Von der Artfabrik zur Polizei

V.l.n.r.: Ralf Becker, Ulrike Winkelhane, Martin Schumacher, Ralf Buchholz und Matthias Neugebauer - Foto: Susann Krüll

Vernissage der Fotoausstellung „On the lurk“ in der Kreispolizei war ein voller Erfolg.

Zur Ausstellungseröffnung im Gebäude der Kreispolizei begrüßte Pressesprecher Ralf Becker am Donnerstagabend den Gründer und Vorsitzenden der NEANDERARTgroup Ralf Buchholz und seine drei anwesenden Mitausstellenden Künstler schon wie „alte Bekannte“. Denn bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr sind die Wände im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss Ausstellungsfläche für Mitglieder der umtriebigen Künstlergruppe. „Leider endete für Sie ja die erfolgreiche Zeit in ihrer ‚Übergangs-Galerie‘ in der Lagerhalle an der Schlüterstraße im letzten Jahr“, so Ralf Becker in seiner kurzen Eröffnungsansprache. Gern springe seine Behörde ein, fügte der Pressesprecher an seinen Vornamens-Vetter gewandt hinzu und kündigte an, ‘die Wände’ für die nächsten Monate für weitere Ausstellungen der NEANDERARTgroup frei zu halten. Becker wies außerdem darauf hin, dass seit dem Bezug des architektonisch interessanten Gebäudes schon zahlreiche Künstler die Gelegenheit hatten, in seiner Behörde auszustellen. „Auch das Gebäude selbst war schon Fotomotiv. Ein Architektur-Fotograf hat es quasi von allen Seiten fotografiert“, so der passionierter Hobby-Fotograf, der laut eigener Aussage auch schon einmal eine außergewöhnliche Perspektive eingenommen hat, um ‘sein Dienstgebäude’ abzulichten: „Ich habe mich mitten in der Halle auf den Rücken gelegt und das Dach über dem Foyer mit den Glaskuppeln fotografiert“.

Diese sorgten an dem Abend für eine interessante Geräuschkulisse, als der Starkregen auf sie trommelte. Doch glücklicherweise hatte Ralf Buchholz den ‘Memorie Man’, alias Volker Förster, mit seinem E-Piano eingeladen. Er sorgte mit seinem gefühlvollen Spiel dafür, dass das Geprassel übertönt wurde, während die Gäste der Vernissage sich auf ihren Rundgang begaben. Vorher hatte Ralf Buchholz mit der persönlichen Vorstellung seiner Mitstreiter und ihrer Fotos Wissenswertes zu deren Techniken und Motiven referiert.

Der ‘Memorie Man’ Volker Förster. Foto: Susann Krüll

Die schwarz-weißen Aufnahmen verschiedener völlig Auto-freier Autobahnen von Martin Schumacher entstanden auf seinen zahlreichen Touren Richtung Lüneburg oder München vor zwei Jahren. „Ich bin oft in den frühen Morgenstunden oder Sonntagsabends gefahren, um gut durchzukommen. Sonst hätte ich die Aufnahmen, bei denen ich zwei Mal innerhalb von drei Sekunden auf den Auslöser gedrückt habe, sodass dann zwei übereinander liegen, gar nicht machen können“, so der Grafikdesigner mit eigener Agentur. Zunächst habe er ‘nur für Kunden-Aufträge’ fotografiert, sich dann aber privat immer mehr für diese Kunstform interessiert. „Begonnen habe ich mit Collagen. Die erste habe ich für meine Frau zu deren 50. Geburtstag gefertigt. Alle meine Werke haben einen persönlichen Bezug“. Zwei seiner Collagen  hängen im Erdgeschoss. Passend zum Ausstellungsort habe er die Motive ausgewählt, so ziert u. a. ein Parkverbotsschild das eine der großformatigen Werke.

