Trotz Corona: Ein ereignisreiches Jahr

Jahresrückblick 2020 | Teil 1 | Januar bis Juni

Symbolbild Jahresrückblick: Viarami, Pixabay

In unserem ersten Teil des Jahresrückblicks (Januar bis Juni) möchten wir das Jahr 2020 – mit all seinen Höhen und vielen Tiefen – noch einmal Revue passieren lassen.

Januar

Es schien zu Beginn 2020 ein ganz normales Jahr zu werden. Die ersten Beiträge auf unserer Seite verkündeten die neuen Kulturprogramme in der Hospizkulturkneipe in Trills sowie der Kulturvilla in Mettmann. In der Erkrather Stadtbücherei trafen sich die Bücherwürmer, die Schüler der Mittelstufen schnupperten in die Arbeitswelt hinein. Mit dem traditionellen Neujahrssegen bedachten die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde sowohl die Feuerwehr, als auch die Polizei und die Stadtverwaltung.

Segnung Verwaltung
und Feuerwehr Januar
2020 – Foto: Ria Garcia

Und natürlich durften sich auch die Privathaushalte über die Segenswünsche der kleinen Kirchenvertreter freuen. Zuversichtlich blickte die Theatergruppe Spotlight in die Zukunft und warb für ihr Theaterstück „Big Spender“, das Ende März im Joachim-Neander-Haus aufgeführt werden sollte. Volle Häuser gab es in den beiden Rosenhof-Seniorenparks, die zum bundesweiten Tag der offenen Tür einluden. Geschnuppert werden durfte auch bei der Jugendmusikschule, die ihren jährlichen Infotag für Interessierte veranstalteten.

Anwohner des Wimmersberges präsentierten uns ein eigenes Bebauungskonzept, das als Alternative zu den Investorenplänen fungieren sollte. Währenddessen stießen in den Räumen der Johanniter-Unfallhilfe die Senioren auf das neue Jahr an. Mit dem Seniorenkarneval in Unterbach wurde die fünfte Jahreszeit im neuen Jahr eingeläutet. Weitere jecke Feste sollten folgen. Und während sich einige Bürger langsam die Narrenkappe aufsetzten, wurde sich beim Bäcker um die Ecke über die Kassenbonpflicht aufgeregt. Diese sorgte für erzürnte Kunden und ratlose Verkäufer. Das Ziel aller: Weniger Müll!

Einen traurigen Abschied mussten wir von Annette Schinnenburg, der Einrichtungsleiterin des Kinderhauses Sandheide, nehmen. Eine Nachricht, die auch uns „mitten ins Herz“ traf. Einen Hauch Kommunalwahl, die später im Jahr Thema wurde, bekamen unsere Leser durch die Nachricht vermittelt, dass die Grünen ihren Bürgermeisterkandidaten Peter Knitsch ins Rennen schicken. Und während die bisherige Kunstveranstaltung LOKart in Erk@Art unbenannt wurde, die CDU für ‘Deine Idee für Erkrath’ warb und die Wimmersberger sich mit einer zweiten Unterschriftensammlung gegen das Bauvorhaben des Investors Cartella stellten, neigte sich der erste Monat mit einem marokkanischen Abend im Haus Bavier langsam dem Ende entgegen.

Februar

Zu Beginn des Monats Februar präsentierte das Planetarium sein neues Programm. Spannende Vorträge reihten sich in den Jahreskalender ein und sollten Besucher ‘einmal zu den Sternen und zurück’ entführen. Im Kunsthaus Erkrath wurde eine neue Ausstellung eingeläutet, in Hochdahl feierten währenddessen die kleinsten Jecken ihr närrisches Fest im Bürgerhaus.

Voller Ratssaal bei der vergangenen
Kindersprechstunde
Foto: Archiv/Tanja Bamme

Bürgermeister Christoph Schultz lud zur ersten Kindersprechstunde im neuen Jahr ein. Das Ergebnis: 37 kleine Bürgerinnen und Bürger nahmen die Einladung an und löcherten den Bürgermeister mit klugen Fragen. Der Stadtteilbeirat traf sich zum ersten Mal im neuen Jahr und die Vertreter durften sich als Erste den neuen Imagefilm der Sandheide angucken. Dieser wurde wiederum wenige Tage später online gestellt. Der TSC Unterfeldhaus durfte sich über eine neue Beleuchtungsanlage freuen, die Große Erkrather KG lud zum Bunten Abend ein, die erste Krokusse schossen durch die Bodendecke und das Standesamt der Stadt Erkrath verriet uns an Valentinstag, dass Ehe kein Auslaufmodell sei (188 Mal wurde allein im Jahr 2019 in Erkrath das JA-Wort gesagt).

