Nicht weniger Eheschließungen wegen Corona

Symbolbild Ehe, Hochzeit, Trauung/ Pixabay: Free-Photos

181 Trauungen hat das Standesamt Erkrath im vergangenen Jahr gezählt. Mit dieser Zahl liegt die Bilanz durchaus im Trend der Vorjahre.

„Wir hatten immer zwischen 180 und 190 Trauungen im Jahr“, berichtet Standesamtsleiter Jakob Eich. Mit Blick auf die Anmeldezahlen des Vorjahres hätte aber durchaus ein neuer Rekord eingeläutet werden können, wäre nicht die Corona-Pandemie ausgebrochen. „Wir haben zu Beginn 2020 mit über 200 Trauungen gerechnet“, so Jakob Eich weiter. Der ungeschlagene Lieblingsmonat für Trauungen ist jedoch auch im Vorjahr der Dezember gewesen. „Januar bis April ist es meist ruhiger. Auch der Valentinstag ist nicht außerordentlich beliebt bei Paaren. In diesem Jahr findet sogar gar keine Trauung statt, weil der Tag auf einen Sonntag fällt. Ansonsten zählen wir in den letzten sechs Jahren vier Trauungen am 14. Februar.“

Jede Trauung ganz individuell

Einige Paare, die im Vorjahr ihre Trauung verschoben haben, blicken schon wieder mit Sorge auf die anhaltend hohen Inzidenzwerte. Gespräche über erneute Verschiebungen hat das Team des Standesamtes Erkrath bereits geführt. „Viele wünschen sich auch, in einer unserer externen Traustätten- wie beispielsweise in der Höhle des Neandertal No1- zu heiraten. Seit November vergangenen Jahres sind Trauungen aber nur im Trauzimmer im Rathaus möglich“, erklärt Jakob Eich, der trotzdem jede Eheschließung zu etwas ganz Besonderem macht. „In Erkrath haben wir eigentlich noch sehr gute Bedingungen. Bei uns können die Brautpaare noch vier Gäste mitbringen. Zudem läuft es bei uns sehr familiär und gemütlich ab, weil wir uns ausgiebig Zeit für die Paare nehmen. Das können größere Kommunen nicht immer leisten“, ist sich der Standesamtsleiter sicher.

Spontanhochzeiten klappen in Erkrath auch

Die schönsten Trauungen, so Jakob Eichs persönliche Meinung, sind aber noch immer jene, die ganz alleine mit den Brautpaaren durchgeführt werden. „Das sind irgendwie persönlichere Gespräche. Vor kurzer Zeit hat sich ein Paar bereits beim Auftaktgespräch dazu entschieden, spontan mit mir im Trauzimmer die Trauung durchzuführen. Das war wirklich ein schönes Erlebnis“, so Eich. Videoübertragungen der Trauungen sind in Erkrath allerdings seit gut einem Jahr schon nicht mehr möglich. Die daheim gebliebenen Familienmitglieder per Konferenzschaltung teilhaben zu lassen, geht also nicht.

„In Ausnahmefällen kann das Ja-Wort aufgezeichnet werden. Aber das muss im Vorfeld einzeln besprochen werden. Wir haben uns in der Vergangenheit schon des Öfteren im Netz wiedergefunden, das möchten wir nicht“, argumentiert Jakob Eich die Entscheidung. Eine Prognose für die Anzahl der diesjährigen Trauungen abgeben, das wagt sich der Standesamtsleiter noch nicht. Zu ungewiss ist die aktuelle Zeit. „Ich merke aber, dass gerade in der Pandemie-Zeit die Ehe nochmal an Bedeutung gewinnt. Die große Feier rückt dabei  immer mehr in den Hintergrund.“

Wissenswertes: Im Standesamt Erkrath arbeiten drei Mitarbeiter mit insgesamt zweieinhalb Planstellen.

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