Projektrealisierung ohne “Aktionstag”

Obwohl der Aktionstag der Wirtschaft Corona-bedingt ins Wasser fiel, fanden trotzdem Projekte statt/ Foto: Susann Krüll

Der „Aktionstag der Wirtschaft“ hätte am 11. September zum siebten Mal stattfinden sollen, war aber aufgrund der Corona-Einschränkungen in der gewohnten Form bereits abgesagt worden.

Wo sonst hunderte  Mitarbeiter zahlreicher Erkrather Firmen mit ihrem gratis geleiteten Arbeitseinsatz ganz unterschiedlicher Projekte verwirklichen helfen, die auf der Wunschliste von Schulen, Kitas, Sportvereinen und zahlreiche soziale Einrichtungen standen, wurde an diesem Tag nur an wenigen gearbeitet.   

Thomas Reinsdorff, Inhaber “Gartenzeit” mit seinen Azubis Mathis und Lukas./ Foto: SK

Die Flüchtlingsunterkunft am Klinkerweg erhielt im Außenbereich neue, gepflasterte Areale, um dort die neuen hölzerne Sitzbänke und Tische aufzustellen. Eine Buchen-Hecke, die die Bewohner zur Straße hin vor Blicken von Vorbeigehenden schützten wird, soll in Zukunft entstehen. Auch eine neue Bepflanzung für die Hochbeete wurde vorbereitet, indem Verblühtes entfernt und neue Erde eingebracht wurde. Bunt bepflanzte Blumenkästen setzen jetzt an der Fassade fröhlich bunte Akzente.

Initiatoren und Ideengeber für dieses Projekt waren die Vereine „Du-Ich-Wir“ und der „Freundeskreis für Flüchtlinge Erkrath“.

Foto: SK

Tatkräftige Unterstützung erhielten die beiden Organisatoren von „Gartenzeit“. Chef Thomas Reinsdorff war mit seinen beiden Azubis, Lukas Markus im ersten und Mathis Platz im zweiten Ausbildungsjahr schon um 8.30 Uhr vor Ort, um die Flächen, die gepflastert werden sollten, vom Mutterboden zu befreien. Mit sechs Mitarbeitern war auch die LUCOM GmbH an den Klinkerweg gekommen. Nadine Albuera, die an „normalen Wirtschaftstagen“ den gesamten Tag mit der Organisation beschäftigt ist, freute sich diesmal sichtlich, zupacken zu können. „Das ist das erste Mal in all den Jahren, dass ich dazu die Gelegenheit habe. Es macht unheimlich Spaß“, so die sympathische Koordinatorin dieses erfolgreichen Programms.

Abwechslung zum Arbeitsalltag

Zusammen mit ihrer Kollegin Julia Keuchen, die einigen noch als ihre Vertretung vor zwei Jahren während ihres Mutterschaftsurlaubs bekannt sein dürfte, hatte von Thomas Reinsdorff erklärt bekommen, wie man die Setzlinge, von denen sich in den Pflanztöpfen mehrere befanden, fachgerecht trennt. Die Pflanzschnur hatten die engagierten Hobbygärtner auch von den Profis gespannt bekommen. Derweil wurden drei Sitzgarnituren, bestehend aus drei Tischen mit je zwei Bänken, zusammengebaut und danach lasiert, damit sie auch Regen gut überstehen. 

Dieter Thelen und Dominik Adolphy, die in vereinsübergreifender Zusammenarbeit für die Besorgung der Materialien sowie für die Verpflegung gesorgt hatten, waren überall gefragt, wo es Entscheidungen zu treffen gab. Max Schwarz von „Du-Ich-Wir“ sowie die Praktikantin Nigar Mammadowa, die gerade ihr praktisches Jahr beim „Freundeskreis für Flüchtlinge“ absolviert, packten ebenfalls überall da an, wo sie gefragt waren. Tatkräftige Unterstützung, vor allem bei den Arbeiten, wo es ums Zusammenbauen ging, gab es von Architekt Steffen Krüll, der wie in den Vorjahren auch aktiv beim Aktionstag mithalf.

Ein Gemeinschaftsprojekt mit vielen Helfern

Zusammen mit Bewohner Abas Musfa Halkawz, der wie Krüll ausgebildeter Schreiner ist, bauten sie die Sitzgarnituren zusammen und sägten die Ausschnitte für die Sonnenschirme. Mittags ließen sich die Aktiven die „Familien-Pizzen“ schmecken und am frühen Nachmittag waren alle sehr stolz auf das, was sie gemeinsam geschafft hatten.

