Wirtschaft glaubt nicht mehr an Handelsabkommen

IHK Düsseldorf

Symbolbild Europa: TheDigitalArtist/ Pixabay

Unternehmen gehen von keiner Einigung bei den Verhandlungen zwischen EU und UK aus.

Die Unternehmer in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein rechnen mehrheitlich nicht mehr mit einer Einigung bei den Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (UK) und gehen daher von einer harten Lösung zum Jahreswechsel aus, wie eine aktuelle IHK-Umfrage zeigt.

„Viele Betriebe stellen sich darauf ein und befürchten für sich negative Folgen“, erklärt dazu Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Nur noch 29 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem Erfolg der Freihandels-Verhandlungen. Optimistischer sehen dies mit einem Drittel der Befragten noch die Großhändler. „Die Wirtschaft bereitet sich auf den ‚worst case‘ vor“, kommentiert Berghausen die Stimmungslage. Etwa 20 Prozent der Betriebe rechnen mit negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft.

Ob „Deal“ oder „No Deal“ – die IHK-Umfrage zeigt, dass der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs den Geschäftsbeziehungen zwischen den Unternehmen der Region und Großbritannien bereits schadet. Vielfach sind auch die negativen Auswirkungen bereits spürbar geworden. So hatten im Frühsommer noch 37 Prozent der Industrieunternehmen UK als wesentliches Exportziel benannt. Aktuell erklären dies nur noch 24 Prozent. „Diese Zahlen sind Anhaltspunkte dafür, dass die traditionell gute Partnerschaft unserer Unternehmen mit Großbritannien weiter in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Das wäre mehr als bedauerlich“, so Berghausen.

„Umso wichtiger ist es, mittelfristig doch noch praktikable Lösungen für den wechselseitigen Warenverkehr und Handel zu finden.“
Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen ist schon jetzt klar, dass ab dem 1. Januar 2021 der Warenverkehr zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich komplizierter werden wird. Das betrifft in erster Linie die Zollformalitäten, wobei heute noch nicht abzusehen ist, welche weiteren Vorschriften auf die Unternehmen zukommen werden. Die IHK Düsseldorf unterstützt und berät daher ihre Mitgliedsunternehmen aktiv und bietet ihnen zu Fragen rund um den Brexit ein breites Serviceangebot an: Im Internet unter www.duesseldorf.ihk.de (Dokument 4225060) oder telefonisch über ihre Großbritannien-Experten Robert Butschen (0211 3557-217) und Savas Poyraz (0211 3557-342).

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