Nur einen Tag später rollte der närrische Lindwurm durch Erkraths Straßen. Und während allerorts die Narren auf dem Vormarsch waren und sich auf die bevorstehende Altweiberfastnacht vorbereiteten, ernannte die SPD mit Jörg Schintze ihren Bürgermeisterkandidaten für die bevorstehende Kommunalwahl.

Am 15. Februar 2020 zog der närrische Lindwurm durch
Erkraths Straßen, im kommenden Jahr wird er ausfallen
müssen Foto:Archiv/tb

Am 20. Februar lud das Prinzenpaar der Stadt (Udo I und Sabine I) zur Närrischen Markthalle nach Alt Erkrath und die Veranstalter waren sich sicher: „So voll war es noch nie!“ Dass genau eine solch volle Karnevalsfeier das Leben aller in diesem Jahr auf nicht geahnte Weise verändern würde, ahnte an diesem Tag noch niemand. Am 24. Februar wurde das Coronavirus bei einem Ehepaar in Heinsberg festgestellt. Sie waren zuvor Karneval feiern. Und während der Hoppeditz am 26. Februar beerdigt wurde, neigte sich auch der vorerst letzte Monat voller Veranstaltungen dem Ende entgegen.  

März

Am 1. März verkündete die Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl, dass sie beim Wettbewerb „Jugend forscht“ den ersten Platz erzielen konnte, doch schon einen Tag später hielten die Corona-Nachrichten Einzug in unsere Arbeit. Das EVK Mettmann richtete eine Verdachtshotline ein. Einen bestätigten Fall im Kreis Mettmann gab es aber noch nicht. Das änderte sich mit den ersten vier Verdachtsfällen bereits einen Tag später. Die Zahl stieg kontinuierlich weiter an. Und obwohl sich der Musikraum der Realschule Hochdahl noch über neue Farbe freuen durfte, das Kinderparlament noch Schokolade für Baumpflanzungen verkaufte, das Neandertal No1 eine gut besuchte Hochzeitsmesse organisierte und die FDP ihre neue Parteispitze vorstellte, zog sich die Corona-Schnalle immer weiter zu.

Auch der Neandertallauf musste
abgesagt werden Foto: Archiv/tb

Am 10. März verkündeten wir die erste Pandemie-bedingte Absage: Der Neandertallauf konnte nicht stattfinden. Ab dem 16. März schlossen offiziell die Schulen, unser Terminkalender war mit abgesagten Veranstaltungen gesäumt. Während der Corona-Krisenstab sowohl im Rathaus, als auch im EVK Mettmann täglich tagte und die dynamische Situation beobachtet wurde, schafften Bund und Land Hilfspakete für Unternehmer. Und wir fragten uns: „Wie stärke ich mein Immunsystem?“ Die Antworten lassen sich hier nachlesen.

Am 21. März verzeichnete der Kreis Mettmann den ersten Todesfall aus Haan. Drei Tage zuvor starteten wir – mit freundlicher Unterstützung des SKFM Mettmann und des Naturschutzzentrums Bruchhausen – unsere täglichen Spiele-Tipps für Familien. Insgesamt haben wir 50 dieser Tipps veröffentlicht, die natürlich auch im Nachhinein als Kreativanregung genutzt werden können. Dass die Erkrather in der Krise zusammenhalten, haben wir in den folgenden Tagen berichten dürfen.

Aktion Anstand&Abstand: Ein T-Shirt weist auf den Sicherheitsabstand hin Foto: Crastec

Ein T-Shirt mit dem Abstandshinweis wurde an Einzelhandelsmitarbeiter verteilt, zahlreiche Organisationen und Vereine bildeten gemeinsam die „Nachbarschaftshilfe Corona“, die demnächst in einen Verein zusammengeschlossen werden soll. Der Einkauf für Risikogruppen war demnach gesichert. Und auch die Einsamkeit musste niemanden übermannen, mit Hilfe der neuen Nachbarschaftshilfe wurden Telefonpatenschaften gegründet, die jederzeit ein offenes Ohr für Anrufer hatten.

Auch wir waren aktiv und haben in zahlreichen Einzelstunden die Lieferliste aus dem Boden gestampft. Dabei wollten wir eine Übersicht schaffen, welche Angebote während der Corona-Pandemie und dem ersten Lockdown zur Verfügung standen. Die Liste ist auch heute noch aktiv und kann bei Bedarf ergänzt oder geändert werden.

