Straßenkarneval muss ausfallen

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Am 15. Februar 2020 zog der närrische Lindwurm durch Erkraths Straßen, im kommenden Jahr wird er ausfallen müssen Foto:Archiv/tb

Udo Wolffram wirkt betrübt. Seine Befürchtungen, den Erkrather Karneval im nächsten Jahr aufs Eis legen zu müssen, haben sich nach Gesprächen mit anderen Verbänden bewahrheitet.

Udo Wolffram/
Foto: TB

„Der Straßenkarneval fällt komplett aus, auch die Närrische Markthalle muss abgesagt werden“, so der KG-Präsident. Für Udo Wolffram, der die fünfte Jahreszeit alljährlich mit all seinen Facetten lebt und liebt, ist diese Entscheidung besonders schlimm. „Aber wir können einfach kein Hygienekonzept für diese Feiern realisieren. Das ist nicht möglich.“ Auch der Sitzungskarneval wird ausfallen müssen. „Wir können nur eine kleinere, begrenzte Anzahl an Gästen zu unserem Bunten Abend in die Stadthalle lassen. Das rentiert sich finanziell nicht“, ist sich der Präsident sicher, der eigentlich im kommenden Jahr nochmal eine Schippe drauflegen wollte. 2.000 Euro wurden für das Bühnenprogramm zusätzlich investiert. „Eigentlich hätten auch die Eintrittskarten teuer werden müssen. Wir haben uns damit stets am unteren Ende befunden.“ Solche Überlegungen fallen allerdings für das nächste Jahr weg.

Start in die Session wird im kleinen Rahmen gefeiert

Ein kleiner Wehrmutstropfen: Auf Grund der offiziellen Angaben der Landesregierung sind die Verträge mit den Künstlern hinfällig, Ausfallgebühren werden also nicht fällig. „Das erleichtert die Entscheidung natürlich ein bisschen, weil unsere Gesellschaft nicht bankrottgehen wird.“ So ganz ohne Karneval soll Erkrath in der kommenden Session aber nicht auskommen müssen. Der Start der närrischen Jahreszeit wird in kleinerem Rahmen gefeiert. Mit geladenen Gästen und an einem übersichtlichen Ort. „Auch der Hoppeditz wird an diesem Tag erwachen. Wie, steht aber noch nicht fest“, so Udo Wolffram, der die Entscheidung gemeinsam mit der Karnevalsgesellschaft Die Letzten Hänger fällen möchte. „Nur gemeinsam können wir den Karneval in Erkrath im kleinen Rahmen realisieren“, ist sich der Präsident sicher.

Ein bisschen sieht Wolffram die Corona-Pandemie auch als Chance für ein Umdenken. Zurück vom lauten, alkohollastigen Karneval- zurück zur Tradition. „Wir könnten wieder einen leiseren Karneval feiern, mit mehr Raum für Büttenreden und Menschen, die auch wirklich zuhören“, wünscht sich der Initiator, der zeitgleich der Erkrather Gastronomie unter die Arme greifen möchte. „Kleinere Feiern in einem überschaubaren Lokal- vielleicht in einem Restaurant oder einer Bar, das sind Überlegungen die wir gerade weiter verfolgen.“ Auch das Ordensfest könnte in dieser Form realisiert werden, denn Orden hat die Gesellschaft bereits. Auch Pins für die Närrische Markthalle wurden bestellt und sollen in der jecken Session verteilt werden. „Somit können uns die Leute unterstützen, auch wenn wir die Pins nicht auf den Feiern veräußern. Das hilft uns.“

Dank an die Unterstützer

Eine Sessions-Festschrift wird es ebenfalls geben. Die Werbeplätze in der Ausgabe sind bereits so gut wie weg. In diesem Zusammenhang möchte sich Udo Wolffram bei den Unternehmern bedanken, die trotz wirtschaftlicher Lage weiterhin Werbung geschaltet haben. „Auf Grund ausfallender Veranstaltungen wird die Kasse immer leerer und wir sind für diese Form der Hilfe unendlich dankbar“, versichert der KG-Präsident. Ob die kleineren Veranstaltungen per Livestream übertragen werden können, an dieser Idee feilt der Vorstand noch. Fraglich ist auch, wie das designierte Prinzenpaar eingeführt werden soll. „Diese Entscheidung liegt jedoch bei den Letzten Hängern, die wir natürlich unterstützen werden.“ Ein Kinderprinzen- und Vereinsprinzenpaar wird es allerdings nicht geben, so viel ist sicher.

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