Probe unter freiem Himmel

Chorprobe mit Sicherheitsabstand Foto: Tanja Bamme

Am 12. März haben die Damen vom Barbershop Chor Miss Harmony den Brief vom Vermieter bekommen, ihre Chorproben vorerst nicht mehr im Haus Bavier durchzuführen. „Das war uns eigentlich schon klar“, schreiben die Damen auf ihrer Homepage.

Ein Fahrrad als Notenständer: Die Damen sind kreativ
Foto: Tanja Bamme
Foto: TB

Und auch der zunächst angedachte Ausweichplatz musste auf Grund des plötzlichen Lockdowns wieder gedanklich verworfen werden. Wie praktisch, dass das Internet die Möglichkeiten zur Probe bereithält. „Und so haben wir eigentlich gar keine Pause eingelegt und uns sofort in unsere Videokonferenz-Probe begeben“, erinnert sich Christel Juchniewicz. Das Problem: Während eine Person singt, müssen die anderen Mikrofone stumm geschaltet werden. Ein gemeinsames Singen war also nicht möglich. „Um die Lieder kennenzulernen, hat diese Möglichkeit aber ausgereicht“, so die Damen. Mit den Lockerungen kam auch die Überlegung nach Proben unter freiem Himmel. Und so machte sich ein Teil der insgesamt 30 Sängerinnen auf, einen geeigneten Probenplatz im Freien zu finden. Nachdem ein Parkplatz und ein Innenhof mit „Durchzug“ als ungeeignet befunden wurden, scheint der optimale Platz in Hochdahl gefunden. Vor dem Jugendzentrum des TSV Hochdahl eignet sich der terrassenförmige Maueranbau optimal für den gemeinsamen Gesang.

Nur die Stimmen dürfen sich reiben

Foto: TB

Optimal ist die Probe unterm Wolkendach zwar noch immer nicht, aber zumindest können sich die talentierten Sängerinnen wieder sehen. „Und das hat uns wirklich gefehlt“, spricht Chormitglied Henriette Ellen Mittelviefhaus für die anderen Damen gleich mit. Lediglich das Gehör funktioniert außerhalb von Proberäumen nicht so gut. „Man hört sich sehr schlecht, eigentlich singt man nur für sich alleine.“ Dabei ist besonders bei einem Barbershop Chor die Harmonie ganz besonders wichtig. Im A Cappella- Stil geben die Sängerinnen den Musikstücken einen ganz eigenen Klang. „Die Stimmen müssen sich aneinander reiben“, erklärt Petra Schendekehl, die diese außergewöhnlichen Chorproben leitet. Schwierig, wenn man sein Gegenüber nicht hören kann. „Ein Raum hat eine ganz andere Akustik“, weiß Christel Juchniewicz.

Konzertplan für 2021

Das nächste Konzert soll in Oktober kommenden Jahres in der Kuturvilla in Mettmann stattfinden, bis dahin müssen die Stücke sitzen. „Ein Barbershop Chor muss sein Repertoire gut pflegen. Unsere Lieder werden vierstimmig gesungen und sind größtenteils sehr aufwendig. Daher können wir auch nicht jedes Jahr ein Konzert vorbereiten“, erklärt die Chorsängerin. Diese Tatsache kommt dem Chor in disem Jahr jedoch zu Gute. „Die Zukunft ist ungewiss, wir wissen schließlich noch gar nicht, wann überhaupt wieder Konzerte zugelassen werden. Auch steht noch nicht fest, wann wir wieder in geschlossenen Räumen proben dürfen. Beim Singen wird zu viel Aerosol ausgestoßen“, erklärt Christel Juchniewicz. Auch ein Barber Shop- Workshop fiel bereits der Corona-Situation zum Opfer. Und so proben die Damen vorerst weiter im Freien. „Solange bis der Herbst kommt, dann müssen wir uns was anderes überlegen“, so die Damen.

Im Schutz der Bäume sind auch ein paar vereinzelnde Regentropfen nicht schlimm
Foto: TB

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