„Wir haben durch die Krise viel gelernt“

Regina Wedding und Marc Göckeritz im Weihnachtsinterview/ Foto: Tanja Bamme/ Bildmontage: Ria Garcia

In unserem Weihnachtsinterview stellen sich die beiden stellvertretenden Bürgermeister Regina Wedding und Marc Göckeritz unseren Fragen.

Regina Wedding (CDU) ist bereits seit 21 Jahren stellvertretende Bürgermeisterin, Marc Göckeritz (Bündnis 90/ Die Grünen) trat vor wenigen Wochen seine erste Amtsperiode an. Zwei ganz unterschiedliche Personen engagieren sich gemeinsam für ein Ehrenamt und verraten uns im Weihnachtsinterview, welche Wünsche sie für das neue Jahr haben, wie sie in diesem besonderen Jahr Weihnachten feiern und was die ehrenamtliche Funktion für sie so besonders macht.

Weihnachten. Das Fest der Gemeinschaft. In diesem Jahr fällt es jedoch etwas anders aus- wie feiern Sie Weihnachten im Corona-Jahr?

Regina Wedding: Zunächst werden wir gemeinsam mit dem Bürgermeister Christoph Schultz an Heiligabend die Feuerwehr und die Polizei besuchen. Danach statten Marc Göckeritz und ich noch dem Hospiz einen Besuch ab, bevor ich nach Hause zu meinem Mann fahre. Dort werden wir gemeinsam, wie an jedem Jahr, Weißwurst mit Kartoffelsalat essen. Die Weihnachtstage beginnen für mich aber immer schon früher. An dem Tag, an dem ich meine alte Kindheitskrippe aufstelle, die noch mein Vater gemacht hat, startet für mich die Weihnachtszeit offiziell.

Marc Göckeritz: An Heiligabend bin ich traditionell nur im kleinen Familienkreis mit meiner Frau und unseren drei Kindern zuhause. Abends schaut auch meine Schwiegermutter vorbei. Der Familiengottesdienst wird in diesem Jahr leider ausfallen müssen und auch das große Familienfest am 2. Weihnachtstag, bei dem sich alle Cousins und Cousinen mit ihren Familien treffen. Am Nikolaustag haben wir uns allesamt über Videokonferenz ausgetauscht, aber das Weihnachtsfest wollen wir lieber persönlich nachholen. Vielleicht an Ostern.

Warum haben Sie sich für den Posten des stellvertretenden Bürgermeisters entschieden, Herr Göckeritz?

Marc Göckeritz: Ich lebe seit meinem vierten Lebensjahr in Erkrath und bin mit vielen Vereinen vernetzt. Ich finde es spannend, mich ehrenamtlich zu engagieren und die Bürgerinnen und Bürger und ihre Geschichten kennenzulernen. Gerne möchte ich die Anliegen der Erkrather aufgreifen und mich dafür einsetzen. Schön finde ich es auch, dass ich an meiner Seite eine so erfahrene, stellvertretende Bürgermeisterin wie Regina Wedding habe. Ich kann viel von ihr lernen und bin für Hilfestellungen und Tipps sehr dankbar.

Frau Wedding, erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Termin im neuen Amt?

Regina Wedding: Ja, das war ein 90. Geburtstag, der ganz in unserer Nähe stattfand. In dem Haus wohnte auch ein Ehepaar, das sich ganz rührend um die Seniorin gekümmert hat. Später habe ich dieses Paar als Privatpersonen für eine Ehrung vorgeschlagen, die auch angenommen wurde. Ich erinnere mich noch, dass ich damals ganz aufgeregt war. Besonders gerne erinnere ich mich auch an meine erste Messe des Handwerkerkreises unter der Markthalle. Damals durfte ich diese eröffnen und den damaligen Ministerpräsident begrüßen. Tagelang habe ich meine Rede vor dem Spiegel geübt, doch am Ende hat alles sehr gut funktioniert.

Gab es für Sie in Ihrer neuen Funktion schon Aufgaben, Herr Göckeritz?

Marc Göckeritz: Bisher leider noch nicht viele. Die Besuche in den Altenheimen und bei den runden Geburtstagen können wir gerade auf Grund der Corona-Pandemie nicht wahrnehmen. Bei der Verleihung des Heimatpreises durfte ich für einen Preisträger die Laudatio halten. Das hat mich sehr gefreut. Und auch bei der Übergabe des Friedenslichtes im Rathaus war ich dabei. Ich hoffe sehr, dass wir im nächsten Jahr mehr Gelegenheiten bekommen werden, mit den Menschen in Kontakt zu treten.

Hatten Sie schon einmal einen männlichen Stellvertreter an Ihrer Seite, Frau Wedding?

Regina Wedding: Nein, seit Ernst Buddenberg vor 21 Jahren waren diese Posten durchweg von Frauen besetzt. Schön ist auch, dass wir gemeinsam mit dem Bürgermeister jetzt alle drei Stadtteile vertreten haben. Christoph Schultz stammt aus Unterfeldhaus, Marc Göckeritz aus Alt-Erkrath und ich aus Hochdahl.

Was möchten Sie in der Zukunft mit Ihrem gemeinsamen Ehrenamt erreichen?

Mark Göckeritz: Ich möchte mit Vereinen und Institutionen in den Dialog treten. Durch meinen grünen Hintergrund liegt mir natürlich auch das Klimathema am Herzen, für das ich mich einsetzen werde. Junge Menschen und deren Engagement zu fördern, das habe ich mir ebenfalls fest vorgenommen. Wir sind Vermittler zwischen Rat, Vereinen und Verwaltung und wollen auch Unterstützer sein. Diese Eigenschaft schätze ich auch an Regina Wedding sehr, die wirklich für jeden Erkrather ein offenes Ohr hat.

Regina Wedding: Ich würde mich ebenfalls freuen, wenn wir auch gemeinsame Projekte anstoßen können. Beispielsweise habe ich mir überlegt, dass ich bei dem jährlichen Ingrid Killi-Schillack Gedächtnisturnier der Grünen beim Kuchenbuffet helfen könnte. Diese Veranstaltung, deren Erlös wiederum sozialen Projekten zugute kommt, finde ich großartig.

Was wünschen Sie den Erkrather Bürgerinnen und Bürgern für das neue Jahr?

Regina Wedding: Wir haben durch die Krise viel gelernt und wieder Werte schätzen gelernt. Nichts ist selbstverständlich und ich wünsche mir für uns alle, dass wir gut durch die Krise kommen. Bleiben Sie gesund!

Marc Göckeritz: Die Corona-Krise hat zum Innehalten geführt und ich wünsche Ihnen, dass Sie auch nach der Krise überlegen, was Ihnen wirklich wichtig ist. Wir sollten allesamt zielgerichteter konsumieren und unsere Hilfsbereitschaft auch nach der Coronazeit aufrecht erhalten.

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