Stadtwerke Erkrath: Wir sind da!

Stadtwerke-Geschäftsführer Gregor Jeken verweist auf die Übersicht der Ausbaugebiete für den Glasfaserausbau Foto: Tanja Bamme

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf sämtliche Unternehmen, auch auf die Stadtwerke Erkrath.

Obwohl der Terminkalender von Geschäftsführer Gregor Jeken eigentlich gut gefüllt schien, hat sich dieser innerhalb kürzester Zeit sprichwörtlich in Luft aufgelöst. Und auch das Miteinander innerhalb des Teams hat sich gewandelt. „Mittagspausen finden nicht mehr gemeinsam statt, kleine Büros werden nur noch von einer Person besetzt, in Großraumbüros findet man maximal zwei Personen.“

Schutz für Mitarbeiter und Kunden

Die Hygienerichtlinien werden strikt eingehalten. Demnach hat ein Großteil der Mitarbeiter bereits vor Wochen das Homeoffice bezogen. Die Außendienstmitarbeiter kommen gar nicht erst in die Unternehmenszentrale an der Gruitnerstraße sondern nehmen die Fahrzeuge mit nach Hause. „So wollen wir unsere Mitarbeiter, aber auch unsere Kunden schützen“, erklärt Gregor Jeken das Vorgehen. Und die Maßnahmen greifen, nicht ein Kollege ist seit dieser Zeit erkrankt. „Lediglich ein Mitarbeiter, der in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, hat sich angesteckt. Dieser ist aber zum Glück mittlerweile wieder genesen.“

Einen Stillstand gibt es auf Grund der Krise aber nicht. Als Dienstleistungsunternehmen im Bereich Gas-, Wasser-, Strom-, und Telekommunikationsversorgung sind die Stadtwerke Erkrath auch weiterhin für ihre Kunden erreichbar. „Wir hatten beispielsweise eine Gasausströmung, die wir natürlich nicht ignorieren können. Mit Maske und Handschuhe sind unsere Mitarbeiter dieser Aufgabe nachgegangen“, weiß Jeken.

Weniger Stromabsatz wegen Corona

Mit Blick auf den aktuellen Stromabsatz ist die Krise bei den Stadtwerken Erkrath auch optisch sichtbar. Rund 10-15 Prozent weniger Absatz wird derzeit verbucht. „Viele Produktionen wurden eingestellt und die Mitarbeiter in Kurzarbeit oder Homeoffice geschickt. Das merken wir deutlich“, erklärt der Geschäftsführer, der diesen Zustand aber noch als „glimpflich“ bezeichnet. „In Erkrath sind wir größtenteils eine Wohnstadt, andere Städte mit einer größeren Unternehmensstruktur geht es deutlich schlechter. Dort können die Zahlen bei bis zu 40 Prozent liegen.“

Traurig ist Gregor Jeken besonders über die Schließung des Neanderbads. Bereits am 14. März musste die beliebte Wasserstätte ihren Betrieb einstellen und die Pforten schließen. Das bedeutet nicht nur ein finanzieller Verlust von rund 100.000 Euro Monatseinnahmen durch Eintrittsgelder, auch musste ein Großteil der Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden. „Und das, obwohl wir bei diesem Wetter sicher rund 1.200 Besucher pro Tag erwartet hätten“, so Jeken. Für die Kurzarbeiter gibt es eine Aufstockung auf 95 Prozent des Grundgehaltes. „Demnach fallen lediglich fünf Prozent Gehalt weg.“ Zwei der drei angestellten Auszubildenden bereiten sich aktuell auf die Abschlussprüfungen vor und müssen auch weiterhin vor Ort mit ihrem Ausbilder vorbereitet werden. „Sie halten das Bad gleichzeitig betriebsbereit und machen kleinere Arbeiten nebenher“, erläutert Gregor Jeken weiter.

Autokino ist ein wahrer Gewinn

Als wahren Gewinn bezeichnet der Geschäftsführer jedoch das kurzfristig initiierte Angebot des Autokinos von Kinobetreiber Thomas Rüttgers. Unbürokratisch hat die Organisation funktioniert und auch die Anfrage für die nächsten 14 Tage Spielbetrieb wurde von Seiten der Stadtwerke bereits genehmigt. Um künftig auch aktuelle Kinofilme anbieten zu können, wird derzeit ein Glasfaserkabel in den Außenbereich gelegt. „Wir sind flexibel und machen das einfach“, versichert Jeken.

Die Auslastung des Netzes hat seit der Pandemie deutlich zugenommen. Geschwindigkeitsprobleme sollten Stadtwerke-Kunden allerdings keine haben. Und wer noch nicht über die neue Lichtwelle verfügt, kann auf der Homepage der Stadtwerke einen Überblick über die bereits ausgebauten oder künftig angedachten Bereiche erhalten. Mit einem einfachen Klick lässt sich feststellen, wann die eigene Immobilie eben diese Leistungen empfangen kann. „Um in einem Bereich von durchschnittlich 60 Haushalten mit der kostenlosen Verlegung beginnen zu können, müssen 40 Prozent der Region der Inbetriebnahme zugestimmt haben“, so der Fachmann.

Verteilerstopps gab es wegen Corona keine. Auch aktuell sind die Tiefbauunternehmen im Einsatz und verlegen an mehreren Stellen die Kabel. 653 Privat- und 99 Geschäftskunden sind bereits in der Kundendatei der Stadtwerke Erkrath gelistet. Beratungen finden mit den notwendigen Hygienerichtlinien auch weiterhin statt.

Wissenswertes: Ab 4. Mai wird auch das Kundencenter wieder öffnen. Näheres hier.


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