So viele Wünsche, wie noch nie

Wunschbaum 2019
v.l.n.r.: Maria Schlechter-Heims, Lore Schulz, Wolfgang Soldin, Regina Wedding, Erhard Tönjes, Marianne Koch, Knut Stein Foto: Ria Garcia

Bereits zum 24. Mal findet die Wunschbaumaktion statt. In den Filialen der Kreissparkasse warten viele Wünsche auf Erfüllung.

150 Wunschkarten werden in diesem Jahr an den Wunschbäumen hängen. Das sind so viele, wie noch nie. Die Idee zum Wunschbaum brachte Inge und Ernst Buddenberg vor vielen Jahren aus den USA zu uns nach Erkrath. Inzwischen ist die Idee von vielen anderen Städten kopiert worden. So viele Wünsche, wie noch nie, klingt erst einmal positiv, aber dahinter stecken Schicksale. Kinder für die ein Weihnachtsgeschenk nicht selbstverständlich ist, Senioren die sich nicht einmal den Friseurbesuch leisten können.

Manchmal sind es auch größere Wünsche, wie eine Pflegematratze für ein Kind mit Behinderung. “Das übernehmen wir dann”, erklärt Knut Stein von der Jugendstiftung. Er und Erhard Tönjes arbeiten schon seit einigen Jahren erfolgreich mit dem Team des Wunschbaums zusammen. Die Jugendstiftung übernimmt Wünsche, die übrig bleiben. “Es bleiben aber fast nie Wünsche übrig und deshalb mussten wir überlegen, wie wir helfen können. Jetzt übernehmen wir die Wünsche, die eigentlich zu groß für den Wunschbaum sind, wie etwa eine Pflegematratze”, sagt Tönjes. Auch für die Grundschule Sandheide hat die Jugendstiftung in diesem Jahr im Vorfeld bereits einen Wunsch erfüllt. Zehn Legokästen mit großen Steinen für das Spiel auf dem Schulhof hat die Stiftung gespendet.

Auch andere Wünsche wurden bereits im Vorfeld erfüllt. Toni und Serge vom Kupferspieß in Hochdahl  und Vinko vom Erkrather Hof haben Gutscheine für einen Restaurantbesuch gesponsert. Landrat Thomas Hendele stiftet bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit Silvia Scheffel (Blumenfreund) zehn Blumensträuße für den Raum der Stille im Hospiz.

Christoph Windges (Edeka Hochdahl) und Erich Stockhausen (REWE Stockhausen) haben je einen großen Präsentkorb für die Begegnungsstätte Jung und Alt und das Betreute Wohnen im Johanniter-Haus gesponsert. Auch Silvia Scheffel (Blumenfreund) und Sarah Willwert (Buchhandlung Weber) haben für das Johanniterhaus ein Adventsgesteck und zwei Hörspielkassetten gespendet.

Die Zahl der Wünsche von Senioren steigt

“Als die Wunschbaumaktion vor 24 Jahren ins Leben gerufen wurde, richtete sie sich eigentlich an Kinder, deren Eltern auch kleinere Wünsche nur schwer erfüllen können”, erinnert sich Ratsfrau Marianne Koch, die gemeinsam mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Regina Wedding schon zwei Jahrzehnte die jährliche Wunschbaumaktion organisiert. Auch Lore Schulz gehört zum Team. “Inzwischen sind 30 Prozent der Wünsche, die uns aus Organisationen genannt werden, von Senioren, die sich oft das Nötige nicht leisten können”, schildert sie die Veränderung, die sich mit den Jahren ergeben hat. Oft sparen Senioren das Wenige, was überhaupt übrig bleibt, um den Enkelkind ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen und dann fällt ein Friseurbesuch aus, so Koch. Auch falle es vielen Senioren schwer von der Rente das Futter für das geliebte Haustier oder die Taxikosten für einen notwendigen Arztbesuch zu zahlen. Der Zunahme der Seniorenwünsche ist auch geschuldet, dass Erhard Tönjes sich auch noch mit der Stiftung Abendsonne in die Wunschbaumaktion einbringt.

