Spaß am Zusammensein und Hardanger

Seit 15 Jahren treffen sie sich zweimal im Monat zum 'Hardanger-Kurs. 'Es darf gelacht werden', denn neben filigraner Handarbeit haben die Damen eine Menge Spaß miteinander. Foto: RG

Hardanger ist nicht etwa eine Pferderasse, falls unsere Leser jetzt ‘tippen’ wofür der Begriff steht. Hardanger ist eine nordische Stickart.

Seit fünfzehn trifft sich die zehn Damen nun schon zweimal monatlich im AWO-Treff im Bürgerhaus. Eigentlich waren sie sechszehn, aber eine ehemalige Teilnehmerin ist an Demenz erkrankt und einige sind bereits verstorben. “Wir brauchen dringend Nachschub”, erklärt mir eine Kursteilnehmerin mit Humor und zog sich auch durch den Rest des Beisammenseins. Neben dem Praktizieren einer besonderen Stickform haben die Damen hier vor allem viel Spaß miteinander.

“Wir treffen uns jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 14 bis 16.30 Uhr”, erklärt mit Kursleiterin Gisela Lingnau für die die Kursnachmittage auch eine Auszeit vom Alltag bedeuten. Hardanger Kurse gibt sie schon länger, ursprünglich auch in Haan. Als Giselas Mann schwer erkrankte, konnte sie den Kurs in Haan nicht weiterführen. Einige der ehemaligen Haaner Kursteilnehmerinnen haben sich dann entschlossen nach Hochdahl zu kommen und das tun sie bis heute.

Während ich bei Kaffee und Kuchen mit dem Kurs am Tisch sitze, kann ich mir die filigranen Arbeiten anschauen. Von Ton-in-Ton gearbeiteten Kissen oder Tischdecken bis zum bunten Baumschmuck lässt sich mit Hardangerstickerei große Vielfalt umsetzen. Ostern und Weihnachten können damit locker auf Kunstoffdeko verzichten und ein Zimmer im Landhausstil zu dekorieren ist damit auch kein Problem. Ein bisschen Geduld und Geschick ist gefragt. Am Tisch wird der dafür notwendige Stoff zugeschnitten, die neuesten Vorlagen ausgetauscht und jeder arbeitet an seinem ganz persönlichen Stück. Es ist nicht etwa so, dass alle gleichzeitig an gleichen oder ähnlichen Handarbeiten sitzen.

Monika hat gerade ein Kissen fertiggestellt. Foto: RG

Es wird viel gelacht. Marija, Rosemarie, Hannelore, Christel, Helga, Monika, Rosi, Hannelore, Ursula und Gisela kennen sich ja auch schon eine halbe Ewigkeit. Der Kurs ist für sie Hobby, Abwechslung vom Alltag und eine kleine Auszeit, die sie miteinander genießen.

‘Nachschub’, wie eine von ihnen es zuvor humorvoll genannt hat, suchen sie auch, weil der Kurs nicht kleiner werden darf, denn dann steht die Fortsetzung in den Räumlichkeiten der AWO möglicher Weise in Frage. Wer neugierig geworden ist und gerne mal ‘schnuppern’ möchte, kann das an jedem 2. und 4. Donnerstag von 14 bis 16.30 Uhr im AWO-Treff Hochdahl im Bürgerhaus Hochdahl, Sedentaler Straße 105 in Erkrath.

Infos zu Hardanger-Stickerei: Hardanger gehört zu den Durchbruchstickereien und ist durch spezielle Doppeldurchbrüche charakterisiert. Die aus Norwegen stammende Stickart wurde nach einer Region benannt, in der die Stickart früher zum Verzieren von Trachtenblusen und Schürzen angewandt wurde. Durchbruchstickereien an sich sind orientalischen Ursprungs, die schon im 7. Jahrhundert entwickelt wurden. Von Persien fanden sie ihren Weg nach Italien und Europa.


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