Urlaub in der Heimat – Wie gut sind unsere Radwege?

So wie ein Ast Bernd Herrmanns Gesicht verdeckt, schlägt der gleiche Ast auf dem viel befahrenen Radweg aus dem Neandertal nach Erkrath auch Radfahrern ins Gesicht. Foto: RG

Reisebusunternehmer Bernd Herrmann hat unfreiwillig gerade ein wenig mehr Zeit in Erkrath und Umgebung unterwegs zu sein. Mit dem Fahrrad erkundet er für die Heimat-Touristen die Radwege.

Wie viele Unternehmer in Erkrath hat Bernd Herrmann gerade eine Zwangspause in seinem Berufsfeld erlebt. So langsam deuten sich auch für ihn Lockerungen an, aber in der Zwischenzeit hat er sich aufs Fahrrad gesetzt und erkundet ‘wie Urlaub vor der Haustüre aussehen kann’.

“Ich bin ja ein sehr ökologisch orientierter Zeitgenosse und gerade jetzt, wo viele Menschen aufs Fahrrad umsteigen, sind gute Radwege unabdingbar”, verrät er uns im Gespräch. Er sieht dabei nicht nur die Heimattouristen, die mangels Reisemöglichkeiten mit dem Fahrrad ihre nähere Umgebung erkunden, er denkt auch an die Berufspendler, die bereit sind aufs Fahrrad umzusteigen. Wir haben uns mit ihm auf der Mettmanner Straße an der Düsselbrücke getroffen, um uns ein ganz alltägliches Fahrradhindernis anzuschauen. Das ist ausgerechnet die Vegetation, denn die lässt – vor allem jetzt im Frühjahr – so manchen Radweg zuwachsen und sorgt dafür, dass Radfahrer auf ihrem Weg unfreiwillig auch einmal einen Ast ‘vor den Kopf’ bekommen.

Bernd Herrmann ist ein Mann der Tat. Aus der Satteltasche ragt eine Astschere, mit der er beherzt auch schon einmal selbst ‘Nothilfe’ leistet. Aber das kann natürlich nicht die Lösung sein, denn nicht jeder Radfahrer wird künftig eine Astschere mit sich führen. “Es wäre natürlich sehr im Sinne des Radverkehrs, wenn Radwege regelmäßiger einen Rückschnitt der Vegetation erleben würden”, erklärt uns Bernd Herrmann. Natürlich könne jeder Radfahrer melden, dass auf bestimmten Radwegen Hindernisse seien, aber es finge ja schon dabei an, dass der normale Bürger meist kein detailliertes Wissen darüber hat, ob Stadt, Kreis oder Land für diesen Radweg zuständig seien. Und so wünscht sich Bernd Herrmann im Sinne einer Verkehrswende mehr Aufmerksamkeit für den Zustand unserer Radwege.

Im September 2018 hat sich Bernd Herrmann schon einmal für Radwege eingesetzt. Damals im Rahmen des Luftreinhalteplans Düsseldorf in Bezug auf eine Gefahrenstelle an Eisenbahnüberführung Morper Straße und Kreuzungsbereich Gödinghover Weg / Glashüttenstraße. “Auch andere haben dazu eine Eingabe gemacht. Leider habe ich auf mein Schreiben an die Bezirksregierung nie eine Antwort erhalten”, bedauert er, dass solche Eingaben oft ein Monolog seien, wo sich der Bürger einen Dialog wünscht.

Vielleicht ist der Hinweis darauf, dass der normale Bürger meist nicht einmal weiß, ob er sich an die Stadt, den Kreis oder das Land NRW wenden soll, ein wichtiger Hinweis für Radwegekonzepte des Kreises oder der Stadt. Eine Karte, die es dem Bürger ermöglicht aktiv zu werden und auf Missstände an der richtigen Stelle hinzuweisen, wäre schon einmal ein guter Anfang.


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