April

Gottesdienst im Autokino/ Foto: LW

Für kreative Abwechslung sorgte auch das Weltspiegelkino Mettmann, das zu Beginn des Monats zum Malwettbewerb aufrief. Nur gut zwei Wochen später – am 18. April – startete das Autokino in Erkrath. Für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für zahlreiche Besucher aus dem Umland, eine gelungene Abwechslung zum bis dahin eher tristen Corona-Alltag. Die Digitalisierung hielt in vielerlei Hinsicht Einzug in die Haushalte. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler organisierten sich digital, auch die Kirchen nahmen Corona als Anlass für mehr digitale Angebote und schafften Ostergottesdienste und Grußworte auf medialem Weg. Statt in den Kirchen gab es Präsenzgottesdienste im Autokino von Thomas Rüttgers.

Auch wir waren beim CouchGig zu Gast
Foto: Susann Krüll

Für das Osterlicht durften Kirchgänger trotzdem die Gotteshäuser besuchen: Mit Abstands- und Laufrichtungsregel. Bürgermeister Christoph Schultz schaffte Sprechstundenangebote per Telefon und für musikalische Unterhaltung sorgte LuMi Event mit dem ersten CouchGig (auch wir waren einmal Gast im Rewe-Stockhausen-Studio in Unterfeldhaus), der uns online erreichte. Zuvor zog es die Eventfirma auf die Straßen. Mit Hilfe einer mobilen Bühne sorgten sie für musikalische Abwechslung „to go“. Ganz langsam regten sich auch die ersten Kultur-Pflänzchen wieder. So zog es beispielsweise Künstler Ralf Buchholz vermehrt mit seiner Kamera in die Natur. In der zweiten Aprilhälfte durfte sich besonders die Feuerwehr freuen: Das neue Gerätehaus an der Kreuzstraße wurde – in kleinem Rahmen – eingeweiht. Am 23. April durften die Abschlussschüler wieder zurück in ihre „echten“ Schulbänke. Zahlreiche Hygienekonzepte wurden für die Rückkehr geschrieben und abgesegnet. Und seit dem 27. April ist sie unser steter Begleiter: Die Mund-Nase-Maske.

Mai

Der Mai begann bereits mit einer schönen Nachricht für die Bewohner des Rosenhof-Seniorenstiftes in Hochdahl. Der Saxophonist Dirk Trümmelmeyer stattete der Wohnanlage einen Besuch ab und schaffte musikalische Ausflüge in eine Welt ohne Corona. Von den Balkonen konnten die Bewohner dem Musiker zuhören.

Musik verbindet Menschen, weiß Saxophonist Dirk Trümmelmeyer Foto: Tanja Bamme

Nachdem in Erkrath eine Visierverteilung eingeläutet wurde, äußerte sich Kämmerer Thorsten Schmitz in einem Interview erstmalig zur Haushaltsentwicklung. Die wirtschaftliche Lage der Stadt geriet zunehmend in eine Schieflage. Ganz langsam öffneten die ersten Einrichtungen, wie etwa die Jugendmusikschule und die Kitas, wieder. Besondere Freude dürfte es bei den Familien gegeben haben, als auch die Spielplätze wieder für die Kinder zur Verfügung standen. Am 6. Mai wählte der Seniorenrat mit Timo Kremerius sowie Christiane und Wolfgang Scheurer den neuen Vorstand. Gemeinsam mit dem Weltspiegelkino haben wir Karten für das Autokino versteigert. Als Dankeschön haben wir lustige Bilder der Gewinner erhalten. Das Künstlerduo PrimaNeandertal schloss sich in diesem Jahr den Glänzenden Aktionstagen an und verhüllte in diesem Zusammenhang einen Obelisken in goldene Folie. Am zweiten Maiwochenende machten erstmals die „Omas gegen rechts“ in Erkrath mit einer Aktion auf sich aufmerksam. Sie feierten mit Plakaten und Spruchtafeln das 75-jährige Kriegsende.

Und auch der ADFC wollte auf sich aufmerksam machen. Mit der Aktion „Blaue Räder“ sollte der desolate Abstellzustand für Fahrräder verdeutlicht werden. Das Museum am Lokschuppen startete im warmen Mai wieder in den vorsichtigen Probebetrieb. Währenddessen blickten Besucher des Wanderweges an der Winkelsmühle auf versperrte Gehwege. Die Anwohner hatten von ihrem Recht, den Weg für die Allgemeinheit zu sperren, Gebrauch gemacht. Der Kreis wurde schnell tätig und schaffte eine Alternative.

