Tonkunst aus Unterbach

Aus Ton und Zeitungspapier entstehen Kürbisköpfe / Foto: TB

Niklas Gründker ist gerade einmal 16 Jahre jung und schon ein echtes Kunsttalent. Mit gerade einmal drei Jahren hat der Unterbacher erstmalig auf einem Freizeithof in Mettmann mit Ton gearbeitet, ab der zweiten Klasse besuchte er einen Töpferkurs.

Niklas/ Foto: Archiv/tb

Als dieser auf Grund zu geringer Teilnahme schließen musste, hat sich der Schüler kurzerhand eine neue Wirkungsstätte gesucht: Den AWO Kinder- und Jugendtreff Youth4U an der Gerresheimer Landstraße. Zum wiederholten Mal hat Niklas in der vergangenen Woche seine Töpferleidenschaft mit anderen Jugendtreffbesuchern geteilt, lässt sie an seinem Wissen teilhaben. „Wir töpfern heute für Halloween“, erklärt Einrichtungsleiter Torsten Hinzen, der ebenso begeistert von dem schmiegsamen Material ist. Vor ihm verwandelt sich ein Tonklumpen zu einem abstrakten Gespenst. Die Freundinnen Laura (10) und Anna (9) hingegen probieren sich an Kürbissen aus. „Das ist gar nicht so einfach“, versichern die Mädchen, die zunächst einen Tongürtel um eine Kugel aus Zeitungspapier legen müssen.

Niklas gibt hilfreiche Ton-Tipps

„Zu dünn darf die Tonwand nicht sein, sonst platzt sie im Brennofen“, erklärt Niklas den Mädchen, die sich gleichzeitig fragen, wie sie das Papier wieder aus dem Kürbis herausbekommen. Denn der Ton muss die gesamte Kugel umschließen und kann danach zum Kürbis geformt werden. „Die Zeitungskugel verbrennt im Ofen, dann befindet sich im Inneren nur noch ein Haufen Asche“, so Niklas erklärend. Über bis zu 1000 Grad kann der Ofen erhitzen. Im Keller der Jugendeinrichtung lässt sich ein solcher Ofen finden. „Den habe ich von meiner Mutter als Dauerleihgabe bekommen“, verrät Torsten Hinzen, der sich sichtlich über das Interesse der Jugendlichen, mit Ton zu arbeiten, freut. Einmal wöchentlich finden wechselnde Kreativangebote in der Einrichtung statt. Dabei können die jungen Teilnehmer immer wieder neue Ideen, wie etwa Filzen, Kerzenziehen oder die Fotografie-Technik erlernen. Die Nachfrage ist ganz unterschiedlich, das Jugendzentrum jedoch wird gut besucht.

Niklas Gründker erklärt Barbara Raatz, wie ihr Turm an Standfestigkeit gewinnt/ Foto: Tanja Bamme

Der Jugendtreff wird gut besucht- auch in der Corona-Zeit

„Besonders die Freitage sind stark frequentiert“, weiß Barbara Raatz. Sie arbeitet ebenfalls in der AWO-Einrichtung und probiert sich an einem Turm aus Ton aus, der sicherheitshalber um ein Glas gewickelt wird. „Ich bin mir noch nicht sicher, ob der Turm so gebrannt werden soll, oder ich ihn nochmal neu formen muss“, so Barbara Raatz, während sie ihrem Gruselturm Ziegel mit Hilfe eines Holzstabes verpasst. Niklas hingegen formt aus seinem Tonstück ebenfalls ein Gespenst. Das erste Stück einer neuen Ausstellung, für das er aktiv arbeitet. „Gerne nehme ich auch die Ton-Kunstwerke der anderen Teilnehmer mit zu den Ausstellungen“, schlägt der junge Künstler vor. Unbekannt ist Niklas in der Kunstszene nicht mehr. Schon mehrmals hat er mit der Erkrather Künstlergemeinschaft NeanderartGroup ausgestellt, war zuletzt Teilnehmer der Art in the Park.

Auch den Skulpturenweg hat er mit einer Tonkugel ausgestattet. Diese musste nach einem Vandalismus-Fall allerdings wieder abmontiert werden. Seitdem tourt die Kugel mit Niklas gemeinsam von Ausstellung zu Ausstellung. Übrigens: Den Kunstunterricht in der Schule findet der kreative Kopf weniger ansprechend. „Dort kann man seiner eigenen Kreativität nicht genügend ausleben!“

Wissenswertes: Der Kinder- und Jugendtreff Youth4U hat montags bis donnerstags von 15-19 Uhr geöffnet. Freitags stehen die Räume von 15-18 Uhr den Kindern, von 18-21 Uhr den Teenagern zur Verfügung. Kontakt unter 0211- 60025532 möglich.


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