Stadt distanziert sich von nicht fachgerecht durchgeführter Abfischung am Stadtweiher

Stadt Erkrath

Foto: sk

Anzeige gegen Unbekannt

Am Stadtweiher in Hochdahl wird derzeit die für Sommer geplante Entschlammung vorbereitet. Während der kontrollierten Trockenlegung des Weihers wurden nun einige Fische aus dem aktuellen Restbestand nicht fachgerecht abgefischt. Die Stadtverwaltung distanziert sich ausdrücklich von dieser qualvollen Tötung der Tiere und hat den Vorfall beim Kreis Mettmann gemeldet.

Um möglichst viele der dort beheimateten Tiere zu retten, hat die Stadt bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Fischereiverband Düsseldorf / Wuppertal damit begonnen, über mehrere Wochen den vorhandenen Fischbestand abzufischen. Dabei konnten mit Unterstützung des ASV-Hochdahl e.V. mehr als 15.000 Fische aus neun Fischarten erfolgreich in umliegende Gewässer umgesetzt werden. Eine Rettung aller Fische ist dabei sehr schwierig, da sich hier vereinzelt Tiere unter dem starken Seerosenbewuchs des Weihers verstecken oder in bereits trocken gelegte Bereiche verirren.

Um auch diese Tiere zu retten, ist seitens der Stadt vor der endgültigen Trockenlegung eine weitere abschließende Abfischung der restlichen Wasserfläche geplant. Die Fische sollen dann in Zusammenarbeit mit den Fischereibeauftragten des Kreises Mettmann fachgerecht in umliegende Gewässer umgesiedelt werden.

Die Stadt Erkrath verurteilt die im Video dargestellte qualvolle Tötung der Tiere und hat den Vorfall bereits beim Kreis Mettmann als Tierschutzbehörde gemeldet sowie Anzeige erstattet. Die dort handelnden Personen sind uns nicht bekannt und wurden auch nicht von der Stadt Erkrath beauftragt.

Das es auch anders geht, haben wir bereits im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt: Gemeinsam mit dem Fischereiverband Düsseldorf / Wuppertal und der Unterstützung des ASV-Hochdahl e.V. konnten in einer mehrwöchigen Abfisch-Aktion mehr als 15.000 Fische des Stadtweihers erfolgreich in umliegende Gewässer umgesetzt werden. Laut Mitteilung des für die Abfischung beauftragten Institutes „Limares – Institue for Iimnological and marine research GmbH“ war die Abfischung umfänglich.  Nur ein äußerst geringer Restbestand konnte nicht aufgenommen werden, da dieser sich unter dem starken Seerosenbewuchs im westlichen Bereich des Weihers zurückgezogen hatte.

Aus diesem Grund wurde mir dem Institut eine weitere abschließende Abfischung – vor der endgültigen Trockenlegung des Weihers – vereinbart, um ebenso den noch vorhandenen Restbestand in umliegende Gewässer umzusiedeln. Wann und wie dies erfolgt, wird derzeit mit den Fischereibeauftragten des Kreises und dem ASV Hochdahl abgestimmt. Auch alle weiteren Schritte zur Vorbereitung der Entschlammung wurden stets zur fachkundigen und tierschutzgerechten Durchführung von der unteren Naturschutzbehörde und unteren Fischereibehörde des Kreises Mettmann begleitet.

Zusätzlich wurde eine umfangreiche Artenschutzvorprüfung vorgenommen. Diese ergab, dass die geplante Umgestaltung des Stadtweihers aufgrund der dort vorhandenen Strukturen und Gegebenheiten keine Auswirkungen auf die lokale Population hat, da ausreichend Ausweichlebensräume – darunter Fortpflanzungs- und Ruhestätten für Vögel sowie Fledermäuse – mit gleichartigen Strukturen im unmittelbaren Umfeld des Weihers vorhanden sind. Um auch aktuelle Brutstandorte nicht zu gefährden bzw. zu zerstören, werden jegliche Maßnahmen zur Beseitigung von Vegetationsstrukturen, wie auch die geplante Entschlammung des Weihers außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeiten europäischer Vogelarten durchgeführt – d.h. außerhalb der Zeit zwischen dem 01.03. und 30.09.2020. Eine weitere vertiefende artenschutzrechtliche Prüfung war unter Einhaltung der Bauzeitbeschränkung nicht erforderlich. Dem geplanten Vorhaben stehen aus Sicht des gesetzlichen Artenschutzes somit keine zulassungshemmenden oder zulassungsversagenden Sachverhalte entgegen.


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