Gottesdienstbesucher durften sich wieder auf einen „richtigen“ Kirchgang freuen. Unter Corona-Bedingungen war die Teilnahme dort wieder möglich. Das Neandertal No1 startete mit einem neuen Gastro-Konzept. ‘Ursprünglich’ sollte es fortan in dem Restaurant von Caterina Klusemann zugehen. Die Resonanz: Großartig. Zahlreiche Gäste ließen sich auf das Erlebnis, Mahlzeiten aus der Steinzeitküche zu sich zu nehmen, mit Begeisterung ein. Und auch bei der Tafel Erkrath gab es zum Monatsende hin wieder gute Nachrichten: Die Ausgabe konnte, nachdem die Nachbarschaftshilfe Corona wochenlang einen Ersatzbetrieb übernommen hatte, in ihrer klassischen Form stattfinden.

Juni

Mit dem Film von Udo Lindenberg verabschiedete sich das Autokino Erkrath vorerst im Juni. Derweil organisierte der TSV Hochdahl Jugendtreff eine Linie des Optimismus. Zahlreiche Steine wurden mit aufmunternden Sprüchen bemalt und in einer Reihe nebeneinander am Jugendzentrum ausgelegt. Die Fridays for Future-Bewegung lud zur Kundgebung ein, an der auch zahlreiche Privatpersonen, die Parents for Future und die Omas gegen rechts teilnahmen. Das ALZ lud zur Wildkräutersammlung ein – Corona-konform und mit viel Abstand. Der Erkrather Kommunalwahlkampf startete in diesem Jahr in Düsseldorf mit der IHK Wahlkampfarena. Die Kandidaten Jörg Schintze und Peter Knitsch stellten sich den Fragen der Moderatorin Stefanie Kowalewski, die wiederum Fragen aus dem Wirtschaftsbereich weiterleitete. Der amtierende Bürgermeister Christoph Schultz nahm die Einladung nicht an. Begründung: “Es gibt mehr im Rat vertretende Parteien, als jene, die einen Bürgermeisterkandidaten stellen!”

Jörg Schintze (links) und Peter Knitsch
(rechts) stellen sich den Fragen der
Moderatorin Stephanie Kowalewski
Foto: Paul Esser

Der Verein Du-Ich-Wir präsentierte seine Idee der Summerschool, die Kindern die Möglichkeit bieten sollte, verlorenen Unterrichtsstoff in den Sommerferien nachzuholen. Die Unterstützung aus der Politik war durchweg positiv, der Weg war geebnet. Anke Nordick, Sprecherin der Tagesmütter, redete mit uns währenddessen über die Zukunft der Kindertagespflege, die sich besonders zu Corona-Zeiten schwierig gestaltet. Mit dem Stück „Eine afrikanische Tragödie“ startete das Theater Anderswo in seine Spielzeit nach der Corona-Pause. Bürgerreporter Timo Kremerius berichtete ausführlich über die erste Vorstellung von Schauspielerin Beate Sarrazin. Der Kreis Mettmann feierte an der Adalbert-Bach-Straße in Mettmann ein „kleines“ Richtfest für die neue Kreisleitstelle und währenddessen stellte der Bürgerverein Unterfeldhaus-Aktiv Spielboxen auf Spielplätzen des Stadtteils auf.

Grund zur Freude gab es für die Polizei: Der Kreis Mettmann wird das in die Jahre gekommene Hochdahlhaus gegen ein neues und modernes Dienstgebäude austauschen. Für ein paar Tage gab es auch in der Begegnungsstätte Gerberstraße glückliche Gesichter nach der Corona-bedingten Schließung. Diese Freude hielt leider nicht lange an. Ein Wasserrohrbruch ließ die Türen der Einrichtung in Alt-Erkrath wieder schließen. Die erste MidsommerArt wurde von der NeanderArtGroup auf dem Bernsauplatz veranstaltet. Zahlreiche Künstler der Künstlergemeinschaft beteiligten sich an der „sicheren“ Ausstellungsvariante.

Niklas bei der MidsommerArt/ Foto: Archiv/tb

Zum Monatsende gab es unschöne Nachrichten Rheda-Wiedenbrück. In der Fleischverarbeitungsindustrie Tönnies wurden mehrere Corona-Fälle bekannt. Das DRK Erkrath beteiligte sich an der umfangreichen Testaktion. Für den Neubau des GymNeanders gab es zum Monatsende – nach einer langatmigen Diskussion im Schulausschuss – grünes Licht. Und auch der Sportstättenbedarfsplan wurde von der Politik auf den Weg gebracht.

Morgen geht es mit unserem zweiten Teil des Jahresrückblicks weiter…

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