Stadthallenfoyer soll heller und freundlicher werden

Grafik: Stadt Erkrath

1973 wurde die Stadthalle Erkrath als Mehrzweckaula geplant und 1975 eingeweiht. Jetzt, 45 Jahre später, soll zumindest das Foyer eine Grundsanierung erhalten.

Barbara Nowakowski präsentierte ihre Ideen diesbezüglich bereits im Januar dieses Jahres im Kulturausschuss. Die damalige Studentin der Hochschule Düsseldorf hatte sich die Stadthalle Erkrath für ihre Master-Thesis ausgesucht und eine komplette Umplanung vorgenommen (wir berichteten). Zum Jahresende präsentierte Nowakowski, die zum Januar 2021 als Mitarbeiterin im städtischen Immobilienmanagement tätig sein wird, ihre fertigen Pläne.

Mühlenrad und Stadt-Logo dienen als Planungsidee

Spielerisch ist sie an die Planung herangegangen, hat sich dabei sowohl vom neuen Stadt-Logo als auch vom Mühlenrad des Stadtwappens inspirieren lassen. Ein Modell ihrer Ausarbeitungen hängt sogar in der Elbphilharmonie in Hamburg. Im Foyer möchte die Master-Absolventin künftig „mehr Platz schaffen“. Wie dies aussehen könnte, veranschaulichte Barbara Nowakowski mit Hilfe einer anschaulichen Präsentation. „Das Kassenhäuschen neben dem Eingang soll einer Lounge weichen“, erklärt sie den Ausschussmitgliedern. Zudem soll ein Windfang gegen Durchzug helfen. Neue Barelemente tragen zur Attraktivität des Foyers bei. Diese sollen zentral an der Kopfseite des Foyers installiert werden.

„Die Garderobe verschwindet in einen Hinterraum, sodass auch der Zugang dorthin erschwert wird“, erläutert Barbara Nowakowski weiter. Um die Raumkapazität zu erhöhen, sollen neue Fensterelemente eingebaut werden, die Sitzgelegenheiten direkt in den Fensternischen vorstehen. Überhaupt möchte die künftige Verwaltungsmitarbeiterin überwiegend mit neuen Fensterfronten arbeiten, in deren Stützen künftig die Heizungselemente unterbringen.

Hocker, die in der Wand verschwinden

Das Mühlenrad lässt sich als abstrakte Dekoration an den Wänden wiederfinden. Besonderer Clou: Sitzhocker können aus den Wänden entnommen werden und ebenso wieder in diesen versenkt werden. „Neu ist das Konzept nicht“, versichert Barbara Nowakowski. „Ich habe es nur an unsere Bedürfnisse angepasst.“ Auch eine neue Beleuchtungsanlage soll das Foyer künftig in bedarfsgerechtes Licht rücken. Mal eher dekorativ, mal deutlich ausleuchtend. „Insgesamt wirkt das Foyer heller und freundlicher“, ist sich die Planerin sicher, die auf Grund ihrer Masterarbeit auch die weitere Stadthalle überplant hat.

„Nur eine Vision“

„Das ist aber nur ein Ausflug in meine Arbeit, die Realisierung scheint zum aktuellen Zeitpunkt utopisch“, steigt Barbara Nowakowski in die weiteren Pläne ein. So könnte sie sich vorstellen, einen Aufbau auf die Stadthalle zu setzen um mehr Sitzplätze zu generieren. Dass bekannte Künstler primär in Lokalitäten mit rund 1000 Sitzplätzen auftreten und man als kleinere Spielstätte kaum die Chance hat, namenhafte Künstler zu verpflichten, nahm Barbara Nowakowski aus einem Gespräch mit Sozialdezernent Ulrich Schwab-Bachmann mit. Dieser verwies bei den Ausführungen jedoch darauf, dass es sich bei den Überlegungen ausschließlich um „Visionen“ handle, deren Umsetzung auf Grund der Haushaltslage nicht machbar sei.

„Ob ein Aufbau auf die Stadthalle möglich ist, wurde auch statisch noch nicht überprüft“, ergänzt Nowakowski, die sich auch eine Zwischendecke in der bestehenden Halle vorstellen könnte, um weitere Plätze zu generieren. Letztlich ging es aber ausschließlich um die Sanierung des Foyers, deren Kosten Barbara Nowakowski auf insgesamt 740.000 Euro schätzt. „Ohne die neue Fensterfront, die immerhin eine Länge von 88 Metern aufweist, wären wir bei schätzungsweise 443.000 Euro. Wenn wir uns aber für die günstige Variante entscheiden, ist eine anschließende Erweiterung nicht mehr möglich“, führt sie aus und ergänzt, dass es bezüglich der Sanierung zahlreiche Fördertöpfe gibt, die man diesbezüglich nutzen könnte.

Die Politik sprach sich durchweg positiv für die Maßnahme aus, deren Realisierung in der kommenden Haushaltsplanberatung mit berücksichtigt werden wird. Die CDU erkundigte sich zudem über den Verbleib des Regieraums. „Dieser wird ins Halleninnere verlagert“, antwortete Barbara Nowakowski. Angela Klinkhammer-Neufeind (BmU) hinterfragte zudem den Zeitplan. „Wir sind gerade in der aktuellen Pandemie-Zeit auf diesen Raum angewiesen“, argumentierte sie ihre Fragestellung. „Wir werden sicher bis Juni/Juli kommenden Jahres allein für die Vorplanungen benötigen“, so Barbara Nowakowski, die eine genaue Zeitschiene noch nicht benennen konnte.

Wissenswertes: Den Stein ins Rollen gebracht hat die CDU, die für den Haushalt 2020/21 eine Sanierungssumme in Höhe von 150.000 Euro für das Stadthallenfoyer eingebracht hat. Bürgermeister Christoph Schultz freute sich im Ausschuss über die positive Resonanz der Politik und gab an, dass man diesbezüglich einen Veränderungsantrag für den Haushalt einstellen könnte. Die Ausschussmitglieder sprachen sich in der Diskussion ausschließlich für die weitreichendere Variante (inklusive Fenstererneuerung) aus.

Blick in Richtung Damen-WC/ Grafik: Stadt Erkrath

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