Fotografien von Matthias Neugebauer – Foto: Susann Krüll

„Wenn Ihnen mal ein Schild über den Weg läuft, wissen sie ja jetzt, wem sie es bringen können“, scherzte Ralf Buchholz, der auch in seinen Bildern, einen Bezug zur ‘Polizei-Umgebung’  herstellen konnte: Seine Fotos seien ja an so genannten ‘Lost Places’ entstanden, unter anderem in der früheren JVA Düsseldorf, die inzwischen der Abrissbirne zum Opfer gefallen sei. „Das darf ich hier ja gar nicht erzählen, aber es gibt eine Seite im Darknet, auf der Leute, die wie ich an solchen ‘Lost Places’ interessiert sind, sich Tipps für lohnende Motive geben. Ich war damals in den leeren Gebäuden an der Ulmer Höhe, wie ich naiverweise angenommen habe, auch nicht allein, obwohl der Zugang zum Gelände schon abenteuerlich war“,  so Buchholz mit einem Seitenblick auf Ralf Becker, um dann schnell auf die Werke von Matthias Neugebauer über zu lenken.

„Seine Motive sind Straßenszenen wie das Bild von den Polizisten“, so Buchholz, der hinzufügte: „Wenn Ihr in Düsseldorf also jemanden seht, an dessen Arm eine Kamera baumelt, dann ist das Matthias, dem so kein spannendes Motiv entgeht. Mich hat seine Art zu fotografieren sofort angesprochen: das im Bild-Focus stehenden Motive, das durch die mit der speziellen Belichtung eingefangene Bewegung drumherum in Szene gesetzt wird.“ Der IT-Fachmann aus Hilden fotografiert, seitdem er in der achten Klasse an einer Foto-AG teilgenommen hat. „Erst mit der Kamera meines großen Bruders.“ Er habe sich dann schnell eine eigene gekauft. Wie viele er heute sein Eigen nett, müsste er nachzählen. Unter den zahlreichen von Futui und Sony seinen auch einige Pentax. Bis zu drei Stück hat er immer dabei. Außer, wenn es zur Fortuna geht, da müsse dann die Handykamera reichen.

Die einzige Frau im Bunde, Ulrike Winkelhane, ist zwar (noch) nicht Mitglied in der Künstlergruppe. „Wir kennen uns schon so lange und ihre Fotografien, die ich bei einer Ausstellung des SKFM Erkrath gesehen habe, fand ich so großartig, dass ich sie gefragt habe, ob sie nicht bei der Ausstellung dabei sein möchte,“ so Buchholz. Und Ulrike Winkelhane ergänzt: „Ich habe schon immer gern fotografiert und mich gefreut, dass ich an dem Kurs, der eigentlich nur für Mitarbeiter des SKFM war, teilnehmen konnte, weil noch ein Platz frei war.“ Im Erdgeschoss des Polizeigebäudes kann man eine Aufnahme des Warenaufzugs des Sozialkaufhauses an der Helena-Rubinstein-Straße bewundern. „Einen Abzug hat Norbert Baumgarten, der Geschäftsführer des SKFM, seiner Frau geschenkt, weil es ihm so gut gefiel“, so die Erkratherin, deren Aufnahme namens ‘Pyramide’ eine ganz besondere Perspektive auf das Düsseldorfer Stadttor zeigt.

Ulrike Winkelhane mit ihrem Mann und Pressesprecher Ralf Becker. Foto: Susann Krüll

„In den nächsten Tagen werde ich noch drei Aufnahmen von Sebastian Freitag aufhängen. Er ist leider so schlimm erkältet, dass er heute Abend nicht dabei sein kann“, schloss Ralf Buchholz seine Einführung.

Die Gäste der Vernissage nutzen im Anschluss die Gelegenheit, sich selbst einen Eindruck von den Fotografien und Collagen zu machen.

Die Ausstellung „On the lurk“ der fünf Mitglieder der NEANDERARTgroup kann während der allgemeinen Öffnungszeiten der Kreispolizeibehörde (Adalbert-Bach-Platz 1, Mettman) besucht werden.

Infos: mettmann.polizei.nrw.

3 Kommentare

  1. Hallo Herr Neugebauer,
    vielen Dank für den Hinweis. Ich hab es gerade für die Kollegin korrigiert.
    Viele Grüße
    Ria Garcia

  2. Hallo,

    danke für den Artikel. Allerdings heisst der Neugebauer nicht Markus, sondern Matthias.

    Gruß,
    Matthias Neugebauer

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