Offener Brief zum Stadtweiher-Dilemma

Symbolbild Leserbriefe - Foto: Bruno (Germany) / Pixabay

Leserbrief | Hans-Ulrich Zastrau wendet sich mit einem offenen Brief zum Thema Stadtweiher an Politik und Verwaltung.

Hinweis: Die geäußerte Meinung in Leserbriefen gibt nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Anonyme Zuschriften, oder Zuschriften mit diskriminierenden Inhalten werden nicht berücksichtigt. Wir behalten uns vor längere Leserbriefe sinngemäß zu kürzen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit vielen Jahren setze ich mich für eine nachhaltige Entwicklung meiner Stadt ein und ärgere mich immer wieder über Entscheidungen wider besseres Wissen.

Auch jetzt wieder; diesmal betrifft es den Hochdahler Stadtweiher.

Es ist ja nicht nur das Stadtbild, das Schaden nimmt, sondern viel wichtiger noch die gerade jetzt viel beschworene Nachhaltigkeit im Städtebau.

Es heißt, der Wassermangel sei im Wesentlichen auf die Flächenversiegelung durch die Bebauung Hochdahls zurückzuführen; das Regenwasser versickert nicht, sondern fließt in der Kanalisation ab.

Die Lösung sei angeblich, den Weiher größtenteils trockenzulegen; nur ein Drittel soll Wasserfläche bleiben, mit einer Folie abgedichtet.

Wer nun behauptet, diese zusätzliche Versiegelung von ca. 10.000 qm stimme mit der Wasserrechtslage überein, sollte einen Blick in die Gesetze werfen, da ist nämlich durchgängig als elementares Ziel der Schutz des Grundwassers genannt – quantitativ und qualitativ. Dem steht diese weitere Versiegelung entgegen; sie ist somit gesetzwidrig.

Wir sollten vielmehr froh sein, dass es in Hochdahl neben all der Flächenversiegelung den Stadtweiher gibt. Wenn er in seiner ganzen Größe mit Wasser gefüllt ist, kann hier Wasser optimal versickern und den Grundwasserspiegel speisen. Und das Stadtbild bliebe so, wie die Hochdahler es mögen.

Wieviel Wasser wird dafür gebraucht und woher kann das Wasser kommen?

Die Fläche des Weihers beträgt ca. 30.000 qm; bei einer mittleren Tiefe von 1,70 m, kann er also ca. 50.000 cbm Wasser aufnehmen.

Hier neben der möglichen Wasserentnahme aus dem Mahnerter Bach eine zweite Variante:

Wenn es regnet, füllen sich die Regenrückhaltebecken; die sollten nach dem Regen nicht in das jeweilige Fließgewässer abgelassen werden, sondern z. B. in den Hochdahler Weiher; es gibt da ein unsichtbares Regenrückhaltebecken mit 3700 cbm Wasseraufnahme. Wenn es also alle vier Wochen einmal kräftig regnet, kann der Weiher in seiner bisherigen Größe allein aus diesem einen Regenrückhaltebecken innerhalb eines Jahres wieder gefüllt werden! Und danach wird der Wasserverlust problemlos ausgeglichen.

Das wollte ich bereits vor fünf Jahren mit dem Entwässerungsbetrieb erörtern, aber das Gespräch kam nicht zustande, weil ja der Weiher alsbald saniert werden sollte und man dem Planungsvorlauf nicht vorgreifen wollte.

Dazu braucht man eine Rohrleitung. Die kostet Geld. Das aber kann aus den Mehrkosten für die Schule Sandheide genommen werden, die eingespart werden würden, wenn man endlich meinem Rat folgen würde, den ich auch schon vor drei Jahren der Stadt gegenüber geäußert habe. Wollen Sie dazu mehr wissen, fragen Sie mich gern.

Ich wünsche unserer Stadt eine gute Zukunft.

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2 Kommentare

  1. Ich bin auch der Meinung man sollte den Bürger beteiligen. Ansonsten kann man ja bei der jetzigen Wahl seinem Unmut zeigen.

  2. Ich finde es unmöglich was mit dem Stadtweiher grade passiert. Ohne die Hochdaler zu fragen wird es bestimmt was gemacht wird . Es ist vermutlich nicht das Wasser schuldig, eher die Kosten für die Gestaltung. Man möchte ja wieder sparen.
    So viele Leute haben andere Lösungen die was anderes Aussagen.
    Das schönste was Hochdahl hatte, war der Stadtweiher. Deshalb bin ich auch herher gezogen.
    So viel zu Naturschutz, Umweltschutz.
    Leider wird immer was davon kaputt gemacht.
    Wir Bürger haben nicht viel zu sagen.Traurig !!
    😢

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