Streetworker sind weiterhin unterweg

Caritas Kreis Mettmann

Caritas Streetworkerinnen/ Foto: Caritas Kreis Mettmann

Die drei Streetworkerinnen der Caritas-Suchthilfe, Lilian Fischer, Friederike Hegemann und Zoe Kempkens bieten Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf den Straßen von Wülfrath, Mettmann, Haan und Erkrath haben, kontinuierlich Unterstützung und Kontakt.

Durch Abstandsregelungen, FFP2-Masken und regelmäßige Testungen konnten Sie ihre Arbeit mutig und verantwortlich auch während der Pandemie weiterführen. Bedingt durch die aktuell sinkenden Infektionszahlen wird ihre Arbeit dennoch deutlich erleichtert. An der frischen Luft können nun Beratungsgespräche mit Einzelpersonen mit Abstand aber ohne Maske geführt werden; Für viele Klienten eine große Erleichterung.

Auch die Vorgabe des #STAYHOME war für die Klientinnen und Klienten ohne festen Wohnsitz und mit Suchterkrankung sehr schwer umzusetzen, da sich ihr Leben im öffentlichen Raum abspielt oder kein eigenes Zuhause vorhanden ist. So hat sich in den letzten Monaten für viele Betroffene die Situation verschärft und es gibt reichlich Nachholbedarf an Beratung, besonders zu Fragestellungen der Existenzsicherung. Viele Behörden hatten geschlossen und Ämterangelegenheiten konnten dadurch zum Teil nur digital erledigt werden und dies ist ohne eigenes Zuhause und Internet schwer machbar.

Infektionsschutz bedeutete für die Streetworkerinnen vor der Pandemie hauptsächlich, mithilfe der Vergabe und Tausch von Spritzen und anderen Safer-use-Artikeln und Aufklärungsgesprächen, HIV und Hepatitis vorzubeugen. Auch die Instandhaltung und Befüllung der Spritzenautomaten am Dieck in Wülfrath und an der Seibelspange in Mettmann ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, als Infektionsvorbeugung für Drogengebraucher*innen.

Im März letzten Jahres veränderte sich das Verständnis von Infektionsschutz. In ihrem Rucksack sind nun neben den kostenlosen SaferUse-Artikeln auch Masken und Desinfektionsmittel zu finden und unkompliziert an Bedürftige verteilt.

Die drei Sozialarbeiterinnen gehen aktiv auf die Menschen auf der Straße zu, suchen genau die Orte und Plätze auf an denen sich ihre Klientinnen aufhalten und kommen ins Gespräch. Manchmal geht es um Alltägliches aber auch um Suchtprobleme, Beziehungsstress, Geldsorgen. Die Themen sind so vielfältig wie das Leben der Menschen.

„Wir beraten natürlich zu den aktuellen Corona Regelungen, aber das ist häufig nur der Einstieg in das Gespräch. Frustration, Resignation aber auch Angst begegnen uns bei unseren Einsätzen auf der Straße immer wieder. Wir gehen auf die Sorgen ein und können durch passende Angebote Entlastung in stressigen Situationen bieten“, erzählt Streetworkerin Friederike Hegemann.

Seit letztem Sommer gibt es das Projekt „Endlich ein Zuhause“ im Kreis Mettmann. Es richtet sich an von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen, die eine Suchterkrankung aufweisen. Mit jeweils einer halben Stelle kümmern sich Lilian Fischer von der Caritas-Suchthilfe in Wülfrath und Tumay Bicer-Poyraz von der AWO Suchthilfe Monheim.

Frau Fischer besucht die Menschen an den Orten, an denen sie sich aufhalten, auf der Straße, im Obdach oder bei Bekannten, bei denen sie „mitwohnen“ auf. Trotz der schwierigen Situation der letzten Monate konnte sich das Hilfsangebot gut etablieren und bereits vielen Menschen helfen, zum Beispiel Wohnungsverlust zu vermeiden oder Wohnraum zu finden.

Erkennbar sind die drei Caritas-Streetworkerinnen, die für die Städte Erkrath, Haan Mettmann und Wülfrath insgesamt knapp zwei Vollzeitstellen besetzen, auch an den coolen „Streetwork“ Mützen und bei warmen Temperaturen an ihren „Streetwork“ Bauchtaschen.

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