Schulalltag in Corona-Zeiten

Die Brüder Fin Leo und Melvin (v.l.) gehen mit der aktuellen Situation ganz unterschiedlich um Foto: Tanja Bamme

Die Brüder Melvin (14) und Fin Leo (11) besuchen die Hildener Gesamtschule. Seit der Schulschließung vor zwei Wochen hat sich der Alltag der Hochdahler Jungs erheblich verändert.

Täglich sitzen sie am heimischen Schreibtisch und arbeiten sich alleine durch die anfallenden Schulaufgaben. Die Geschwister gehen dabei ganz unterschiedlich mit der Situation um. „Ich helfe seit einem Jahr im Naturschutzzentrum Bruchhausen aus. Wenn ich dort fertig bin, mache ich mich an die Schulaufgaben“, berichtet der 14-jährige Melvin, der die Schule vermisst. „Ich freue mich schon wieder auf den Zeitpunkt, wenn die Schule öffnet.“ Auch die Aufgaben bereiten ihm zuhause keinerlei Schwierigkeiten. Sorgen macht er sich lediglich um sein bevorstehendes Schulpraktikum Ende April. „Ich wollte das Praktikum bei der Feuerwehr Erkrath absolvieren und hoffe sehr, dass es stattfinden kann”, so Melvin, der sich ebenso seit einiger Zeit beim DRK Erkrath ehrenamtlich engagiert. “Die Versammlungen dort vermisse ich am meisten.”

Bruder Fin Leo hingegen kommt mit dem aktuellen Alltag gut zurecht, könnte die Schulschließung noch länger akzeptieren. „In der vergangenen Woche haben wir zwar sehr viele Aufgaben aufbekommen, aber in dieser Woche wurde es weniger“, so der Schüler, der ebenso wie sein Bruder in jedem Fach Aufgaben gestellt bekommt. “In Sport muss ich beispielsweise Basketball spielen und die Regeln dazu lernen. Das macht mir wirklich Spaß.”

Bruder Melvin musste für den Kunstunterricht ein Comic zeichnen. Zu seinen Lieblingsfächern zählen zudem Deutsch und Mathe. “Sport absolvieren wir gerade über eine Sport-App. Wir müssen beispielsweise Übungen für Arme und Beine machen und die Ergebnisse vorzeigen, wenn die Schule wieder beginnt.”

Unterstützung bekommt Fin Leo bei seinen Schularbeiten von Mutter Nicole Neuendorf, die sich den Schulstoff ihres Sohnes gerade mitaneignet. „Die Materialen bekommen wir über das Internet. Das funktioniert mittlerweile ganz gut. In viele Themen muss ich mich aber erst hineinlesen, damit ich Fin Leo dabei unterstützen kann“, berichtet sie.

Dass die aktuelle Kontaktsperre gut und auch richtig ist, dessen ist sich Familie Neuendorf sicher. “Trotzdem fehlt dem Tag Struktur. Wir bauen aktuell in unserem Haus einiges um und verbringen viel Zeit im Garten”, berichtet Nicole Neuendorf, die sich bewusst ist, dass viele Familien den Luxus eines eigenen Gartens nicht haben. “Ich kann mir aktuell zwar nicht vorstellen, dass die Schule nach den Osterferien wieder normal öffnet, würde es mir aber wünschen. Natürlich nur, wenn die Gesundheit der Menschen dabei gewährleistet ist.”


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