Regina Wedding im Erzähl-Café

Zum Abschied vom Erzählcafé gab es Geschenke. Regina Wedding und Gisela Laab. Foto: RG

Regelmäßig veranstaltet Parea das Erzähl-Café für Bewohner der Sahle-Wohnanlage und lädt interessante Gäste ein.

Im Februar war die stellvertretende Bürgermeisterin Regina Wedding zu Gast und schnell zeigte sich, dass das Erzähl-Café seinem Namen gerecht wird. In lockerer Runde saßen etwa 18 Bewohner, von denen zwei in einer Wuppertaler Sahle-Wohnanlage wohnen, mit Gisela Laab von Parea und Regina Wedding zusammen. Bei Kaffee und Kuchen wurde locker geplaudert und was Gisela Laab nicht mit ihren Fragen an die stellvertretende Bürgermeisterin ins Gespräch brachte, fragten die Bewohner selbst. Eine von ihnen hatte an diesem Tag Geburtstag. Heidemarie Vincke hatte zu ihrem 75. selbst gebackenen Kuchen mitgebracht und Regina Wedding nutzte die Gelegenheit zu gratulieren.

Aber in erster Linie ging es natürlich ums ‘Erzählen’ und das kann Regina Wedding gut. Sie beschrieb die Aufgaben, die sie als stellvertretende Bürgermeisterin wahrnimmt und erzählte viele kleine Geschichten aus dem daraus resultierenden Alltag. So etwa von einem Geburtstag, den sie als Gratulantin der Stadt besuchen sollte. Im Restaurant des des Rosenhofs sah sie eine kleine Gesellschaft an einem Tisch fragte eine Dame “Sind Sie das Geburtstagskind?” was diese bejahte. Regina Wedding übergab die Geschenke der Stadt und dachte noch für sich, dass das Geburtstagskind deutlich jünger aussähe. Erst im weiteren Gespräch bemerkte sie ihren Irrtum. Es war das falsche Geburtstagskind! “Das tut mir aber leid. Jetzt muss ich die Geschenke wieder mitnehmen”, verabschiedete sie sich, um das richtige Geburtstagskind aufzusuchen. Natürlich machte sie ihren Irrtum später wieder gut, aber authentisch erzählte sie die kleine Begebenheit.

Regina Wedding erzählte auch davon, wie sie vor der Entscheidung stand für den Stadtrat zu kandidieren. “Was muss ich dafür können?”, wollte sie, damals noch im Landtag, von einem erfahrenen Ratsmitglied wissen. “Man braucht nur Bürgernähe”, erklärte ihr dieser und das nahm sie sich zu Herzen. Bis heute informiert sie die Bürger in ihrem Wahlkreis regelmäßig. Sie schreibt einen Newsletter, den sie persönlich in die Briefkästen verteilt. “Dafür bin ich sieben Stunden unterwegs. Aber ich verteile das auf drei Tage”, erklärt sie bescheiden. Sie könne doch nicht kurz vor den Wahlen wieder auf sich aufmerksam machen. Als gewählte Vertreterin müsse sie den Kontakt zu ihren Wählern halten.

Waren Ihre Haare immer so kurz?

Geschickt stellte Gisela Laab auch Fragen, die Regina Wedding ganz privat ansprachen. Die erzählte, dass sie sich als junges Mädchen eigentlich immer lange Haare gewünscht habe, aber ihre Haare einfach nicht gewachsen seien. Auf die Frage, ob sie immer Röcke getragen habe oder auch einmal Jeans antwortete sie: “Im Ministerium habe ich immer ein Kostüm getragen, aber in meiner Jugend waren es auch mal Jeans oder Miniröcke. So habe ich auch meinen Mann kennengelernt”, verriet sie. Das war in Oldenburg. Dort war ein Bundeswehrstandort und sie hatte vorher immer gesagt ‘Hoffentlich komme ich nicht mit einem Bundeswehrsoldaten zusammen’. Aber genau das passierte und so kam die Oldenburgerin der Liebe wegen zuerst nach Düsseldorf, bevor sie später mit ihrem Mann nach Erkrath zog. Der rheinische Karneval war für die Norddeutsche eine ganz neue Erfahrung, mit der sie sich erst langsam anfreundete.

Die norddeutsch-rheinische Liebe hat die Jahre überstanden. Im kommenden Jahr feiern Regina Wedding und ihr Mann goldene Hochzeit. Zwei bis dreimal im Jahr besucht sie ihre Familie in Norddeutschland. Einmal im Jahr gibt es auch eine Auszeit von der Zweisamkeit, die Reginas Mann ihr schenkt. Dann macht Regina Wedding eine Woche Urlaub. “Eine Schwester, die dort das Klostercafé bewirtschaftet, war früher in einem Kindergarten in Trills”, freut sie sich dort auch auf bekannte Gesichter zu treffen.

Geht es im Rat manchmal heiß her?

Gisela Laab wollte für die Besucher des Erzähl-Cafés mehr über die Ratsarbeit vor allem jetzt im kommenden Wahlkampf wissen. “Ja, natürlich. Aber ich spreche nicht gern von politischen Gegnern. Für mich sind die Mitglieder anderer Parteien politisch anders denkende, die auch nur das Beste für die Stadt möchten”, erklärte sie und dann waren die Besucher an der Reihe Fragen zu stellen. “Es ist nicht schön, dass die Stadt so getrennt ist, mit ihren Stadtteilen”, merkte ein Besucher an und Regina Wedding erklärte, dass die Stadtteile und ihre Menschen inzwischen schon sehr viel näher gerückt seien. “Wir arbeiten alle daran, dass die Stadt zusammen wächst. Politik, Kirchen und auch Verwaltung. Selbst die Karnevalsvereine sind zusammengerückt”, erklärte sie, dass man daran arbeite eine gemeinsame Identität zu entwickeln.

Die Besucher interessierten sich auch für bezahlbaren Wohnraum und ob es politische Gesprächsrunden für Senioren gäbe. Zum Abschied hatte Regina Wedding noch ein Geschenk für die Begegnungsstätte, in der das Erzähl-Café stattfindet. Sie hatte einen Krimi von Ralf Buchholz mitgebracht und verriet gleich dazu, dass es vielleicht auch spannend wäre eine Lesung mit dem Autor zu organisieren. Auch von Parea gab es Geschenke. So erhielt Regina Wedding Gemüsesäckchen, die in einer Handarbeitsgruppe von Parea produziert und kostenlos an Senioren der Wohnanlagen verteilt werden. Die sind als Alternative zu ‘Plastik’ inzwischen so gefragt, dass es 300 Vorbestellungen gibt. Ein aus alten Krawatten genähtes Täschchen gab es noch dazu.


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