Sturm auf die Steinzeit …

Die Kinder warten darauf den Steinzeitspielplatz zu stürmen. © RG

Der Steinzeitspielplatz ist eröffnet! In einem feierlichen Akt wurde das Band an der Brücke zerschnitten und die Kinder stürmten los. [Mit Fotogalerie]

Aus Kindersicht könnte man den ersten Teil jetzt einfach weglassen, aber das würde diesem Projekt nicht gerecht werden. Birgit Krohm, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Herrenhauser Straße in Mettmann ließ die Kinder mit einer Lehrerin im Schatten warten, während Landrat Thomas Hendele mit einer Rede vor zahlreichen Gästen noch einmal an die Entstehungsgeschichte des Projekts Steinzeitspielplatz, das Teil des Masterplans Neandertal ist, erinnerte. “Es ist geschafft. Trotz Corona konnten Zeitplan und Budget eingehalten werden”, begann er. Vier Millionen Euro haben die Umgestaltung des Wasserlaufs, der Bau der beiden Brücken und der Bau des Spielplatzes gekostet. 930.000 Euro gab es vom Land NRW als Zuschuss für die Renaturierung der Bäche. Landrat Thomas Hendele dankt allen, die an der Umsetzung beteiligt waren, vom Kreistag über Verwaltungsmitarbeiter bis hin zu den ausführenden Unternehmen.

2250 Quadratmeter umfasst der Spielplatz. 1400 Quadratmeter sind den größeren Kindern gewidmet und bieten viel Raum zum Klettern und Toben. Für die Kleineren gibt es 850 Quadratmeter Spielfläche inklusive Wasserspielen. Ein Hingucker für die ‘ganz großen Kinder’ sind die Brücken als Zuwege mit Blick aufs Museum und vor allem die renaturierten Wasserläufe. “Die Brücken haben ein wenig Probleme gemacht. Der technische Aufwand war groß”, berichtet Landrat Hendele und erklärt, dass die Umsetzung des Masterplans Neanderland mit der Spielplatzeröffnung noch nicht beendet sei. Aktuell wird die Verkehrs- und Parksituation analysiert, um später auch mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.

Bürgermeister Thomas Dinkelmann, der als Repräsentant der Stadt Mettmann teilnahm, danke noch einmal dafür, dass der Kreis sich des Themas angenommen hat. “Mettmann und Erkrath allein hätten das nie geschafft.”

Erkraths Dezernent Ulrich Schwab-Bachmann erinnert sich noch an die Vorläufer des Masterplans Neanderland. “Damals drehte es sich noch um die Kultur im Neanderland. An ein Tourismusprogramm Neanderland hat noch keiner gedacht”, erzählt er. Das Projekt zeige, wie man zusammenarbeiten kann und Bürger, Kinder, ganze Schulklassen davon profitieren. Er freut sich, dass das Projekt fortgesetzt wird und auch die Fundstelle des Neandertalers noch eine Aufwertung erfahre. “Ich bin schon jetzt neugierig, wie der Turm an dieser Stelle wirken wird”, schließt er.

“Es ist jetzt hier schöner, als es vielleicht je vorher war”, ist auch Prof. Gert Kaiser, Vorsitzender des Stiftungsrats Neanderthal, vom Abschluss des Projekts Steinzeitspielplatz angetan. “Der Kreis Mettmann ist jetzt ‘Hüter des Neandertals’ und das verdient unser aller Dank.” Er lässt die Gelegenheit nicht ungenutzt, zu erwähnen, dass der Parkplatz noch Fürsorge benötige.

Die Kinder nahen …

Inzwischen hatte Birgit Krohm längst ein Zeichen gegeben, damit die Kinder sich auf den Weg machen und darauf warten, dass endlich das Band durchschnitten wird, dass sie noch vom Spielplatz trennt. Das an diesem Tag Kinder der Grundschule Herrenhauser Straße dabei waren, hat einen Grund. Gemeinsam mit Spielplatzpatin Nicola Hengst-Gohlke hatten sich Kinder eben dieser Schule an den Ideen für einen solchen Spielplatz beteiligt. “Das ist schon einige Jahre her und die Kinder von damals sind längst aus dem Grundschulalter heraus. Aber unsere Kinder freuen sich natürlich, dass sie deshalb heute die ersten auf diesem Spielplatz seien dürfen”, erklärt Birgit Krohm.

Museumsleiterin Dr. Bärbel Auffermann spart sich zugunsten der Kinder eine längere Ansprache und fragt an der Brücke “Kennt Ihr das Neanderthal Museum?” Nachdem alle laut ‘Ja’ rufen sagt sie “Und das hier ist der größte Steinzeitspielplatz in ganz Deutschland”. Anschließend beeilten sich alle das Band zu durchschneiden und die Kinder stürmten los. Später auf dem Spielplatz eilt ein Schüler an Landrat Hendele vorbei, erkennt ihn, bremst kurz und sagt ihm “Danke dafür”.

“Da möchte man jetzt gerade noch einmal neun Jahre alt sein, nicht wahr?”, sagt eine der Besucherinnen. Aber das muss man gar nicht. Mit Kindern, Nichten, Neffen oder Enkeln, kann man ja ganz einfach einmal ‘mitspielen’ und dann haben Groß und Klein gemeinsam Spaß.

Fotogalerie Steinzeitspielplatz


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