Sommerinterview: FDP

Ralf Lenger/ Foto: Nina Runge

Auch in diesem Jahr möchten wir die politikfreie Zeit nutzen und mit den Vorsitzenden der Erkrather Fraktionen Sommerinterviews führen. Den Start machen wir in diesem Jahr mit Ralf Lenger von der FDP Erkrath:

2020 war das Jahr der Kommunalwahl. Was hat Ihre Fraktion bisher schon auf den Weg bringen können?

Lenger: Wir waren zuversichtlich, das wichtige Thema Digitalisierung in einem eigenen Ausschuss prominent platzieren zu können und die Kosten der Feuerwache zu deckeln. Leider fehlte uns in beiden Fällen die Unterstützung seitens der CDU, die wir eigentlich vor der Wahl vereinbart hatten. Wir bleiben aber bei diesen Themen am Ball. Hingegen freuen wir uns, dass der Antrag zur Bürgerbeteiligung über die digitale Plattform CONSUL, den wir zusammen mit Bündnis90/Die Grünen, der BmU und den Linken auf den Weg gebracht haben, eine Mehrheit gefunden hat. Ebenso hoffen wir auf den erfolgreichen Abschluss unseres Antrages zur Einrichtung einer Schnellbuslinie von Gerresheim über Erkrath – Hubbelrath – Ratingen zum Düsseldorfer Flughafen.

Wie sah die Kommunalpolitik in Corona-Zeiten aus? Sind wichtige Themen auf der Strecke geblieben?

Lenger: Am schwierigsten war es, den direkten Kontakt zu den Bürgern aufrechtzuerhalten. Der Stadtrat tagte während des Lockdowns wie in einer abgeschlossenen Blase. Das strukturelle Defizit des städtischen Haushalts wurde durch die Kosten der Corona-Krise überdeckt. Nach dem Ende der Krise müssen wir aber alle Großprojekte auf den finanziellen Prüfstand stellen, damit die Stadt Erkrath finanziell wieder fit wird.

Welches Ziel, das Sie bis zum Ende der Amtszeit anpacken wollen, liegt Ihnen besonders am Herzen?

Lenger: Die Sanierung des Erkrather Haushalts und die Unterstützung der lokalen Unternehmen, die besonders unter den Lockdown-Maßnahmen gelitten haben, sind für uns wichtig. Daneben gilt es, die Herausforderungen bedingt durch den Klimawandels mit innovativen Ideen und ohne ideologische Scheuklappen zu meistern. Des Weiteren wollen wir die Bildungschancen der Kinder, deren Familien mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, verbessern. Die Stadt Erkrath sollte sich für den Standort Sandheide um Mittel aus dem Landesprogramm Talentschule bewerben.

Mehrheiten im Stadtrat zu finden, das gestaltet sich gerade schwierig. Mit wem kann sich Ihre Fraktion ein Koalitionsbündnis vorstellen?

Lenger: Wir sprechen mit allen demokratischen Fraktionen und suchen dann für einzelne Projekte die besten Bündnispartner. Mit einem Koalitionsbündnis wäre diese Suche sicherlich einfacher. Dies setzt aber Verlässlichkeit des jeweiligen Partners voraus.

Wie sollte sich die politische Arbeit im Stadtrat in den nächsten vier Jahren entwickeln?

Lenger: Ich würde mir wünschen, dass wir im Stadtrat mutiger pragmatische und innovative Lösungen finden, statt immer wieder dieselben lähmenden Diskussionen aus der Vergangenheit zu führen. Es lohnt sich nicht darüber zu streiten, wer vor Jahren für oder gegen ein Mobilfunkkonzept war. Fakt ist: wir haben erhebliche Funklöcher in Erkrath, die die Entwicklungsfähigkeit der Stadt behindern. Also brauchen wir für dieses konkrete Problem eine Lösung und müssen mit den Mobilfunkanbietern sprechen. Wir müssen uns als Dienstleister für die Bürger unserer Stadt sehen und Erkrath zukunftsfähig machen.

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