Vorlesestunde per Zoom

#Startup 6

Victoria Greeven - Foto: Ria Garcia

Corona hat auch Victoria Greevens Startup, dem Schreibstübchen, ein paar Hindernisse in den Weg gelegt, aber sie macht das Beste daraus und sorgt für Ablenkung im Corona-Blues.

Victoria Greeven hat ihre Berufung gefunden. Mit dem Schreibstübchen übernimmt sie für Senioren und andere Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen selbst nicht dazu in der Lage sind, Schreibarbeiten. Ob mit dem PC oder in schön geschwungener Handschrift: Sie erstellt Briefe fürs Amt oder schreibt Glückwunschkarten oder Beileidsbekundungen in ‘Schönschrift’. Ein bisschen ist sie die ‘Privatsekretärin’ für Menschen, denen das Schreiben schwerfällt.

Im September hat sie ihr kleines Startup gegründet und ist hoffnungsvoll an die Arbeit gegangen. Sie macht Hausbesuche, um die Anliegen der Senioren und Menschen, die ihre Unterstützung brauchen, aufzunehmen und umzusetzen. Aber dann kam der zweite Lockdown. Hausbesuche sind vorerst nicht mehr möglich. “Ich habe zwar auch schon dafür zum Teil Lösungen gefunden, indem ich Gespräche in Videokonferenz anbiete und einige Kunden mir eingescannte handschriftliche Notizen schicken, die jemand für sie eingescannt oder abfotografiert hat, aber das schaffen nicht alle, die mich brauchen”, berichtet sie. Manchmal scheitert es daran, dass Senioren weder Smartphone noch Computer haben und so nur das Telefonat bleibt. “Natürlich können mir die Menschen auch telefonisch diktieren, was ich für sie schreiben soll”, erklärt Victoria. Gerade bei Senioren sei es aber oft auch so, dass sie sich den persönlichen Besuch und Kontakt wünschen.

Weniger Aufträge im Lockdown

Gerade das führt bei Victoria Greeven nach dem hoffnungsvollen Start aber im Lockdown dazu, dass sie aktuell weniger oft angefragt wird. “Viele Menschen fühlen sich aktuell einsam. Ich habe in der Vergangenheit in der Galerie 13 Lesungen abgehalten und so kam die Idee auf, via Zoom vorzulesen”, beschreibt sie, wie sie auf die Idee kam etwas gegen die Einsamkeit der Menschen zu tun. Vorlesen bietet sie auch im Schreibstübchen an: “Gerne lese ich Ihnen Ihre Lieblingsgeschichte, Märchen, ganze Romane (natürlich kapitelweise – also als Fortsetzung) oder auch einfach die Tageszeitung vor”, schreibt sie dazu auf ihrer Homepage.
Aber auch das geht im Lockdown nicht vor Ort und so hat sich Victoria entschlossen die Lockdown-Zeit mit Vorlesestunden per Zoom zu überbrücken. Kostenlos, wenn sie sich natürlich über eine kleine Aufwandsentschädigung auch freuen würde, denn auch sie muss den Corona-Lockdown mit ihrem kleinen Startup irgendwie überbrücken.

Das Vorlesestündchen

Das erste Vorlesestündchen gab es am 29. Oktober 2020, also kurz bevor der zweite Lockdown in Kraft getreten ist. Seit dem liest Victoria Greeven jeden Donnerstag, ausgenommen waren nur Weihnachten und Silvester. Noch sind es nur bis zu sechs Zuhörer, aber das könnte sich heute ändern. Denn heute Abend um 18.30 Uhr ist es wieder soweit. Da liest sie zwei Kurzgeschichten von Marc Twain. ‘Mrs McWilliams und der Blitz” und “Einiges über Barbiere’.

Zuhören kann man ihr am PC, Tablet, Smartphone oder – wenn all das nicht vorhanden ist – auch am Telefon. Wie es funktioniert, beschreibt sie hier: www.schreibstuebchen-hochdahl.de/Veranstaltungen.html.

Wer ihre Unterstützung beim Verfassen von Briefen benötigt, oder eine ganz private Vorlesestunde via Telefon oder Zoom buchen möchte, findet ihre Kontaktdaten auf der Homepage www.schreibstuebchen-hochdahl.de.

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