Praktikumsausstellung noch bis Ende dieser Woche

Ausstellungseröffnung der Praktikapräsentation in der Stadtbücherei Hochdahl. Foto: RG

Jedes Jahr stellen Schüler der Carl-Fuhlrott-Schule zwei Wochen lang ihre Praktikumserfahrungen in der Stadtbücherei Hochdahl aus.

Auf mehreren Stellwänden sind die Praktikumsberichte für Besucher der Stadtbücherei, aber auch für Schulklassen ab dem 8. Schuljahr, zusammengefasst. Bis Ende Februar ist die Ausstellung noch zu besichtigen. Zur Eröffnung waren fünf Schüler anwesend, die auch mündlich ihre Erfahrungen zusammenfassten. Robin hatte im BIZ bei Eignungstest erfahren, dass eine Kochlehre zu ihm passen könnte. Das wollte er dann gleich auch einmal ausprobieren und absolvierte ein Praktikum in der Betriebskantine der Fondium Group GmbH in Mettmann. “Das war nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe. Jede Menge Gemüseschneiden und viele Arbeiten, die ich mir zum Beruf Koch nicht vorgestellt hatte. Ich fand es körperlich und psychisch anstrengend.” Im Hotel- und Gaststättengewerbe will er dennoch weiter Erfahrungen sammeln. “Vielleicht passt ja Hotelfachmann zu mir”, überlegt er. Das er die kommunikativen Fähigkeiten dazu mitbringt, hat er schon im Gespräch bei der Präsentation gezeigt.

Alikaan weiß schon ganz genau was er will. Er will eine Ausbildung zum Maler und Lackierer machen und hat auch schon einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Im August geht es los. “Ich hab schon in der 9. Klasse ein Praktikum bei Maler Lucas gemacht und in der 10. Klasse dann noch einmal”, berichtet er. Die Arbeit habe zwar auch ihre ‘schweren Seiten’, wie etwa einen 20 Kilogramm schweren Zementsack bis in die oberste Etage tragen, aber das störe ihn nicht weiter. Er liebt die Arbeit mit Farbe und bringt offensichtlich auch die Eignung für den Beruf mit, denn seine Ausbildung beginnt er jetzt auch im Malerbetrieb Lucas.

Stellvertretend für weitere Praktikanten der CFS präsentierten Alikaan, Amira, Djenneta, Samah und Robin (v.l.n.r.) ihre persönlichen Erfahrungen im Praktikum. Foto: RG

Die Freundinnen Amira und Djenneta haben gemeinsam ein Praktikum im Evangelischen Krankenhaus Mettmann absolviert. “Unsere Arbeitszeit war täglich von 7 bis 15 Uhr” erzählen sie vom Arbeitsalltag. Zuerst ging es morgens in den Keller zum Umziehen. Zur Arbeit auf den Stationen gehört sterile Kleidung. Die zwei durften bei der Pflege begleiten, haben geputzt oder Betten bezogen und Essen ausgeteilt. “Wir durften aber morgens auch bei Patienten Blutdruck, Fieber und Puls messen”, erklärt Djenneta. “Auch ein Infusionskatheter durfte ich einmal entfernen”, ergänzt Amira. Dass zu Pflegeberufen auch einmal das Entleeren von Uringefäßen gehört, hat die beiden nicht abgeschreckt.

Samah hat ihre Praktikumserfahrungen in der Apotheke am Stadtweiher gesammelt. Sie interessiert sich für den pharmazeutischen Bereich und könnte sich vorstellen eine Ausbildung als pharmazeutisch kaufmännische Angestellte (PKA) zu machen. Sie ist erst seit vier Jahren in Deutschland, beherrscht die deutsche Sprache aber schon sehr gut. In der Apotheke hat sie ins Bestellwesen und den Verkauf freiverkäuflicher Medikamente geschnuppert. “Erst einmal möchte ich noch meinen Realschulabschluss erreichen und vielleicht mache ich anschließend auch noch mein Fachabitur”, verrät sie ihre Zukunftspläne.

Auf mehreren Stellwänden in der Stadtbücherei Hochdahl finden Schulklassen und Besucher die Praktikumsberichte der Schülerinnen und Schüler der CFS. Foto: RG
Als Dankeschön für die Kooperation zwischen der Carl-Fuhlrott-Schule und der Stadtbücherei hatte Schulleiter Andreas Lösche einen Blumenstrauß für die Leiterin der Stadtbücherei, Anne Heimansberg-Schmidt im Gepäck. Foto: RG

Fünfmal ausgezeichnet

Seit Jahrzehnten zeigt man in der Carl-Fuhlrott-Schule besonderes Engagement in Sachen Berufsvorbereitung und Berufswahl. Im letzten Jahr wurde die CFS bereits zum fünften Mal mit dem ‘Siegel berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule’ ausgezeichnet. Vergeben wird das Gütesiegel von der Stiftung PRO AUSBILDUNG und vom Netzwerk Berufswahlsiegel. Schulen, die das Siegel erneut erhalten wollen, müssen sich in diesem Bereich ständig weiter entwickeln. Das geschieht in der CFS. Kooperationen mit dem Handwerk und Berufsberatung innerhalb der Schule inzwischen auch mit einem eigenen Berufsberatungsbüro mit Computern, die Schüler auch für Recherchen und für das Schreiben von Bewerbungen nutzen können. “Wir sind die einzige Hauptschule, die dieses Siegel schon fünfmal erhalten hat”, weiß Lehrer Tran Nguyen, der in der CFS für die Berufswahlkoordination zuständig ist.

“Bei uns kommen die Schüler erstmals in der fünften Klasse mit dem Thema Beruf in Berührung. In der siebten Klasse folgen erste Projekte, damit die Schüler bis zur zehnten Klasse Ideen für den weiteren Werdegang haben”, erklärt Schulleiter Andreas Lösche.

Eng vernetzt mit Arbeitsmarktakteuren

Mit dabei sind in den oberen Jahrgangsstufen auch die Agentur für Arbeit und Berufseinstiegsbegleiterinnen. Die Berufseinstiegsbegleitung resultiert aus einem EU-Programm, beginnt in Klasse 9 und unterstützt Absolventen auch noch im ersten halben Jahr ihrer Ausbildung. Das Programm startete 2009 und die Carl-Fuhlrott-Schule war als ‘Pilotprojekt’ die erste Schule, an der es zum Tragen kam. Für Schüler der CFS sind Eva Schymczyk und Viktoria Hähnert als Einstiegsberaterinnen tätig. Sie bedauern ein wenig, dass über die Jahre die Zahl der Schüler, die davon in der neunten Klasse profitieren können, von ehemals 12 auf 5 reduziert wurde.

Berufsberater Holger Stemmann von der Arbeitsagentur Mettmann ist jeden Montag als Ansprechpartner für die Schüler in der Carl-Fuhlrott-Schule. “Wir gehen inzwischen vermehrt in die Schulen”, erklärt er. In der Vergangenheit sei das nur alle sechs Wochen der Fall gewesen. “Durch die vermehrte Präsenz hat sich die Qualität der Beratung vor Ort deutlich erhöht”, freut Tan Nguyen für seine Schüler.

Lehrer Tran Nguyen (l.) mit den beiden Berufseinstiegsberaterinnen Eva Schymczyk und Viktoria Hähnert und dem Berufsberater der Arbeitsagentur, Holger Stemmann.

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