Piraten fordern mehr Transparenz und Tests

Gruppe Piraten im Kreistag

Gruppe Piraten im Kreistag: Andreas Benoit und Thomas Küppers (r.) - Foto: Gruppe Piraten

Vor dem Hintergrund der hohen Infektionszahlen im Kreis Mettmann und hierbei insbesondere in der Stadt Velbert haben die Piraten eine Anfrage zum möglichen Corona-Hotspot an der Gesamtschule Velbert gestellt. Die bereits in Vorbereitung der nächsten Kreistagssitzung veröffentlichte Antwort des Gesundheitsamtes empfinden sie unbefriedigend.

Im Vorfeld der Anfrage wurden die Piraten von betroffenen Eltern darüber informiert, dass es gerüchteweise Infektionen bei 8 Lehrern der Schule gegeben haben soll. Die Piraten wollten mit Ihrer Anfrage Klarheit über die aktuellen Fallzahlen erlangen. Die Antwort auf die Anfrage bestätigt diese Gerüchte. Laut Gesundheitsamt gab es an der Gesamtschule Velbert-Mitte bis dato sogar 11 Infektionen unter den Lehrkräften.

Aus Sicht der Piraten ist es nicht nachvollziehbar, warum diese wesentlichen Informationen den Schülern und deren Eltern vorenthalten wurden. Die Informationen auf der Webseite der Schule bilden lediglich den aktuellen Stand ab. Die Piraten fordern daher alle Verantwortlichen auf, künftig mehr Transparenz bei solchen Hot-Spot-Geschehen an Schulen zu schaffen.

Nach Informationen der Piraten sind die Schüler zwar angehalten während des Aufenthalts auf dem Schulgelände eine Maske zu tragen, jedoch tragen die Lehrer während des Unterrichts in der Regel keine Maske. Für die Piraten stellen die hohen Infektionszahlen der Lehrer damit ein erhebliches Infektionsrisiko für die Schüler dar und könnten einer der Gründe für die hohen Infektionszahlen in der Stadt Velbert sein. Laut Aktenvermerk des Gesundheitsamts ‚lassen die Anzahl der betroffenen Fälle keinen schulischen Zusammenhang erkennen‘. Weiter heißt es: ‚Es sind bisher keine Maßnahmen mit unmittelbarer Auswirkung auf den Schulbetrieb indiziert.‘ Diese Einschätzung können die Piraten in Anbetracht der veröffentlichten Fakten nicht teilen.

Seitens des Robert-Koch-Instituts gibt es dedizierte Empfehlungen zum Umgang mit solchen Fällen an Schulen. Demnach sollen bei nachgewiesenen Infektionen des Lehr- und Betreuungspersonals alle Klassen und Kurse mit relevanter Exposition getestet werden. Als relevante Exposition gilt herbei ein Zeitraum ab ca. 15 Minuten, was bei jeder Schulstunde ganz offensichtlich gegeben ist.

Warum an der Gesamtschule Velbert-Mitte solche Tests nicht in größerem Umfang durchgeführt wurden, sei unverständlich. Den Piraten sind Beispiele an anderen Schulen, wie etwa in Heiligenhaus oder benachbarten Städten, wie in Solingen und Wuppertal bekannt, bei denen in vergleichbaren Fällen komplette Klassen und Jahrgänge getestet wurden.

Die Piraten fordern daher den Landrat auf, künftig bei Schulen mit hohen Infektionszahlen unter den Lehrkräften umfangreiche Tests in den Schulen vor Ort durchzuführen.

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