“Wir sind dankbar, dass die beiden Stiftungen helfen, dass kein Wunsch unerfüllt bleiben muss und wir möchten allen anderen Spendern herzlich danken, ohne deren Wunscherfüllung es die Wunschbaumaktion gar nicht gäbe”, dankt Regina Wedding allen Spendern und sie bedankt sich bei der Kreissparkasse, die seit 19 Jahren das Aufstellen der Wunschbäume in ihren Filialen ermöglicht. “Unsere Mitarbeiter freuen sich jedes Jahr auf die Aktion und sind oft die ersten, die sich Wünsche vom Baum nehmen”, weiß Filialdirektor Wolfgang Soldin. Ein Mitarbeiter erfüllt sogar jedes Jahr einen Wunsch mit persönlichem Einsatz. Hartmut Lubberich musiziert mit seinem Akkordeon jedes Jahr im CBT Haus. Das hat schon Tradition und die Bewohner freuen sich jedes Jahr darauf.

Die Mehrzahl der Wünsche bleibt anonym

Das CBT Haus mit seinem Gesangsnachmittag zählt zu den Ausnahmen, denn eigentlich bleiben die Wünsche anonym. Sie werden jedes Jahr ab Oktober in Organisationen gesammelt. So meldet zum Beispiel eine Erzieherin den Wunsch ohne Namensnennung an das Team des Wunschbaums, das alle Wünsche nummeriert in eine Liste aufnimmt. Später werden die Wünsche auf Karten und Sterne, die vom Hospiz oder aus Kindergärten stammen, notiert und am Baum aufgehängt. Auch die Karten und Sterne enthalten die jeweilige Nummer. Ist der Wunsch erfüllt und das Päckchen in der Sparkassenfiliale abgegeben, wird es vom Wunschbaumteam abgeholt und in der Organisation abgegeben.

“Es ist schwierig an die Wünsche heran zu kommen. Die Menschen schämen sich oft, dass sie nicht einmal für einfache Dinge genügend Geld haben. Deshalb ist es uns so wichtig, dass wir die Anonymität waren. So weiß nur eine vertraute Person davon, die das Paket dann auch persönlich weitergibt”, beschreibt Lore Schulz den Ablauf. Es lässt sich erahnen, wie viel Aufwand Jahr für Jahr in der Wunschbaumaktion steckt und dennoch feiert sie im kommenden Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum.

Ein neues Gesicht im Team

In diesem Jahr ist zum Pressetermin erstmals ein neues Gesicht im Team zu sehen. Maria Schlechter-Heims, ist eine der Nachfolgerinnen, die im kommenden Jahr in die Fußstapfen von Regina Wedding, Marianne Koch und Lore Schulz treten sollen. Die drei sind inzwischen über 70 und wollen ihre Aufgabe an Jüngere übergeben. Neben Schlechter-Heims werden Sarah Harden und Dorrin Shayesteh im kommenden Jahr das neue Wunschbaumteam bilden. In diesem Jahr begleiten die Drei die Aktion erst einmal als “Praktikantinnen”.

“Als ich auf die mögliche Nachfolge angesprochen wurde, kannte ich zwar die Bäume, nicht aber was dahinter steckt”, erinnert sich Maria Schlechter-Heims. Und das ist eine ganze Menge, wie sie in diesem Jahr bei der Begleitung des Teams lernt. “Wir brauchen ja im kommenden Jahr auch die Kontakte, die sich in den Jahren ergeben haben”, erklärt Schlechter-Heims. “Wir werden auch im nächsten Jahr noch im Hintergrund dabei sein, um die Übergabe im Jubiläumsjahr reibungslos zu gestalten”, verspricht Regina Wedding. Allerdings sei es jetzt einfach an der Zeit, dass Jüngere übernehmen.

Info zur diesjährigen Wunschbaumaktion

Die Wunschbäume stehen in den Filialen der Kreissparkasse Bahnstraße in Alt-Erkrath, Bergstraße und Hochdahler Markt in Hochdahl und in der Filiale in Unterfeldhaus.

Wer sich einen Wunsch abnimmt, sollte das Päckchen mit dem erfüllten Wunsch bis spätestens zum 20. Dezember wieder in der jeweiligen Filiale abgeben, damit alle Päckchen ihren Empfänger noch vor Weihnachten erreichen.


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