Was kosten “kostenfreie” Ortsbusse?

Symbolbild: Free-Photos/ Pixabay

Mit einem Prüfauftrag wurde die Verwaltung aus der Sitzung des Planungsausschusses im vergangenen Dezember entlassen, die Kosten einer kostenlosen Nutzung der Ortsbuslinien O5 und O6 für Erkrather zu ermitteln. Der Antrag, der im vergangenen Jahr von Bündnis 90/ Die Grünen initiiert wurde, sollte in der gestrigen Sitzung mit einem Veränderungsantrag für den städtischen Haushalt untermauert werden. Für dieses Jahr möchten die Grünen 300.000 Euro für das kostenfreie ÖPNV-Angebot bereitstellen.

Ein Ergebnis der Prüfung liegt der Verwaltung allerdings noch nicht vor. Demnach konnte Ralf Hezel (Fachbereichsleiter Tiefbau, Straßen, Grün) zu den kalkulierbaren Kosten noch keine Antwort liefern. Wohl aber zu den Kilometeraufkommen der beiden Buslinien. Der Ortsbus O5 fährt rund 401.000 Kilometer pro Jahr, der Ortsbus O6 rund 436.000 Kilometer. Dass die Kilometer jeweils mit schätzungsweise 75 Cent für die Rheinbahn vergütet werden müssen und zudem keine Einnahmen durch Ticketverkäufe generiert werden, gab Hezel zu bedenken, der die städtischen Aufwendungen für die kostenfreie Nutzung jeder Buslinie auf mehr als 300.000 Euro schätzt.

Für Peter Knitsch (Grüne) lässt sich die Rechnung der Ticketausfälle nicht pauschalisieren. „Schließlich fahren noch immer zahlreiche Gäste mit einem Ticket, weil sie aus Erkrath raus fahren und andere Linien nutzen müssen“, so der Politiker, der sich mit dem kostenfreien Angebote eine attraktive Alternative zum Autofahren wünscht.

Kämmerer Thorsten Schmitz schätzt den städtischen Aufwand für ein solches Angebot auf rund eine Million. „Der tatsächliche Aufwand pro Kilometer liegt bei Bussen bei rund fünf Euro“, so Schmitz, der dieses Thema in seiner vorangegangenen Funktion beim Kreis Mettmann betreute. „Wie hoch der tatsächliche Kilometeraufwand für uns ist, kann nur durch eine Linienerfolgsabrechnung ermittelt werden“, so Schmitz.

Die SPD sprach sich gegen die Bereitstellung der Mittel im Haushalt aus, nicht aber gegen das Vorhaben als solches. „Wir finden die Maßnahme schick und sind gespannt, welche Antwort wir vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und dem Kreis Mettmann erhalten“, so Uli Schimschock. „Erst sollten wir jedoch die Rahmenbedingungen kennen, bevor wir Gelder bereitstellen.“ Und auch die BmU sprach sich für eine realistische Kostenschätzung aus. Letztlich wurde der Veränderungsantrag der Grünen mehrheitlich abgelehnt.


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