Wer etwas verändern will, sollte einen Plan haben

V.l.n.r.: Torben Viehl, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Mettmann, Nils Hanheide, Umweltdezernent Kreis Mettmann, Andreas Ehlert, Präsident HWK Düsseldorf, Gabriele Poth, HWK Düsseldorf, Dr. Sebastian Kock, Klimaschutzmanager Kreis Mettmann; Vorn, sitzend: Landrat Thomas Hendele und Kreishandwerksmeister Thomas Grünendahl - Foto: RG

Mit dem ‚Masterplan Klima‘ nehmen der Kreis Mettmann und das Handwerk Lernpartnerschaften, Gebäudeeffizienz und die Solaroffensive für mehr Klimaschutz im Kreis in den Fokus.

Verbesserungen in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung sind ohne das Handwerk nicht umzusetzen. Was liegt da näher, als gemeinsam mit dem Handwerk die Bemühungen zu intensivieren? „Ich bin sehr dankbar, dass die Kreishandwerkerschaft mit uns in diese Vereinbarung einsteigt“, sagte Landrat Thomas Hendele am Montag bei der Unterzeichnung des ‚Masterplans Klima‘. Er erinnerte an das 2018 vom Kreistag beschlossene Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept, für das die Kreistagsmitglieder jeweils eine Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021 in den Doppelhaushalt des Kreises eingestellt hatten. „Die Umsetzung der Maßnahmen ist nicht einfach. Dazu brauchen wir Partner aus dem Handwerk und den Kommunen“, erklärte er.

Ähnliche Vereinbarungen wurden bereits von den Städten Düsseldorf, Krefeld, Essen und Wuppertal sowie dem Regionalverband Ruhr unterzeichnet. Unter den Flächenkreisen ist Mettmann nun der erste im Regierungsbezirk Düsseldorf und auch landesweit einer der ersten Kreise, die eine solche Vereinbarung geschlossen haben.

„30 Gewerke ’schrauben‘ täglich am Klimaschutz“ erklärte Kreishandwerksmeister Thomas Grünendahl die Bedeutung des Handwerks bei der Umsetzung von Maßnahmen. Die 6000 Betriebe seien Multiplikator nach außen und innen. Einig waren sich alle Beteiligten, dass der Klimawandel kein abstraktes Zukunftsszenario mehr ist, uns vielmehr längst erreicht hat.

Das Programm Ökoprofit liegt Landrat Thomas Hendele besonders am Herzen. Ökoprofit ist ein Beratungs- und Qualifizierungsprogramm, mit dem Betriebe und öffentliche Einrichtungen Kosten senken und gleichzeitig die Umwelt schützen können. Betriebe, die daran teilnehmen, können ihre Prozesse optimieren und intelligent Strom, Heizenergie, Abfall und Wasser sparen. „Die größte Herausforderung ist dabei die Gewinnung von Unternehmen“, berichtete Landrat Thomas Hendele. Durch die nun unterzeichnete Vereinbarung hofft er noch mehr Betriebe zu erreichen.

Kreisseitig sind künftig vor allem Umweltdezernent Nils Hanheide und Klimaschutzmanager Dr. Sebastian Kock die Ansprechpartner in der Zusammenarbeit mit dem Handwerk. Die 7-seitige Vereinbarung listet Felder der Zusammenarbeit auf und führt die Art des gemeinschaftlichen Vorangehens aus.

Landrat Thomas Hendele und Kreishandwerksmeister
Thomas Grünendahl. Foto: RG

In der Vereinbarung, die Landrat Thomas Hendele für den Kreis Mettmann und Kreishandwerksmeister Thomas Grünendahl für die Kreishandwerkerschaft unterzeichneten, sind folgende Handlungsfelder aufgeführt:

  • Betriebliche Optimierung der Energie- und Ressourcenverbräuche (u.a. auch mit den Programmen ALTBAUNEU und ÖKOPROFIT)
  • Steigerung der Sanierungsquote (ALTBAUNEU)
  • Umsetzung von Modellprojekten durch das Handwerk (auch in kreiseigenen Liegenschaften)
  • Aufbau einer dauerhaften Lernpartnerschaft zwischen dem Kreis Mettmann, dem Handwerk und weiteren interessierten Baubeteiligten
  • Kampagne ‚Solaroffensive‘ (Beratungskampagne zu Solarthermie und Photovoltaik)
  • Betriebliche Mobilität (Entwicklung eines integrierten Konzepts für die Realisierung umweltfreundlicher Mobilität)
  • Klimaanpassung (u.a. Aufbau eine Netzwerkes zum Austausch von Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels und zur Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen zur Prävention z.B. gegenüber Starkregen und Hitze)
  • Dialog zur Nachhaltigkeitsentwicklung (Prozesse zur Transformation zu nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen entwickeln)

Bis einschließlich 2025 soll ein jährliches Handlungskonzept erstellt werden, dessen Umsetzungsstand jeweils zum Abschluss des Jahres noch einmal überprüft werden soll.

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