Immer mehr Bewohner, vor allem die Kids, die nach und nach aus der Kita oder Schule nach Hause kamen, gesellten sich zu den Aktiven und packten mit an. So bepflanzte ein Ehepaar die Blumenkästen und eine weitere Dame hatte leckere Brownies gebacken, die sich alle Aktiven schmecken ließen. Am Samstag waren die Organisatoren von „Du-Ich-Wir“ noch einmal vor Ort und bepflanzten mit den Kids die Hochbeete neu und malten die Steine außerdem mit fröhlichen Motiven bunt an.

In der Sandheide fand derweilen ein weiteres Projekt mit den dort ansässigen und engagierten sozialen Vereinen, dem Quartiermanagement und mit der Unterstützung der Firma Goebel statt

Die Wegweiser in der Fertigung/ Foto: SK

Marc Stoßberg vom Verein „Füreinander“ hatte die Idee, in der Sandheide Wegweiser aufzustellen, die von verschiedenen markanten Punkten im Stadtteil wie dem „Heimatgarten“ oder dem „Minimarkt‘ aus den Weg zu den im Quartier ansässigen Vereinen, Organisationen und Angeboten führen. „Marc ist die Entfernungen, auch die zum Skater-Park oder dem Jugendcafé in der Umgebung abgegangen und hat dabei die Schritte gezählt“, erzählt Julia Zinn vom Quartiersmanagement, die zusammen mit ihrer Kollegin Saskia Goebel sowie Jana Fricke, Koordinatorin des Projekts „Soziale Stadt Sandheide“, vor dem Jugendtreff „Cube“ an den Bierzelt-Garnituren sitzt.

Individuelle Wegweiser entstehen/ Foto: SK

Gemeinsam mit Marei Schmitz, ebenfalls vom Verein „Füreinander“, und Birgitt Grüning vom „Second-Hand-Laden“ des SKFM Erkrath beschriften sie die Wegweiser, je nach Kreativität mit Buchstaben in 3D-Technik oder im Shabby-Chic-Look. „Wir haben uns einen Farbcode ausgedacht. Grün für Organisationen, die sich mit dem Thema Integration befassen, rot für alles rund um die Kinder- und Jugendarbeit wie beispielsweise zum Kinderhaus. Orange steht für Jugend-, Familien- und Seniorenangebote sowie blau für Quartiersangebote“, erläutert Saskia Goebel und erzählt weiter: „Außerdem haben wir von den Geldern, die aus dem ‚Verfügungsfonds‘ stammen und die in der Stadtteilkonferenz für diese Aktion bewilligt wurde, noch eine Schautafel angeschafft, die in der Nähe des Minimarkts aufgestellt wird“.

Schaukasten und Schilderstele- Wegweiser der Zukunft

Im Glaskasten auf der Vorderseite finden sich Informationen zu allen Einrichtungen im Quartier. Aus einem Ständer kann man sich Flyer zu den einzelnen Angeboten und Einrichtungen mitnehmen. Auf der Rückseite findet sich Platz, um mit Postern auf anstehende Termine oder Veranstaltungen hinzuweisen. „Außerdem können die Bewohner sie als Pinnwand um ‚Suche‘ oder ‚Biete‘-Angebote aufzuhängen nutzen“, ergänzt Julia Zinn. Im Laufe des Vormittags waren auch Diana Pyatkov, Lilija Zhimarin-Schlothauer und Natalya Schneider vom „Integration-Kultur-Zentrum (IKZ)“ dabei, sowie Mitglieder des Teams des Kinderhauses Sandheide, um beim Zuschnitt und Anschleifen der Schilder für die Schilderbäume zu helfen.

Inzwischen stehen beide Schilderbäume, denen später noch weitere an anderen Stellen- wie dem Spielplatz oder am Stadtweiher- folgen sollen. Und auch der Infokasten wurde bereits installiert. „In der Sandheide gibt es so großartige Angebote, die es verdienen, dass noch mehr Menschen, vor allem auch von Außerhalb des Quartiers, den Weg hierher finden“, sind sich alle einig, die am Projekt „Schilderbäume“ und „Schautafel“ beteiligt waren.


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