Von der Nachbarschaftshilfe zum helfenden Verein

Online-Gründungsversammlung "Erkrath hält zusammen". Foto: Erkrath hält zusammen

Zehn Gründungsmitglieder brachten in der vergangenen Woche den neuen Verein ‘Erkrath hält zusammen’ auf den Weg, der vernetzt Ansprechpartner für Rat- und Hilfesuchende sein will.

Entstanden ist die Vereinsgründung aus der Nachbarschaftshilfe Corona, deren Initiatoren die darin entstandene Vernetzung von Vereinen, Organisation, Kirchengemeinden und Ehrenamtlern auch nach der Pandemie weiterführen wollen.

Stefanie Perkuhn und Jannick von der Heide gehören zu den Ideengebern der Nachbarschafthilfe Corona. In einer Zeit, in der an vielen Stellen einzelne Hilfsangebote während der Pandemie entstanden, haben sie die Akteure an einen Tisch geholt. Entstanden ist daraus ein starkes Bündnis, mit dessen Hilfe es unter anderem gelang, während des ersten Lockdowns den Tafelnotbetrieb aufrecht zu erhalten, gemeinschaftlich Gesichtsmasken zu nähen und Einkaufshilfen für Risikogruppen oder in Quarantäne befindliche Menschen zu organisieren.

Die zehn Gründungsmitglieder waren in der letzten Woche:

  1. Stefanie Perkuhn (katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer/Maria Himmelfahrt) – 1. Vorsitzende
  2. Yannick van der Heide (Junge Union) – 2. Vorsitzender
  3. Dieter Thelen (Freundeskreis für Flüchtlinge in Erkrath) – 1. Kassierer
  4. Dominik Adolphy (Du-ich-wir) – 2. Kassierer
  5. Tamara Jaskula (Ehrenamtsbörse) Schriftführerin
  6. Monika Thöne (Cartias, Begegnungsstätte Gerberstraße)
  7. Marc Stosberg (Treffpunkt Leben Gemeinde)
  8. Silke Dietz (AWO Kreisverband Mettmann / AWO Treff Hochdahl)
  9. Ute Feldbrügge (Der Paritätische)
  10. Andrea Bleichert (SKFM)

Zum Teil als Privatpersonen Gründungsmitglieder geworden, vertreten alle auch Vereine und Organisationen im neu gegründeten Verein. “Die Ehrenamtsbörse ist natürlich keine juristische Person und kann nicht Mitglied werden, ist aber mit mir ja auch vertreten”, verrät Tamara Jaskula. Innerhalb weniger Tage sind dem Verein 16 Mitglieder beigetreten und weitere haben bereits ihr Interesse bekundet.

“Wir möchten, dass das starke gemeinschaftliche Engagement, das in der Corona-Krise entstanden ist, nicht verloren geht. Wir möchten uns weiter so vernetzen und gemeinsam mehr erreichen können”, beschreibt Stefanie Perkuhn die Motivation jetzt einen neuen Verein zu gründen. Man wolle auch nach der Krise da helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Konkurrenz zu vorhandenen Vereinen und Organisationen soll nicht entstehen. Vielmehr gehe es darum, die enge Vernetzung weiter voran zu treiben und auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. ‘Erkrath hält zusammen’ soll erste Anlaufstelle sein, wenn es um die Frage geht, wer helfen kann.

“Wir haben aus der Organisation des Tafelnotbetriebs ja schon eine erprobte Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, hier dem Sozial- und dem Ordnungsamt”, erklärt Yannick van der Heide, dass wertvolle Erfahrungen gemacht wurden, die auch in Zukunft in außergewöhnlichen Situationen hilfreich gelebt werden können. Die Corona-Krise habe alle gelehrt, dass stadtweit keine Pläne für Katastrophen in der Schublade lägen. Das sei eines der Vereinsziele. ‘Erkrath hält zusammen’ soll durch die enge Vernetzung von Vereinen, Organisationen und Ehrenamtlern auch künftig reaktionsschnell einspringen können, wenn außergewöhnliche Notsituationen entstehen. Als Beispiel nennt er die verheerenden Brände der GGS Sandheide und der Kita Lummerland.

Lagebesprechung vor der Tafelausgabe bei der Nachbarschaftshilfe Corona. Foto: Archiv/ Dieter Thelen

Yannick van der Heide ist gerade 19 Jahre alt und Mitglied der Jungen Union, die zu Beginn der Corona-Krise schnell versuchte erste Hilfen für Menschen in Quarantäne oder Risikogruppen zu organisieren. Dabei sei ihm vor allem aufgefallen, dass die Menschen ganz unterschiedlich auf Angebote von verschiedenen Stellen reagieren. “Wir wollen mit ‘Erkrath hält zusammen’ überparteilich über alle Altersschichten hinweg unbürokratisch erster Ansprechpartner sein, der berät und die passenden Kontakte vermittelt”, hat er die Erfahrungen aus den Anfängen vor und mit der Nachbarschaftshilfe Corona mit in den Verein eingebracht.

Mit dem Verein sollen auch die juristischen Voraussetzungen geschaffen werden selbst Spenden zu sammeln und Mitgliedsbeiträge zu erheben, um künftig – unabhängig von anderen Stellen – schneller handlungsfähig zu sein. “Wir möchten dafür werben Mitglied zu werden und aktiv mitzuwirken oder einfach nur passiv den Verein zum Wohle aller Erkrather zu fördern”, lädt Stefanie Perkuhn zur Förderung des neuen Vereins ein. Horrende Mitgliedsbeiträge soll es nicht geben. Die Mitgliedschaft soll für alle erschwinglich sein und über Spenden freue man sich natürlich auch.

Wichtig war allen Bündnispartner, dass der neu gegründete Verein für alle Erkrather da ist. Von Kindern über Jugend hin zu Erwachsenen und Senioren. Von Menschen mit Migrationshintergrund hin zu Menschen mit Einschränkungen oder Menschen, die finanziell schlechter gestellt sind oder als Obdachlose auf der Straße leben. “Wir hören uns jedes Anliegen an, fühlen uns immer zuständig. Niemand soll durchs Raster fallen”, beschreibt Stefanie Perkuhn. Durch die enge Vernetzung der Bündnispartner könne schnell der passende Kontakt zur Hilfe hergestellt werden.

Die während der Corona-Krise eingerichtete Hotline soll auch über die Pandemie hinaus bestehen bleiben, wenn dann vielleicht auch keine festen Sprechzeiten mehr bestehen werden und statt dessen ein Anrufbeantworter die Kontakte aufnimmt, damit die Vereinsmitglieder sich zeitnah zurückmelden können. In Kürze soll es auch eine Vereinshomepage geben, auf der alle Kontaktdaten schnell zu finden sind.

Kontakt ‘Erkrath hält zusammen’
Hilfe: nachbarschaftshilfe@erkrath-haelt-zusammen.de
Telefon: 0211- 54 24 95 65
Verein: vorstand@erkrath-haelt-zusammen.de

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1 Kommentar

  1. Ich wünsche viel Erfolg. Vielleicht trifft man sich nach den ersten Tagen für Hintergrundinformationen bei der Bürgerhauswelle, wenn wir denn zurück ins Bürgerhaus dürfen!

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