Vandalen und Randalierer: Die jungen ‚Wilden‘ in der Willbeck

Bank am Hausmannsweg
Hinten, v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Dr. Peter Richter (snh), Peter Selders (BartenBaumschule Selders), Jan Sundermann (snh), Joachim Wallasch (snh) und Ekkehard Stotz, Vorn sitzend: Katrin Fortak (snh) und Regina Wedding (r.).

Es könnte so schön sein: Die Sternwarte besuchen, bei einem Spaziergang durchs Grüne auf einer der Bänke am Hausmannsweg die Ruhe und den Blick über die von Selders bewirtschafteten Felder und den weiten Horizont genießen…

Ist es aber nicht. Immer wieder gibt es Ärger in der Willbeck. Rund um die Bänke am Hausmannsweg und in den Feldern sammelt sich Müll, obwohl ein Mülleimer angebracht wurde. Nachts klettern Unbefugte auf das Dach der Sternwarte oder Fahren mit Autos quer durch die Felder, an deren Rändern die Mitarbeiter von Peter Selders nicht selten Spritzen oder Glasscherben von zertrümmerten Flaschen finden. Ende August häufte sich der Ärger bei Anwohnern und Spaziergängern wieder einmal. Mutwillig hatten Vandalen Bäume umgeknickt, ein Parkverbotsschild aus der Verankerung gerissen und damit die Scheiben eines Wartehäuschens an der Donausstraße zertrümmert. Auch eine Scheide Sternwarte wurde zertrümmert.

„Ekkehart Stotz und ich sind mit den betroffenen Anliegern,  Anwohnern und den Spaziergängern sehr verärgert über den erneuten Vandalismus in der Willbeck“, äußert sich Erkraths stellvertretende Bürgermeisterin Regina Wedding bei einem Vorort-Treffen am Hausmannsweg in dieser Woche, an dem auch Vertreter des snh (Sternwarte), Ekkehart Stotz, Peter Selders von der GartenBaumschule Selders, Carsten Döhr (Fachbereitsleiter Einwohner und Ordnung in der Stadt Erkrath) und ein Vertreter der Polizei teilnahmen.

Am Hausmannsweg kümmern sich regelmäßig auch Anwohner, Spaziergänger oder Mitarbeiter von Selders darum Müll einzusammeln. Regelmäßig wird der Mülleimer von Mitarbeitern des Bauhofs geleert, die auch umherliegenden Müll mitnehmen. Dennoch hat sich die Situation nicht verbessert. „Viele Nachbarn rufen gar nicht mehr bei der Polizei an, wenn sie die Randalierer hören oder sehen, weil sie denken, dass eh nichts passiert“, weiß Regina Wedding aus Gesprächen. Ähnlich geht es auch Peter Selders. „Wenn die Polizei dann erst eine Stunde später hier eintrifft, sind die längst wieder weg“, berichtet er seine Erfahrungen.

„Natürlich kann es immer sein, dass andere Einsätze Priorität haben, weil zum Beispiel ein Gewaltdelikt oder ein Einbruch gemeldet wird, aber die Polizei geht den Meldungen nach“, erklärt Polizist Frank Garschhagen, warum es manchmal länger dauert, bis die Polizei vor Ort ist. In der Vergangenheit seien ja auch von den sechs jungen Leuten, die nachts auf das Dach der Sternwarte geklettern sind, drei ermittelt worden. „Suchen Sie nicht erst nach der Rufnummer der Polizeiwache in Erkrath. Rufen Sie direkt die 110“, fordert er auf. So würden auch Streifenwagen, die gerade in der Nähe sind, aufmerksam gemacht. Er persönlich hat den Eindruck gewonnen, dass sich nächtliche Einsätze wegen junger Randalierer ein wenig ‚verlaufen‘ hätten. Während des Lockdowns hätten sich junge Leute bevorzugt am Stadtrand getroffen, um nicht gesehen zu werden und keine Bußgelder zu riskieren. Inzwischen träfen sie sich wieder an den üblichen öffentlichen Plätzen. Anders sei das natürlich mit Drogenabhängigen, kommt er auf Peter Selders Bericht von den gefundenen Spritzen zurück. „Niemand setzt sich auf dem Marktplatz eine Spritze“, erklärt er.

Diskutiert wurde am Hausmannsweg, ob ein zweiter Pöller auf der anderen Seite der Bänke nächtliche Randalierer abhalten könne, die nicht davor zurückschrecken mit ihren Autos auch in die Felder zu fahren. „Die Anregung können wir aufgreifen und prüfen“, nimmt Carsten Döhr, die Idee mit ins Rathaus. Darüber hinaus rät Frank Garschhagen von der Polizeiwache in Erkrath: „Wählen Sie die 110, wenn sie etwas hören oder sehen, wir greifen jeden Hinweis auf.“

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