in neuem Glanz. V.l.n.r.: Nourddin Berdid (Stadt Erkrath), Rudolf Simon und Dr. Harry Keller (Die Werkstatt e.V.), Regina Wedding (stellv. Bürgermeisterin), Ekkehart Stotz (Ratsmitglied).

Das hat der ‘Verein Die Werkstatt Erkrath’ gerade mit einer Aussichtsbank am Hausmannsweg vorgemacht.

Über genügend handwerkliches Geschick verfügen die Mitglieder des Vereins. Betreiben sie doch das Repair Café und bauen ganz nebenbei auch noch Insektenhotels fürs Naturschutzzentrum Bruchhausen und den Waldkindergarten.

“Wir haben uns vor 20 Jahren dafür eingesetzt, dass hier oben eine Bank aufgestellt wird, damit Spaziergänger sich hier nach dem langen Weg berauf ausruhen könnnen und den wunderbaren Weitblick genießen können”, erzählt Regina Wedding. Und tatsächlich: Bei gutem Wetter sieht man sogar den Kölner Dom. Ein inzwischen hochgewachsener Maulbeerbaum, den Selders damals zur ‘Einweihung’ der Aussichtsbänke gepflanzt hatte, zeugt von den zwei vergangenen Jahrzehnten. Regina Wedding und auch Ekkehart Stotz schauen regelmäßig vorbei. “Ich gehe hier viel spazieren oder fahre auch mit dem Rad”, erklärt Ratsmitglied Stotz.

Anfang April mussten sie bei ihren Spaziergängen feststellen, dass eine Bank dem Vandalismus zum Opfer gefallen war. Regina Wedding postete ein Bild der Bank mit der Frage ‘Wer macht denn sowas’ auf Facebook. Statt sich lange mit dem Beklagen des Vandalismus aufzuhalten, machte sich Rudolf Simon vom Verein ‘Die Werkstatt’ an die Arbeit. Fünfzehn Stunden hat er gebraucht und seit gestern morgen erstrahlt die Bank wieder in neuem Glanz.

Foto: Regina Wedding

Wir hätten das nicht so schnell geschafft

Über das Engagement des Vereins und den Einsatz von Rudolf Simon freut sich auch Nourddin Berdid aus dem Fachbereich 6, Abteilung Straße. Seine Abteilung wäre für die Instandsetzung verantwortlich gewesen. “Das wäre ein Auftrag für zwei unserer Mitarbeiter, aber vor diesem hätten noch 27 andere auf Erledigung gewartet. Wir haben im Moment sehr viel zu tun”, macht er deutlich, dass Spaziergänger deutlich länger auf die Bank hätten verzichten müssen, wenn Simon nicht eingesprungen wäre.

“Corona-bedingt findet das Repair Café ja im Moment noch nicht wieder statt und so haben wir ein wenig mehr Zeit”, erklärt Dr. Harry Keller, der 2. Vorsitzende des Vereins. Das Repair Café ist ein wesentlicher Baustein des Vereinsengagements und erfreut sich außerhalb Corona großen Zulaufs. Hier geben die Menschen nicht einfach ein defektes Gerät ab, sie sind bei der Reparatur anwesend. Für viele alleinstehende Senioren ist das eine willkommene Gelegenheit einfach einmal mit jemandem zu reden. “Das letzte Schräubchen müssen sie dann selbst festziehen”, verrät Keller augenzwinkernd.

Aber der Verein bietet noch mehr. Die Möglichkeit ein Praktikum zu machen zum Beispiel. Oder Schulklassen Einblick in handwerkliche Berufe zu ermöglichen. Auch Lehrgänge wie ‘Chemie im Haushalt’ bietet der Verein und Töpferkurse für ältere Damen. Seit Beginn der Corona-Krise nähen die Mitglieder auf sechs Nähmaschinen Gesichtsmasken.

Appell ehrenamtlichen Einsatz zu respektieren

“Wir wünschen uns sehr, dass die Bank nicht wieder beschmiert wird und appellieren an alle daran zu denken, dass hier jemand 15 Stunden ehrenamtliche Zeit investiert hat, damit die Bank wieder hergerichtet wird” richtet sich Regina Wedding an die, die vielleicht auch nachts gerne einmal dort sitzen. Es sei ihnen gegönnt, wenn sie die Bänke nur zum Sitzen nutzen und ihren Müll und leere Flaschen in den nächsten Mülleimer entsorgen.


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