Reisebüros helfen auch bei Deutschlandreisen

Achim Henke, Inhaber des Reisecenters Erkrath, kennt tolle Reiseziele in Deutschland Foto: Tanja Bamme

Einige Berufsgruppen geraten wegen der aktuellen Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schieflage. Auch Reisebüros sind von den Folgen der weltweiten Krise betroffen.

In den vergangenen Wochen fanden vermehrt Demonstrationen vor dem Düsseldorfer Landtag statt, heute ist eine Großdemo in Berlin geplant. Das Ziel der Reisebürobetreiber: Faire Vergütungsstrukturen. Aktuell werden Provisionen für Reisende nämlich nur fällig, wenn diese ihren Urlaub antreten. Bei einer Stornierung muss das Geld zurückgezahlt werden.

Reisebüros arbeiten derzeit “ehrenamtlich”

Wir haben uns einmal bei Erkrather Reisebüros umgehört, wie die Situation aussieht. „Verheerend“, beschreibt Achim Henke vom Reisecenter Erkrath die Situation. Sein Mitarbeiter befindet sich in Kurzarbeit, er hält den „Laden“ aktuell alleine am Laufen. „Es kommen hauptsächlich Stornierungen rein, ich arbeite beinah rund um die Uhr“, so Henke, der für seinen Dauereinsatz keinen Lohn erhält. Für die Kunden vor Ort zu sein, Fragen zu beantworten und Verunsicherungen zu nehmen, ist für den Unternehmer jedoch oberste Priorität. Und auch das Verständnis für seine Kunden ist da. „Viele Reisende möchten keine Einschränkungen im Urlaub. Das kann ich nachvollziehen.“

Im Schaufenster hat Achim Henke jetzt vermehrt Angebote für Reisen innerhalb Deutschlands hängen. Denn auch das kann ein örtliches Reisebüro bieten: Urlaub im eigenen Land. „Auch Urlaub in unseren Nachbarländern, wie etwa in Österreich oder in Holland, werden derzeit wieder vermehrt nachgefragt“, so der Reisefachmann, der diesbezüglich sogar ein Ass im Ärmel hat. „Über einen Reiseveranstalter kann ein solcher Urlaub sogar günstiger werden. Und man unterstützt uns Reisebüros zudem.“ Von der Regierung fordert Achim Henke Hilfen, die nicht in Form von Krediten zurückgezahlt werden müssen. Wenn solche Maßnahmen ausbleiben, weiß er aktuell nicht, ob er die Corona-Krise wirtschaftlich überleben wird.

Motiviert nach vorne blicken

Auch Stefanie Hanten, Büroleiterin des TUI Reisebüros an der Bahnstraße, ist mit ihren beiden Kolleginnen im Einsatz für die Kunden. „Weniger Arbeit haben wir auf Grund der Pandemie nicht“, versichert sie. Und trotzdem befindet sich das Team derzeit in Kurzarbeit, zu wenig „frisches“ Geld fließt in die Kassen. Den Kopf in den Sand stecken, kommt für das Trio allerdings nicht in Frage. Viel mehr werden Lösungen für die Kunden geschaffen, die umbuchen oder ihre Reise stornieren wollen. Einen wichtigen Tipp für alle Reisenden kann Stefanie Hanten in Bezug auf die Buchungszeiträume geben. Denn viele Reiseziele sind schon jetzt für nächstes Jahr freigeschaltet. „Somit haben unsere Kunden schon jetzt die Möglichkeit, ihre Urlaubsreise in das nächste Jahr zu verschieben. Sonst war das immer erst später möglich.“

Auch der Leitveranstalter TUI hat viele Angebote für Deutschlandreisen geschaffen. Dass diese aktuell vermehrt nachgefragt werden, ist für Stefanie Hanten nur selbstverständlich. “Die Sorgen der Kunden sind unterschiedlicher Natur. Einige haben Angst vor einer Ansteckung, andere möchten im Urlaub keine Maske tragen oder sich sorgen müssen, vom Urlaubsland nicht wieder nach Hause zu kommen.” Lang ersehnte Reisen, wie etwa anlässlich einer Hochzeit, musste das Team um Stefanie Hanten auch verschieben. Dann wird die Reisefachfrau schnell zur tröstenden Person. “Wir leisten Beistand in jeder Hinsicht. Sowas geht natürlich auch an uns nicht spurlos vorbei”, versichert die Büroleiterin, die trotzdem optimistisch in die Zukunft blickt. “Ich gehe ganz persönlich davon aus, dass Flugreisen spätestens bis zu den Herbstferien wieder möglich sein werden.” Bis dahin behalten die Erkrather Reiseexperten die neusten Reiseinformationen für uns im Blick.


Du liest erkrath.jetzt gern und regelmäßig?

Unabhängiger Journalismus kostet Zeit und Geld. Unterstütz uns mit einer Spende, einmalig oder regelmäßig, auf unser Konto, über betterplace.org oder Paypal.
Vielen Dank!

Auf unser Konto spenden:

Freie Journalisten eG
IBAN: DE23 3406 0094 0002 0516 39

Spenden kannst Du auch über betterplace.org oder via Paypal

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*